rstmal Glückwunsch zum romantischsten Cover seit Kuschelrock 7.! Nachdem Ihr das Studio mit Euren Kursen über lebensrettende Mund zu Mund-Beatmung finanziert habt: Wie lief das so, mit dem Komponieren und Musizieren?

Anzeige | Eigene schalten »

Capas: Bestens, zwischen all den knutschenden Pärchen, die wir zur Inspiration in unseren Aufnahmeräumen verteilt haben. Die Songs haben wir zwei Jahre lang gesammelt, wachsen und gedeihen lassen, dann die schönsten ausgesiebt und mit Lieblingsproduzent Norman Kolodziej glattgebügelt. Nicht in irgendeiner Sound-Metropole, sondern bei uns in der ostdeutschen Waldprovinz. In einem kunterbunten Haus, zwischen Küche und Wohnzimmer. So musste auch kein Studio finanziert werden, und den Produzenten haben wir mit Leergut ausgezahlt. Davon hatten wir am Ende der Aufnahmen schließlich jede Menge.
Massen von Leergut findet man auch in der Bude jedes Black Metalers, während der Manga-Fan dies flugs entsorgt, dass Mama und Papa nichts mitbekommen.
BODYSTYLER: Euer Song „Aishite Night“ bezieht sich wohl auf die Manga-Serie? Hab ich aber nur über Wikipedia erforscht. Mein Wissen über Manga beschränkt sich auf folgendes. Ich finde, es sieht niedlicher aus, wenn sich Japanerinnen als Pandabärchen schminken, als wenn dies norwegische Black Metaler tun. Könnt ihr das bestätigen und gleichzeitig mein Wissen erweitern?
Capas: Der Titel kommt tatsächlich von einem japanischen Zeichentrick aus den Achtzigern, den wir als Kinder total geil fanden. Es ging um eine völlig überkitschte Rockband, eine Pizzabude, einen sprechenden Kater und jede Menge Herzschmerz. Das passt also super zum Song und erinnert uns wohlig warm ans Pausenklingeln in der dritten Klasse. Bezüglich der Pandabären: Japanerinnen sehen wohl grundsätzlich in ALLEN Verkleidungen niedlicher aus als norwegische Blackmetaler, auch wenn wir auf dem Gebiet nicht ganz neutral sind - wir haben unsere Kindheit zwischen Dragonball-Mangas und Anime-Tapes verbracht. Jetzt müssen wir, in Nostalgie schwelgend, Songs nach alten Leidenschaften benennen. Anschauen kann man sich das ja nicht mehr, ohne rot zu werden.
Ach, und ich dachte die roten Bäckchen kommen von der frischen Luft, welche die Naturburschen reichlich genießen. Dann widmen wir uns mal dem seriösen Zeichentrick Genre.
BODYSTYLER: Ihr kommt aus dem Kyffhäuser Wald und nennt Euch Captain Capa. Welche der beiden Figuren aus der Serie Futurama ist Euch charakterlich ähnlicher: Captain Zapp Brannigan oder Erster Offizier Kif?
Capas: Da wir aus zwei Knallköpfen bestehen, können wir getrost beide Rollen übernehmen. In uns steckt aber auch jede Menge von Frys Verpeiltheit. Außerdem haben wir beide nur ein Auge - ganz wie Leela.
Dann wollen wir mal ein Auge auf die nächste Frage werfen.
BODYSTYLER: Allgemein stieß ich bei meiner Recherche zu Euren Songs auf spannende Themen. Nächstes Beispiel „Malevil“ - ein Endzeitroman - ist nun auf meiner Leseliste. Deshalb bitte nicht das Ende verraten! Benutzt Ihr solche Themen als reine Utopie für coole Texte zu flotter Tanzmusik? Oder darf man sich durchaus auch inhaltlich mit Euch beschäftigen?
Capas: Zum Ende: Emmanuel schafft es tatsächlich, den dun...
BODYSTYLER: He, nicht! Nicht erzählen!
Capas: Spaß. Ich hör auf! Man darf sich gerne inhaltlich mit uns beschäftigen und unsere Songs in alle Himmelsrichtungen interpretieren. Das ist allerdings, bis auf wenige Ausnahmen, Herzschmerz-Stuff für Emokids, und davon schlummert ja nun MINDESTENS eins in jedem von uns. Der Song Malevil handelt generell von der Last auf dem Buckel, die man sich manchmal einbildet, weil man sich selbst und sein Leben zu ernst nimmt. Hier erinnerte die Grundstimmung im Song irgendwie an die drückende Atmosphäre im Buch, so dass wir es nach diesem kleinen Meisterwerk benennen mussten.
Wir haben aber auch kein Problem damit, wenn man sich für unsere Texte und Hintergründe überhaupt nicht interessiert, die Stimme als Instrument sieht und sich einfach vom Beat treiben lässt. Wichtig sind ja die Emotionen, die mit der Musik rüberschwappen, und die kommen auch durch, wenn wir Gibberish singen.
Nun tapsen ja gerade Leseratten und Emokids, gefangen in ihrer Suggestivwelt, recht unbedarft durch die Gegend. Dies scheint gefährlicher als es sich anhört.
BODYSTYLER: Basierend auf Eurem Song Ratgeber „It´s dangerous to go alone, take this“: Wohin sollten unsere Leser und Eure Hörer nie allein gehen? Und wenn doch, was sollten sie zu ihrem Schutz mitnehmen?
Capas: Generell: nirgendwo mehr hingehen, wenn es dunkel wird! IMMER Pfefferspray bei sich tragen! Noch besser: eine Kettensäge mit sich herumschleppen, wenn man sich schon nach Acht auf die Straße traut!
BODYSTYLER: Wirklich?
Capas: Ach, alles Quatsch, viel weniger Angst haben! Die Welt ist halb so wild. Aber, um beim Zitat zu bleiben: ein Master-Schwert und ein Triforce hilft natürlich immer.
Wild aber schön, so wird es sicher auch bei der kommenden Captain Capa-Tour zugehen. Da wir vom Bodystyler aber ein seltsam Völkchen sind, mal erkundet, ob wir dort willkommen sind.
BODYSTYLER: Unsere Leser sind, wenn männlich, entweder prollige Electro-Bären oder miesepetrig dreinblickende, schwarz gekleidete Spargel-Tarzane. Wenn weiblich, zickige Synthpop-Tussen im Sekretärinnen-Outfit oder aufreizende Girlies in engen Lackklamotten, die sich allerdings nur die Bilder angucken. Dürfen die sich unter Euer Publikum mischen, das wie folgt aussieht?
Capas: Solange sie die zerbrechlichen Indie-Vöglein, Audiolith-Buddies und Rave-Emos unseres Publikums nicht AUFmischen, ist alles erlaubt. Ansonsten klingt eure Leserschaft ganz nach unserem Geschmack. Vor beschriebenen Electrobären und Stylegirlies haben wir unsere ersten Gehversuche als Electro-Combo gemacht und sind teilweise böse auf die Nase gefallen. Das ist zum Glück inzwischen ein paar Jahre her, vielleicht können wir wieder Frieden schließen. "EURE ÜBERGÄNGE SIND SCHEISSE!! WIE IHR SEID NE LIVEBAND!? EURE ÜBERGÄNGE SIND TROTZDEM SCHEISSE!!"
Keine Bange, wir saven auch euer Life. Ihr müsst euch nur ran trauen und uns eure Seele verkaufen.
Konzertticket-Verlosung
Für alle, denen ihre Seele zu teuer ist, verlost der Bodystyler in Kooperation mit Audiolith je 2 x 2 Tickets für jedes Konzert der Tour. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Captain Capa“, unter Angabe Euer Wunschstadt und Eurem vollständigem Namen an redaktion@electrozine.net senden und Glück haben.
10.06.2011: Berlin (D), About:Blank
17.06.2011: Nordhausen (D), Destille
18.06.2011: Eisenach (D), Schlachthof
01.07.2011: Mühlhausen (D), Kulturfabrik
06.07.2011: Osnabrück (D), Schools Out
09.07.2011: Stapelmoor (D), Park
22.07.2011: Freiburg (D), tba
13.08.2011: Brake (D), Waterquake

Homepage: CaptainCapa.de/Wordpress
© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //


|