uer neues Album "Vernes - Monde" beruft sich in den Melodien wieder mehr auf Eure Anfangstage. Die Kompositionen ruhen aber nach wie vor auf einem traditionellen Bandgefüge. Auch wenn sie nicht mehr so rockig sind, wie auf den beiden Vorgängern. Habt ihr Euren idealen Sound damit gefunden?

Anzeige
Eigene Werbung schalten »

Jean-Christophe d'Arnell: Eigentlich kann ich nur sagen, dass wir wahrscheinlich den Sound, der am meisten für dieses Album geeignet ist, gefunden haben! Wie man weiß, haben wir immer versucht, Arten von Konzeptalben zu machen, so war das Wchtigste für uns, damit die Komposition gelang, den Klang an die wichtige Atmosphäre, die durch die Texte gezeichnet wird, anzupassen. Aber ich habe auch bemerkt, als wir “Tristesse des Mânes” (Neo Klassik-Album im Geiste der Melodien des 19. Jahrhunderts) oder “The bower of despair” (mehr elektronisch) komponierten, sich jeder in der Band danach fühlte, einen ganz anderen Klang in Collection d’Arnell-Andrea zu bringen. Aber in Wirklichkeit zeigten die Kritiken und das Feedback der Fans, dass all diese Klänge, Kammerorchester und/oder elektronisches Line-Up, letztendlich zum Hauptsound von Collection d’Arnell-Andrea gehören.
Musikalisch führen also alle Wege in eine gemeinsame Welt. Und wie sieht es textlich aus?
BODYSTYLER: In Deinem Pressetext heißt es, dass Deine Texte von einem anderen Zeitalter beeinflusst sind. Von einem realen oder einem fiktiven?
Jean-Christophe d'Arnell: Wie so oft wählte ich die Form von kurzen Gedichten, meist in französisch dieser Zeit geschrieben, und versuchte einen Traum von der Natur zu beschreiben, die von gesichtslosen Faunen und schlafenden Flüssen besiedelt ist und in der die Wanderungen des Menschen auf der Suche nach Ewigkeit für immer verloren sind. Meine wichtigste Inspirationsquelle bleibt die Natur und manchmal scheint es so, das die Vergangenheit mehr ewig und universal ist als die Gegenwart.
BODYSTYLER: Welche Bedeutung hat darin dann die Erlenwelt ("Vernes-Monde")?
Jean-Christophe d'Arnell: Der Titel "Vernes-Monde" im Sinne einer Welt, die von Erlen bevölkert ist, erinnert an den Ort des "Übergangs", der für mich durch die „Toten Gewässer“ (Teiche, Sümpfe), aber auch von Flüssen und Bächen repräsentiert wird. Dunkle Gewässer, wie Pfade zu dem imaginären Mann. "Wechsel" von einem Zustand in einen anderen: Von der Verwirrung zur Gelassenheit (Koller). Von der Realität zur Phantasie (Traum). Von Sicherheit zu Zweifeln (Reflexion). Vom Leben zum Tod (Selbstmord). Vom Tod in eine andere Welt (Glaube), etc.
BODYSTYLER: Könnte man also sagen, Deine Texte pendeln von Idylle und Geborgenheit zu Grauen und Furcht?
Jean-Christophe d'Arnell: Wahrscheinlich, weil die Natur, von der ich spreche, scheint sowohl als Zufluchtsort, als auch Grab gut beschrieben. Ewigkeit ist ein Traum, ein eitler Traum. Und die Natur hilft uns, einige Fragmente einer Ewigkeit zu fühlen, die wir nie bekommen. Der Platz des Menschen in der Natur scheint so rührend und so katastrophal.
Einen großen Teil diesen katastrophalen Platzes nimmt sicher die Technik ein. Und speziell das Internet mit seinen virtuellen Welten scheint das Abbild von der Abkehr zur Natur zu sein.
BODYSTYLER: Eure Facebook-Seite scheint ziemlich neu zu sein. Was hältst Du von sozialen Netzwerken? Wie nutzt Du sie als Künstler und wie als Privatmensch?
Jean-Christophe d'Arnell: Eigentlich dachte ich, dass eine Website genügt, um einiges an Informationen zu bringen, z.B. Diskografie, Konzerte, Neuigkeiten, Fotos... und um Collection d’Arnell-Andrea Fans zu vereinen. Aber ich lag wahrscheinlich falsch. Die sozialen Netzwerke scheinen einen großen Platz in der Beziehung zwischen den Menschen einzunehmen und auch unser Label hat uns ermutigt unsere offizielle Facebook-Seite zu erstellen! Also nutze ich es, vor allem als Musiker, und versuche mich dabei auf Kommunikationsverbindungen der "alten Schule" zu konzentrieren: Telefon, E-Mail, Postkarten und reale Treffen!!
Will man uns Bodystyler-Schreibervolk treffen, muß man sich auf die beschwerliche Reise nach Potsdam wagen. Das könnte sich aber lohnen.
BODYSTYLER: Das Herz unser Redaktion schlägt in Potsdam, ganz in der Nähe von Park und Schloss Sanssouci. Meinst du, wir können die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten davon überzeugen, dort ein Konzert von Euch zu genehmigen?
Jean-Christophe d'Arnell: Sehr schöne Idee! Wir würden uns wirklich freuen, in Deutschland wieder ein Konzert zu spielen. Das letzte Mal, das wir hier live spielten, war im Jahr 2008 für das berühmte Wave Gotik Treffen in Leipzig. Wir könnten ein sehr ruhiges, aber auch sehr dunkles Konzert mit einem Flügel, Cello, Bratsche und Gesang vorschlagen. Etwas, das zu einem solchen Palast passt.
BODYSTYLER: Ich sehe die Schlagzeile schon ganz deutlich vor mir: „Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und der Bodystyler präsentieren: Kultur für Elektrobärchen!“ Hast Du noch Fragen an uns?
Jean-Christophe d'Arnell: Zu welchem Zeitpunkt sollen wir voraussichtlich für den Sound-Check kommen?! (zwinkert)
BODYSTYLER: Horsti, wo ist unser Mischpult ? (brüllt) //

Homepage: cdaa.free.fr
© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //

|