Amorphis

"Ein ganzes Ei ist stabiler als viele kaputte!"


Über die Jahre hat diese finnische Band ihrem Namen wahrlich alle Ehre gemacht. Keine ihrer Erscheinungsformen war für die Ewigkeit gemacht und bis auf die beiden Gründungsmitglieder Tomi Koivusaari und Esa Holopainen (beide Gitarre) wurden alle anderen Musiker ausgetauscht und der Sänger wechselte bereits gar zwei Mal.
 
Interview: Torsten Pape //   Foto: Stefan De Batselier //   
 

Alle ausgetauscht bis auf zwei: Amorphis

 



 
 

»In meinem Leben kommt die Kalevala nur vor, wenn Tomi unsere Songs singt!«

Niclas Etelävuori
 
 
 

 

Amorphis
„The beginning of times“
Mit ihrem mittlerweile zehnten Studioalbum präsentieren die Finnen einen wahren Koloss. Thematisch wurde man mal wieder vom schier unerschöpflichen Nationalepos Kalevala inspiriert, widmet sich jedoch erstmals der Hauptfigur Väinämöinen. Das ist schöner, aber auch schön schwerer Stoff, der musikalisch äußerst vielseitig umgesetzt wird. Man kann im Grunde behaupten, dass wirklich alle Facetten der über zwanzigjährigen Bandgeschichte bedacht wurden. Folkloristische Elemente treffen auf (todes-) metallische Ausbrüche und dunkle bis hymnische Atmosphären wechseln sich mit progressiven Elementen ab. Alle Songs wirken kraftvoll, das Songwriting ist exzellent und das Vorhandensein toller Melodien versteht sich von selbst. Mächtig und gewaltig! (Torsten Pape)
VÖ: 27.05.11 // Nuclear Blast

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

inst dem Death Metal-Lager zugehörig, hatte jedoch auch diese stilistische Einordnung nicht lange Bestand. Seit Mitte der Neunziger Jahre kann man Amorphis dem melodischen Rock zuordnen, der sich nicht scheut, mit gotischen und progressiven Elementen zu kokettieren. Mit dem neuen Opus „The beginning of times“ wird nun ein hymnisches Album abgeliefert, das sich thematisch erneut mit der finnischen Sagensammlung Kalevala befasst.


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BODYSTYLER: Ihr habt in Eurer Karriere mehrere Besetzungswechsel durchlaufen, was für viele Bands den Todesstoß bedeutet hätte. Stattdessen habt Ihr das gut überstanden und scheint stärker als je zuvor zu sein. Was ist das Geheimnis Eures lang anhaltenden und wachsenden Erfolges?
Niclas Etelävuori: Ich vermute, dass wir das, was Amorphis von Beginn an ausmacht, erkannt und über die Jahre erhalten haben. Die jetzige Besetzung ist zudem die am meisten fokussierte und jeder bringt sich wirklich hundertprozentig ein.
BODYSTYLER: Gab es einen Einfluss oder einen Katalysator, der für die zunehmend präsenteren progressiven Elemente auf dem neuen Album verantwortlich ist?
Etelävuori: Nicht wirklich. Es gab sie ja schon immer bei uns und auf „Beginning of times“ sind sie nun etwas in den Vordergrund gerückt. Die Art, wie wir das umgesetzt haben, bringt für meinen Geschmack eine gewisse Frische mit sich.
BODYSTYLER: Auf der anderen Seite nähert Ihr Euch wieder etwas Euren Death-Metal-Wurzeln an und spielt erneut mit Stimmungen, die auch für die Gothic-Szene interessant sein könnten. Was macht für Euch den besonderen Reiz daran aus, diese Stile miteinander zu verbinden?
Etelävuori: Wir sind einfach selbst Liebhaber all dieser Elemente und Stilistiken und haben keinerlei Scheu davor, sie zu kombinieren. Das bringt letztendlich auch viel Abwechslung in unsere Live-Sets.
BODYSTYLER: „The beginning of times“ ist ein weiteres Album, das sich mit den Geschichten der Kalevala beschäftigt. Wie sehr spielt diese eigentlich in Eurem Privatleben eine Rolle? Welche Relevanz haben diese Sagen für die heutige Zeit?
Etelävuori: Das sind nun mal überlieferte Märchen und enthalten somit alte Weisheiten, zu denen man heutzutage durchaus einen Bezug herstellen kann, wenn man sich intensiv mit ihnen beschäftigt. In meinem Leben kommen sie jedoch nur vor, wenn Tomi (Joutsen) unsere Songs singt. Das sind coole Geschichten, aber es gibt auch andere coole Geschichten.
BODYSTYLER: Sicherlich kennt Ihr noch andere Bands, die sich mit der Kalevala beschäftigen. Könnt Ihr eventuell noch die eine oder andere empfehlen, falls sich jemand noch intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen möchte?
Etelävuori: Es gibt natürlich viele andere finnische Bands aus den verschiedensten Genres, die sich von der Kalevala inspirieren lassen. Piirpauke ist zum Beispiel eine alte Folk-/Prog-Band, die sich mit diesen Geschichten beschäftigt.
BODYSTYLER: Der Legende nach gab es zu Beginn der Zeit sieben Eier, aus deren Schalen die Welt erschaffen wurde. Hört sich nicht sehr stabil an, oder?
Etelävuori: Es existieren verschiedene Versionen dieser Legende. Bei einer ist es sogar nur ein Ei, da die anderen ins Wasser fielen und dabei zerbrachen.
BODYSTYLER: Ist es dieses Ei, das man auf dem Albumcover sieht?
Etelävuori: Ja, das ist dieses Ei, das das Goldene Auge in den Schoß von Ilmatar legte und aus dem später Väinämöinen geboren wurde, um alles andere zu erschaffen.

BODYSTYLER: Das ist Euer zehntes Album. Herzlichen Glückwunsch! Wie gedenkt Ihr dieses Jubiläum zu feiern?
Etelävuori: Wie gewöhnlich: Wir gehen auf Tour. Unterwegs wird es bestimmt ein paar Feierlichkeiten geben. //




Homepage: Amorphis.net

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