NTRSN & [de:ad:cibel]:

22.10.2011: Premierentag im Crystal-Club Berlin

Die Berliner <Common roots>-Partyreihe ist noch recht jung, kann jedoch mit zwei namhaften Resident-DJs und an diesem Oktober-Samstag zusätzlich mit zwei Bands aufwarten, die mit ihren Debütalben im letzten Jahr für einiges Aufsehen gesorgt haben. In beiden Fällen handelte es sich um den ersten Auftritt auf deutschem Grund und Boden, was die Vorfreude natürlich noch potenzierte.
 
Von: Torsten Pape //      Fotos: Mark Minten //
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m Vorfeld wurde um recht zeitiges Erscheinen gebeten und siehe da: bereits um 21 Uhr tummelte sich ein munteres EBM-Völkchen im und vor dem kleinen, aber feinen Crystal-Club. Wenige Minuten später betraten Daniel Galda und Armin Küster aka [de:ad:cibel] die überschaubar kleine Bühne und machten schnell ihrem Ruf als „German Bass Machine” alle Ehre.


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Während des fast einstündigen Auftritts wurden sämtliche Hits ihres Erstlings „Klondike” abgefeuert und verfehlten ihre Wirkung beim Publikum nicht, das sich durchweg erstaunlich bewegungsfreudig zeigte. Einen besonderen Höhepunkt stellten übrigens die Stücke dar, bei denen sich Armin mal nicht hinter seinem gerne mal wegklappenden Apple verschanzte, sondern an den erst kürzlich erworbenen echten Drums austobte. Besonders das eher ruhige „Nobody hurts me like I do” gewann dadurch zusätzlich an Intensität, was die Anwesenden mit besonders herzlichem Applaus bestätigten. Am Ende ging es dann auch nicht ohne Zugabe (u.a. das neue Stück „Self-fulfilling prophecy”) in den verdienten Feierabend. Letzteres ist dabei wörtlich zu verstehen, denn die fast anderthalbstündige Pause bis zum nächsten Live-Act nutzten die eine oder der andere bereits zum Schwingen des Tanzbeines zu Klängen der guten alten Electro-Schule. Die Mitternacht war bereits in Sicht, da betraten die drei Belgier von NTRSN (Intrusion, so die richtige Aussprache) die nicht mal kniehohe Bühne. Was folgte, war ein wahres Electro-Brett, das sich auch von der weiterhin nur rudimentären Lichtshow nicht bremsen ließ (dafür gab es auf einmal deutlich mehr Nebel...). Der Sänger versprühte von Beginn an eine ordentliche Portion Wahnsinn und erinnerte stellenweise an eine Mischung aus Joe Cocker (Bewegungen) und einen Bergsteiger (Echo auf der Stimme). Neben den Songs des ersten Albums wurden übrigens auch brandneue Tracks des in den Startlöchern stehenden Nachfolgers „Hardlines” vorgestellt. Technisch perfekt dargeboten, strotzten die Songs jedoch vor Referenzen an die großen Namen der Szene. Durch die Ähnlichkeit der Sounds und Rhythmen waren die Gedanken an Front 242, Nitzer Ebb, Skinny Puppy oder Clock DVA geradezu allgegenwärtig, aber leider gab es keine Preise bei diesem munteren EBM-Quiz. Nichtsdestotrotz nahm einen der geradezu hypnotisch zelebrierte Spannungsbogen gefangen und neben den tanzbaren Parts kamen auch langsame, teils krachige und kettenrasselnde Interludien zum Einsatz. Leider steigerte sich die Lautstärke im Verlauf des Auftrittes in zunehmend schmerzende Regionen, was mich am Ende vor die Türen des Clubs trieb, um ein wenig Konversation zu betreiben. Nach den Zugaben bedienten die DJs Drill und Intox Matze erneut so geschickt die Regler, dass einer erfolgreichen Fortsetzung der Tanznacht nichts mehr im Wege stand. Man darf gespannt auf die nächsten CR-Events sein.

Playlist [de:ad:cibel]:
Hotel Lux
B.I.I.D.
Human Product
Architecture
Selektionsfunktion
Nobody hurts me like I do
One of 47
Jerusalem Syndrom
Too tired to consume
Monster Train
---
Phantom Pain
Self-fulfilling Prophecy



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