aleska Steiner und Sonja Glass wurden im Studio von diversen Musikern unterstützt und das Debütalbum trägt den Namen „Mutual friends”. Lasst Euch von der einzigartigen Stimme, den feinen Songstrukturen, dem radioerprobten Sommer-Hit „Little numbers”, aber auch den tollen Videos im Netz ein Lächeln ins Gesicht zaubern und genießt den ausklingenden Sommer!

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BODYSTYLER: Wie fühlt Ihr Euch in der aktuellen musikalischen Konstellation, sozusagen als BOY-Band?
Boy:
Sehr gut.
Valeska: Das ist unser erstes richtiges Album. Wir sind schon glücklich.
BODYSTYLER: Wie würdet Ihr denn beschreiben, in welchem Stadium sich Eure Band derzeit befindet? Sind es noch die Kinderschuhe, schon die Pubertät oder ist sie gar schon erwachsen?
Sonja: Wenn man davon ausgeht, dass das Album noch nicht erschienen ist, vielleicht noch nicht ganz erwachsen. Es ist uns jedoch schon ein bisschen entwachsen, da wir es jetzt langsam aus der Hand geben.
BODYSTYLER: Habt Ihr Euch denn bei der Namensgebung überhaupt einmal Gedanken darüber gemacht, dass sich die armen Journalisten irgendwann bei Euch bestimmt richtig unbeliebt machen werden mit ihren ständigen Fragen nach der Bedeutung?
Sonja: Nein, haben wir natürlich nicht. Aber wird nicht jede Band andauernd nach ihrem Namen gefragt?
BODYSTYLER: Ich hab jedenfalls nicht nach der Bedeutung gefragt, aber der Name ist schon ein guter Aufhänger und man kann viel damit anstellen...
Valeska: Also willst Du nicht wissen, warum wir uns so genannt haben?
BODYSTYLER: Nein.
Valeska: Danke! Du bist echt der erste, der das nicht wissen will. Dann sagen wir es auch nicht.
BODYSTYLER: Supi. Von Euch findet man im Netz ja noch nicht so viele Informationen / Berichte...
Sonja: Das liegt vielleicht an unserem Namen, den man nicht so leicht googlen kann...
Valeska: Wir sind aber schon aktiv und pflegen zum Beispiel unsere Facebook-Seite sehr häufig
BODYSTYLER: Ich wollte vielleicht auch dahin, dass Ihr Euch eher über die altmodische Live-Schiene einen kleinen Namen erspielt habt...
Sonja: Es ist wirklich schön, wenn man sieht, dass das heutzutage noch funktioniert. Wir freuen uns riesig, dass man sich über die vielen Support-Gigs, die Gunst der Leute im wahrsten Sinne des Wortes erspielen kann.
Valeska: Ich bin auch froh darüber, weil ich denke, dass das einen viel nachhaltigeren Effekt hat, als wenn man nur im Netz als die neue geile Band angekündigt wird. So hat man ein gemeinsames Erlebnis mit dem Publikum, das mehr bekommt als ein paar Demosongs und schicke Fotos.
Sonja: Wir haben uns das aber nicht vorher überlegt, sondern alles ist ganz natürlich so gewachsen.
BODYSTYLER: Inwiefern hat das Livespielen eigentlich die Songs oder deren Entstehung verändert?
Valeska: Das ist eine lustige Geschichte, da die ersten Aufnahmen und Ideen bereits Bandcharakter hatten. Für die Auftritte, die wir ja bis jetzt nur zu zweit absolviert haben, mussten wir also ganz schön umdenken und reduzieren. Sonja musste zum Beispiel viel Gitarre spielen und das Cello wieder auspacken, was ja gar nicht mehr so ihre Instrumente sind. Für die kommenden Konzerte sind wir im Bandgefüge noch gar nicht richtig eingespielt. Das geht ja alles erst los.
BODYSTYLER: Ich hab vorhin im Auto mal wieder überlegt, ob Eure Platte nun ein Sommer- oder ein Herbst-Album ist? Was würdet Ihr denn sagen?
Valeska: Zu welchem Schluss bist Du denn gekommen?
BODYSTYLER: Also im Sommer, bei Sonnenschein funktioniert sie schon mal sehr gut und auch abends, wenn man im Dunkeln durch die Straßen läuft. Jetzt warte ich auf den Herbst.
Sonja: Wir haben uns darüber, ehrlich gesagt, auch schon Gedanken gemacht. Die Songs funktionieren definitiv im Sommer, aber eigentlich verstehen wir das Album als Herbst-Platte. Vielleicht auch für den Übergang, das Erscheinen im September ist also perfekt.
BODYSTYLER: Man hört in den Songs viele melancholische Töne, aber sie scheinen auch zu sagen: „Mach weiter, egal, wie es hinter dir ausschaut.”
Sonja: Ich empfinde es eher als eine Sehnsucht, die ausgedrückt wird, als dass es etwas Schlechtes gibt, das man hinter sich lässt. Außerdem ein Erinnern an die guten Zeiten, die man erlebt hat und die Vorfreude auf das, was vor einem liegt.
BODYSTYLER: Lebt Ihr eigentlich mehr in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft?
Sonja: Nach einer Phase, in der ich sehr oft in die Zukunft geschaut habe, lebe ich momentan sehr im Hier und Jetzt.
Valeska: Ich konnte mir noch nie gut vorstellen, was einmal sein wird, sondern lebe eher im Jetzt oder habe nostalgische Gefühle.
Sonja: Ich finde die Formulierung von vorhin trotzdem gut, da sie zwar nicht unbedingt den Inhalt des Albums, aber schon unsere Einstellung und unseren Weg sehr gut beschreibt. Vor einem Jahr sah alles für uns gar nicht so gut aus und da war es enorm wichtig, dass wir nicht aufgegeben haben. Wir haben zu dieser Zeit eine Plattenfirma gesucht und sind nicht gerade auf wahnsinniges Interesse gestoßen. Wir haben dann sehr viel live gespielt und eine Förderung bekommen, die es uns sogar ermöglicht hätte, das Album komplett allein herauszubringen. In diesem Moment, als wir uns gerade entschlossen und entspannt hatten, kam dann doch noch ein Angebot. Es war also wichtig, nicht aufzugeben und nach vorn zu schauen.
BODYSTYLER: Ein anderer Eindruck, den man von dem Album gewinnen kann, ist der der Unbeschwertheit. Seid Ihr unbeschwert?
Sonja: Haha! Ich hab oft das Gefühl, dass Valeska unbeschwerter ist als ich. Ich weiß nicht woran das liegt. Im Moment bin ich aber auch sehr beschwingt. Es ist jedenfalls schön, wenn unsere Musik so rüberkommt. Es gefällt mir, wenn sie Leichtigkeit vermitteln kann.
BODYSTYLER: Dann kommen wir doch mal zum Song „Railway”. Man denkt an endlose Weiten, spürt den Wind im Gesicht und fühlt sich frei. Andererseits ist man im Zug jedoch auch irgendwie gefangen.
Valeska: Normalerweise schickt Sonja mir eine musikalische Idee und ich singe dann was drüber oder habe direkt einen Text parat. Hier gab die Musik eine gewisse Stimmung vor, der ich einfach gefolgt bin. Man sitzt im Zug, Dinge ziehen vorüber, die man jedoch gar nicht wahrnimmt, weil man an jemanden denkt.
Sonja: Ich hab den Text immer so verstanden, dass man jemanden zurück lässt. Der Zug hilft einem, von etwas weg zu kommen.
Valeska: Ich finde den Gedanken auch schön, dass man sich bewegt, obwohl man sich selbst nicht bewegt. Man wird bewegt.
BODYSTYLER: Beschreibt doch mal bitte die Situation, in der man darüber nachdenkt, dass das englische Wort „Waitress” etwas mit Warten zu tun hat, ganz im Gegensatz zu den deutschen Begriffen 'Bedienung' / 'Kellnerin'.
Valeska: Das ist schon Glück, wenn einem so etwas auffällt, aber wann genau das passiert ist, kann ich gar nicht sagen. Ich kellnere schon lange und manchmal hat das sehr viel mit Warten zu tun. Diesen Geistesblitz habe ich mir, glaube ich, nicht mal auf der Arbeit aufgeschrieben.
BODYSTYLER: Warum lässt die Kellnerin im Song am Ende eigentlich alles fallen? Ist es Ungeschick oder Wut?
Valeska: Vielleicht explodiert ja auch etwas und es geht endlich mit etwas los. Scherben als Neuanfang...
BODYSTYLER: Ein Song, der lange gebraucht hat, um bei mir zu zünden, ist „Skin”. Dann hat er sich jedoch nachhaltig festgesetzt und ist sehr intensiv. Das Saxofon setzt die richtigen Akzente...
Valeska: Das ist eigentlich eine Klarinette...
Sonja: Macht aber nix. Ich find auch, dass das ganz schön saxofonisch klingt (lacht)
BODYSTYLER: Dann ist ja gut (lacht). Jedenfalls hat mich dieses Lied ganz hinterlistig erwischt. Ich glaube sogar, als ich es mal über Kopfhörer gehört habe..
Sonja: Dann tun sich Welten auf, oder? Als Duo spielen wir es übrigens ganz anders, eher songwritermäßig mit vielen Schrammelgitarren. Den Leuten im Text geht es ja nicht so wahnsinnig gut und die Akustikversion umarmt sie vielleicht ein bisschen mehr als die Albumversion, die eher kühl und beobachtend ist. Vielleicht geht letztere einem deshalb nicht gleich so nah. Übrigens wurde dieser Song bereits drei Mal auf Youtube gecovert, was uns wahnsinnig gefreut hat. Wir kriegen jedenfalls ganz viele Reaktionen darauf, aber viele scheinen diesen Track sehr zu mögen.
BODYSTYLER: Vielleicht sind es auch die Bilder und Formulierungen, die erst nach und nach wirken. Ich finde ja besonders schön: „Walking through a dark apartment, looking for a friendly face” oder das Polaroid am Kühlschrank. Wo kommt das her?
Valeska: Es ist in letzter Zeit Mode geworden, vielleicht durch Facebook und ähnliche Portale, dass man ganz viele Fotos von sich haben muss, auf denen man Spaß hat. Man will zeigen, wie cool das Leben ist und wie viele Freunde man hat. Das wird dann absurd, wenn man sich diese Bilder anschaut, wenn es einem nicht so gut geht. Man fragt sich, ob man wirklich so viele Freunde hat, wenn man doch gerade so allein ist.
BODYSTYLER: Der letzte Song, auf den ich Euch ansprechen will, ist „Silver Streets”. Ich muss sagen, dass ich lange kein so schönes 'Lalalala' gehört habe...
Boy: (lachen)
Sonja: Vor diesem Song drücken wir uns live immer, da es so schwer ist, das 'Lalalala' genau so hinzukriegen. Manchmal machen wir dann etwas anderes stattdessen, aber wenn Du zu unserem Konzert kommen solltest, geht das natürlich nicht. Da würdest Du ja etwas vermissen (lacht)
BODYSTYLER: Das ist richtig. Da würde was fehlen. Was darf man denn ansonsten von Eurem Konzert erwarten? Wie lange spielt Ihr überhaupt mit nur einem Album im Gepäck?
Sonja: Das haben wir uns auch schon gefragt.
Valeska: Vielleicht kommen ja bereits ein paar neue Songs dazu. Wir sammeln jedenfalls gerade Ideen. Es wird natürlich einen Akustik-Teil geben, aber wir werden wohl keinen Song doppelt spielen.
BODYSTYLER: Welche Coverversion würdet Ihr denn als fünfte Zugabe bringen?
Sonja: Als Duo spielen wir manchmal „Fred Jones Pt. 2” von Ben Folds, aber für die Bandauftritte haben wir uns noch keine Gedanken darüber gemacht.
BODYSTYLER: Dann lasse ich mich mal überraschen und freue mich auf das Konzert.
Boy: Danke! Wir auch. //


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