Apparat

"Mein Leben wäre ohne Computer oder Internet unbeschwerter!"


Wie es sich für einen tadellosen Apparat gehört, versorgt uns dieses Projekt seit nunmehr zehn Jahren mit klar strukturierten, aber dennoch experimentellen und immer aufregenden elektronischen Klängen, die zwischen der Einladung auf die Tanzfläche oder auf´s heimische Sofa pendeln. Das aktuelle Werk „The devil´s walk“ verführt mit Bandbesetzung und Songwriter Konzeption mehr zur chilligen Variante. Der BODYSTYLER hat beim Erfinder des APPARAT Sascha Ring mal die Hintergründe justiert.

 
Interview: Spider //      Foto: Constantin Falk //
Artikel Weitersagen »
 

Apparat vorm (Foto) Apparat

 



 
 

»Man wird so mit sinnlosen Informationen überflutet, das kann nicht gesund sein!«

Zum Computer und Internet und umgekehrt
 
 
 
 

APPARAT
„The devil´s walk“
Es ist nicht so dass das Vorgänger Album „Walls“ ein sprühendes Party Album war, trotzdem beschreitet Sascha Ring auf „The devil´s walk“ deutlich melancholischere Wege. Einen Einfluss darauf hat sicher das Heranwachsen des Projekts Apparat zur Band Apparat. Mit natürlichen Instrumenten und mehr Gesang lässt sich eindeutig eine wärmere seufzerische Mummel Atmosphäre gestalten. Dass dabei die elektronischen Spielereien weiterhin eine Rolle spielen dürfen macht die Symbiose aus Tüftelei und Komposition perfekt. Entstanden sind keine episch strukturierten Jahrhundert Songs aber ein Album mit viel Tiefgang dessen Atmosphäre beständig über einen langen Zeitraum begeistern wird. Hier finden ruhelose Gedanken eine dankbare Heimat in Texten über Glück und Enttäuschungen des Lebens die man einfach ab und an geborgen in einem Haus aus Klängen sortieren möchte. (Spider)
VÖ: 23.09.2011 // Mute





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

ein neues Album versetzt einen in einen Zustand kuscheliger Wärme und Geborgenheit, heißt aber „The Devil´s Walk“. Willst Du noch mehr Schäfchen der katholischen Kirche auf die Gegenseite locken?


Anzeige | Eigene schalten »



Sascha: Die Platte besteht eigentlich aus Ideen, die sich bei mir über die letzten 5 Jahre angehäuft haben. Ich habe irgendwann angefangen, zuhause am Klavier Songs zu schreiben und mit meinem Telefon oder irgendwie anders festzuhalten. Das Thema ist so nach und nach in mir gereift und nach „Moderat“ fühlte ich, dass es für mich an der Zeit war, daraus eine Platte zu machen. Alles ist also aus einen inneren Bedürfnis heraus entstanden, über andere Leute und wie diese die Songs aufnehmen werden, habe ich da nicht nachgedacht.
BODYSTYLER: Deine neuen Songs scheinen mehr in die unendliche Weite unberührter Natur zu passen, denn in die beengte Großstadtatmosphäre Berlins. Wo und wie sind sie entstanden? Handeln sie von der Realität oder sind sie eher eine Flucht aus dieser?
Sascha: Wir haben einen Teil der Platte in Mexiko aufgenommen. Ich hab da mit ein paar Freunden für zwei Monate in einem ziemlich tollen Haus Musik gemacht. Das war so ne Art Bandcamp. Aber ich hab eigentlich nicht das Gefühl, dass das die Musik sonderlich beeinflusst hat. Ich finde es interessant, dass du diese Assoziationen zu „The devil´s walk“ hast, ich hab tatsächlich die letzten Jahre immer wieder die Stadt verlassen, wenn ich nur konnte, also insofern schon eine Art Flucht betrieben. Die Stadt steht für mich für mein eingefahrenes Leben mit festen Abläufen, Businessemails und Telefonklingeln. Natürlich auch für viele zwischenmenschliche Glücks- und weniger glückliche Momente. Von denen handelt "The devil's walk" größtenteils.
BODYSTYLER: Würdest Du Dich selbst eher als kopflos und aufs Bauchgefühl vertrauend bezeichnen oder bist Du eher der klar analytische Denker?
Sascha: Ich bin ganz klar der analytische Denker. So hab ich jahrelang Musik gemacht. Bei dieser Platte hab ich versucht, da ein bisschen von loszukommen. Deshalb ist da auch soviel Gesang drauf. Die Stimme ist ein total intuitives Instrument. in den besten Momenten fängt man einfach an zu singen und es scheint, als würde die Idee geradewegs aus dem Nichts durch deine Stimme auf Band transportiert werden. Das geht nicht so direkt mit Instrumenten, die zB. deine Hände als Interface benötigen.
BODYSTYLER: Ohne welche Apparate wäre Dein tägliches Leben viel beschwerlicher und welche würdest Du noch gerne erfinden?
Sascha: Ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass ich mir manchmal denke, dass mein Leben ohne Computer oder zumindest Internet unbeschwerter wäre. Man wird so mit zumeist sinnlosen Informationen überflutet, das kann nicht gesund sein. Ich versuche, mich immer mehr dem zu entziehen, aber das ist eine schwierige Mission.
BODYSTYLER: Was erwartet uns auf Eurer gemeinsamen Tour mit Warren Suicide? Und warum sollte man sich neben Deinem neuem Album auch unbedingt deren „World Warren III“ zulegen?
Sascha: Ich finde es total toll, dass wir das hinbekommen haben. Nackt von Warren Suicide hat mir als Co Produzent mehr als einmal den Arsch gerettet. Wir waren beide irgendwie auf dem gleichen (akustischen) Film und deshalb spielt er jetzt auch ein Warren-Set mit Streichern und Piano. Und es funktioniert tadellos. Dadurch hab ich erstmal realisiert, wie gut die Songs auf der Warren Suicide-Platte sind. Wenn man Musik in solch einen anderen Kontext stellen kann und der Song nicht darunter leidet, bedeutet das, dass der Song einfach stark ist! //

Apparat on Tour
31.10 Leipzig - Centraltheater
02.11 Frankfurt – Mousonturm
09.11 München – Kammerspiele
10.11 Stuttgart – Waagenhallen
11.11 Heidelberg – Enjoy Jazz Festival
12.11 Dresden – Beatpool
19.12 Berlin - HAU



Web: apparat.net

© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //

Artikel Weitersagen »


Das kostenlose Electro-Abo von BODYSTYLER! Immer die neueste Ausgabe als e-Book in Deinen E-Mail-Briefkasten? Hier
 
 
Anzeigen | Eigene schalten »