hys, Dein neues Album fließt musikalisch in diverse Richtungen. Doch thematisch scheint es einer Linie zu folgen. So scheint es auch eine Verkettung zu sein, dass der Titel des Albums "Exilarch" lautet und es mit einem Song namens "Oligarch" beendet wird. Kannst Du uns etwas in Deine Gedankenwelt, zur Entstehung und Idee, hinter dem Werk einführen?

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Rhys Fulber: Ein Großteil dieses Album wurde von einem 1970er Thema inspiriert. Elektronische Musik aus dieser Zeit ist ein großer Einfluss für mich und das 70er Jahre Element eignet sich für die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens, für die ich eine Besessenheit entwickelt habe. Ich stehe auf Geo-Politik, insbesondere der weniger bekannten Orte, was mich zu den Ländern mit den "stan"-Endungen führte. Exilarchen sind verbannte Führer aus Persien und Usbekistan und Oligarch ist ein Wort, das ich liebe.
Grundsätzlich schrieb ich das Lied um das Wort. Googelt, wenn Ihr nicht wisst was es bedeutet. Ein anderes Leitmotiv dieses Albums ist ein kaum gehemmter kreativer Prozess. Ich habe buchstäblich nur das getan, wonach ich mich fühlte, machte mir keine Sorgen darüber, was andere Leute denken, erlebte damit die Wiederentdeckung meiner frühesten elektronischen Einflüsse, die fast alle ein Mellotron enthalten.
Erklärbär: Ein Oligarch ist so ein Typ mit massig Kohle, mittels der er versucht, die Macht in seiner Heimatregion an sich zu reißen. Siehe Lustiges Taschenbuch, Dagobert Duck.
Ein Mellotron ist ein elektromechanisches Tasteninstrument, das ulkige Töne erzeugt und nicht zu verwechseln ist mit der Band Melotron, die mit Nothing to Fear, Patenbrigade: Wolff und Zelle 40 um die Top-Position der Brandenburger Electro-Lieblinge kämpft.
Aber wir schweifen ab. Zurück zu Rhys.
BODYSTYLER: Irgendwie scheinst Du immer am Werkeln zu sein. Sei es als Musiker, Remixer oder Produzent. Fliegen die Dir die Ideen nur so zu? Schläfst Du überhaupt?
Fulber: Ich schlafe ein bisschen, aber nur, um den totalen Wahnsinn zu vermeiden. Das Remixen und Produzieren ist so etwas wie mein Job. Allerdings kann man sagen, das ich für ihn lebe und ihn sehr genieße. Die meiste Zeit kann ich mit Ideen verbringen und wenn ich keine habe, benötige ich nur einen freien Tag und alles ist prima.
Rhys Fulber:
»Oligarch ist ein Wort, das ich liebe!«
BODYSTYLER: Wirklich alles immer prima? Du hast diverse Gastsängerinnen, herrscht da nicht manchmal auch Zickenkrieg?
Fulber: Nein, nie zwischen den Sängerinnen, weil sie sich nie treffen. Der einzige mit einem Problem bin ich. Ich bin anspruchsvoll, unter anderem, wie man so hört.
Und warum durften die Amis seine anspruchsvolle Musik viel früher hören als wir?
BODYSTYLER: Kam Dein Mastertape eigentlich per Schiff von Amerika nach Deutschland oder warum wurde das Album hier 4 Monate später veröffentlicht? Damit hast Du das Weihnachtsgeschäft verpasst.
Fulber: Es war in Wahrheit eine Brieftaube. Sie nahm eine falsche Abzweigung auf Island und in Spitzbergen endete tragisch in der bitteren Kälte ihr Leben. Ein Schlittenhund-Team barg schließlich das Mastertape, was einige Zeit dauerte...
Eine Geschichte wie geschaffen für einen Hollywood Blockbuster.
BODYSTYLER: Gerade waren die Oscar Verleihungen. Welcher Film hätte dieses Jahr, Deiner Meinung nach, den Oscar verdient und welcher die Goldene Himbeere?
Fulber: Ich bin ca. 3 Jahre hinterher bei Filmen. Ich bin gerade bei "District 9", den ich vor ein paar Monaten sah. Ich habe jedes Jahr die gleiche Wahl für beide Auszeichnungen "The Room". Leit ihn euch sofort aus!
BODYSTYLER: Hast Du Trent Reznor schon gratuliert?
Fulber: Ich kenne Trent nicht persönlich, aber gut für ihn. Er ist ein großartiger Musiker und verdient seine Auszeichnungen.
Und der Rhys verdient sich ebenfalls seine Lorbeeren. Kategorievorschläge, von Euch werten Lesern, sind willkommen. //

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