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Covenant

"Wir sind alle Dickköpfe und wenig kompromissbereite Menschen!"


Kaum ein Album im Electrobereich wurde in letzter Zeit wohl so sehnsüchtig erwartet wie "Modern Ruin", das neue Werk von Eskil Simonsson, Joakim Montelius und Daniel Myer. Vor allem aufgrund des Beitritts von Herrn Myer war man gespannt, wie sich dies wohl auf den Gesamtsound des Albums auswirken mochte, aber auch mal ganz abgesehen vom Personalwechsel waren die letzten Jahre für die Band doch eher von der turbulenten Sorte. Joakim nahm sich aus diesem Anlass gern Zeit für unsere fragwürdigen Fragen.

 
Interview: Julia Beyer //   
 

Drei sind keiner zu viel: Covenant

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14 Seiten Covenant in BODYSTYLER #40 »
 
 

»Von IKEA haben wir für den Drehstuhl "Joakim" keinen einzigen Cent gesehen. Momentan arbeiten sie an einer Multimediamöbel-Reihe namens "Daniel"!«

Wann kommt das Sofa Eskil?
 

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Covenant
"Modern Ruin"
Wer hat, der kann! — sagt der Volksmund. Angewendet auf die schwedischen Dancefloor-Hymnen-Designer, könnte diese Aussage als Beschreibung der Qualität, die sie seit so vielen Jahren liefern, treffender nicht sein. Auf Modern Ruin wird dies deutlicher denn je. Gesanglich zwar zurückhaltender als frühere Werke, dafür musikalisch und kompositorisch aber umso voluminöser, ausgeklügelter und schlicht weg fantastischer, präsentiert sich das neue Album. Ob und inwiefern dieser qualitative Zuwachs auch der Mitwirkung von Daniel Myer zu verdanken ist, der nun auch bei Covenant agiert, mag an dieser Stelle unbeurteilt bleiben. Der versonnene, fast schon meditative Charakter der Songs, lässt sich jedoch durchaus auch als für ihn typisch interpretieren. Aber egal warum, wieso und weshalb, Modern Ruin ist der Aufbruch in eine neue musikalische Zeitrechnung - nicht nur für Covenant. Wer hat, der kann! (Frank Bentert)




Covenant sahen schon immer älter aus als ihre Genrekollegen - und sie klingen auch auch so. Erwachsenenelectro, der cool daherkommt, aber manchmal jugendlich ausbricht, wie zum Beispiel auf der Vorabsingle „Lightbringer“ oder bei „Get On“. Um aber allerdings das komplette Album für sich zu entdecken, muss man es wohl öfter hören. Doch wer hat in diesen Tagen noch die Zeit, sich ein Album, das einen nicht sofort vonne Socken haut, mehrmals anzuhören, bis man Kafferänder unter den Augen hat? Von moderndem Urin..., äh, Modernen Ruin kann man aber wirklich nicht sprechen. Steht halt Covenant drauf, ist also auch drin. Das limitierte Album ist sicher auch interessant und auch erwähnenswert (obwohl sie dem Tester-Ohr nicht vorlag). Da gibt’s nämlich den (echt guten) Titeltrack des Kinofilms „Wir sind die Nacht“ als Maxi obendrauf. Dufte! (Daniel Theberath)
VO: 14.01.11 // Synthetic Symhony

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Covenant feat. Necro Facility
"Lightbringer"
Ein bisschen „Bullet“ steckt in der neuen Covenant-Single (sic!). Soll heißen, dass „Lightbringer“ – ganz wie der erwähnte Vorvorvorgänger – keiner dieser High-Speed-Tracks, sondern ein Song mit einem gemäßigten Groove ist. Neu an dieser EP ist, dass sie die erste Veröffentlichung darstellt, auf der Daniel Myer mitgewirkt hat. Zudem arbeitet die schwedisch-deutsche Formation erstmalig mit einer anderen Band, nämlich Necro Facility, zusammen. Covenant klingen trotzdem immer noch wie Covenant. Vielleicht ist das ja gerade die Überraschung? Fans können blind zugreifen, sie finden hier, was sie hören wollen. Und der olle Myer stielt mit seinem „The Beauty And The Grace“ den skandinavischen Kollegen am Ende fast noch die Show. (Brunner)
VÖ: 22.10.2010 // Synthetic Symphony



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Myspace.com/Covenant
 
 
 
 
 
 
 
 
 

er Veröffentlichungstermin eures Albums hat sich diverse Male nach hinten verschoben, bevor es nun endlich veröffentlicht wurde. Was waren die Gründe dafür?
Joakim Montelius: Es gab viele Gründe dafür. Wir waren viel auf Tour nach "Skyshaper", haben eine DVD von dieser Tour namens "In Transit" gemacht, dann sind wir zweimal mit dem Studio umgezogen, waren mit persönlichen Dingen beschäftigt, unsere Plattenfirma ging pleite, unser Gründungsmitglied verließ die Band und Daniel Myer nahm seinen Platz ein, Eskil heiratete und ließ sich wieder scheiden, ich habe eine Tochter bekommen… man kann wohl sagen, dass diese letzten Jahre für uns weit davon entfernt waren, ruhig zu sein, sondern den Aufnahmeprozess des Albums verlangsamt haben.
BODYSTYLER: Während eurer letzten Konzerte hattet ihr auch einige neue Songs gespielt, wie zum Beispiel "I Would Give My Soul" oder "Come", die es nicht auf das Album geschafft haben. Warum eigentlich nicht?
Montelius: Die Frage wurde mir in letzter Zeit häufig gestellt. Die Antwort ist einfach: Sie passten nicht. Ein Album ist nicht einfach eine Ansammlung von möglichen Hits. Es sollte eine Seele und Persönlichkeit haben. Wenn du einfach eine Menge Tanzflächenknaller oder Instant-Ohrwürmer ohne Sinn für Langlebigkeit auf einen Haufen stapelst, könntest du auch direkt einfach elf Singles veröffentlichen. Die "verlorenen" Livesongs sind keineswegs verloren. Vermutlich werden sie irgendwann als B-Seiten oder Albumtracks veröffentlicht. Aber wir mussten aus mehreren Dutzend Songs eine Auswahl an Stücken treffen, die "Modern Ruin" sind.
BODYSTYLER: Uns ist zu Ohren gekommen, dass du dich beim Song "The Road" vom gleichnamigen Buch hast inspirieren lassen? Was genau hat dich an dieser Geschichte so fasziniert, dass du sie in einem eurer Songs interpretieren wolltest?
Montelius: Als ich das Buch gelesen habe, war ich sofort von der Poesie gefesselt, die Art und Weise, wie diese unbeschreibliche Tragödie in Worte gefasst ist, so dass wir sie verstehen können. Die Geschichte spielt in einer Welt, die sogar noch schlimmer als meine bisherige Vorstellung von der Hölle ist. Alles ist schief gelaufen, es gibt keine Hoffnung auf Verbesserung, und dennoch kämpfen die Charaktere darum, es richtig zu machen, irgendwie ihre Menschlichkeit zu bewahren; sie lieben und fühlen und geben einfach nicht auf. Wenn alle Hoffnung verloren ist, gibt es nur noch Liebe. Und das ist die Wahrheit, wenn du mich fragst.


Die Zukunft sieht vielversprechend aus:
»Alles ist schiefgelaufen, keine Hoffnung auf Verbesserung!«

BODYSTYLER: Besonders, wenn man sich den Albumtitel durch den Kopf gehen lässt, scheint es, als würdet ihr versuchen, ein Bild vom Zustand unserer Gesellschaft zu malen: Alles wird schneller, moderner, und die Menschen hatten noch nie mehr Möglichkeiten. Aber auf der anderen Seite scheint die Welt auch zu zerfallen: Die Wirtschaftskrise, chaotische Wetterzustände, und die Lücke zwischen Arm und Reich wird immer größer… lag es in eurer Absicht, diese Bilder herauf zu beschwören?
Montelius: Ja, natürlich. Wenn man sich dieser Themen nicht annehmen würde, hieße das, dass man absichtlich und bewusst der Realität ausweicht. Daher ist das definitiv ein Teil dieses Gedankens. Aber es ist auch eine Art Kommentar zum "Tod" des Gedanken des Modernismus. Als der Gedanke der Moderne neu war, vor ungefähr 100 Jahren, war es etwas Positives. Es gab einen Geist der Entwicklung, einen Idealismus und Glauben in unsere Fähigkeit, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Zusammen können wir wirklich etwas verändern. Wie ich das sehe, wurde dieser Gedanke nach und nach durch einen selbstbezogenen Egoismus und zynischen Individualismus ersetzt, der meiner Meinung nach kontraproduktiv und sogar zerstörerisch ist. Wenn wir nur noch an uns selbst und unseren eigenen Fortschritt in Richtung einer Art Zufriedenheit denken, dann haben wir ein echtes Problem.
BODYSTYLER: Wie man hörte, hattest du, als ihr an "Modern Ruin" gearbeitet habt, nicht gerade eine einfache Zeit in deinem Leben. Inwiefern hat dies die Songs beeinflusst, wenn es das denn getan hat?
Montelius: Nun ja, unser Privatleben hat unsere Musik immer schon beeinflusst. Covenant ist eigentlich eine Verlängerung unserer Gefühle. In diesem Punkt ist das bei "Modern Ruin" nicht anders. Es stimmt, dass ich eine harte Zeit hatte und es spiegelt sich in meinen Part auf dem Album wieder. Aber ich will das nicht zu sehr analysieren, ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, seine Gefühle zu verkopfen. Dunkelheit und Verzweiflung sind normale Aspekte des Lebens und auf lange Sicht bin ich davon überzeugt, dass es unser Leben besser macht. An jedem Hindernis, das du überwindest, wächst du als Mensch. Ich denke, dass ich jetzt ein besserer und glücklicherer Mensch bin, als ich es vor vier Jahren war. Auch wenn ich mich manchmal so gefühlt habe, als ob das alles den Kampf nicht mehr wert ist.
BODYSTYLER: In einem anderen Interview konnte man lesen, dass Clas immer noch in gewisser Weise in der Band involviert ist. Hat er jetzt eine Art "Beraterfunktion"?
Montelius: Clas wird immer ein Teil von Covenant sein, auch wenn er kein aktives Mitglied mehr ist. Er kümmert sich noch um ein paar geschäftliche Angelegenheiten und wir verbringen immer noch Zeit als Freunde zusammen, wir unterhalten uns über Musik, das Leben und andere Dinge, die Covenant letztendlich beeinflussen.
BODYSTYLER: Inwiefern hat die Arbeit mit Daniel euren Arbeitsprozess beeinflusst? Was würdet ihr als den größten Unterschied für den Sound von Covenant beschreiben? Und was ist für euch der größte Unterschied in der persönlichen Zusammenarbeit?
Montelius: Daniel ist als Klangkünstler bekannt. Und er ist einer der besten Soundtüftler, die ich kenne, alle Kategorien mit einbezogen. Es ist eine Freude, mit ihm zu arbeiten und ich denke, die Verbindung aus seinen Fähigkeiten als Produzent, Eskils Sinn für Melodien und Kompositionen und meine Art und Weise, mit Worten umzugehen summiert sich zu etwas mit einem enormen Potential. Die Arbeit an "Modern Ruin" fühlt sich wie ein wackliger erster Schritt an, es hat eine Weile gedauert, sich aufeinander einzustellen und eine Art der Zusammenarbeit zu finden, mit der wir alle zufrieden sind. Die Kehrseite der Medaille ist, dass wir alle eher Dickköpfe und wenig kompromissbereite Menschen sind, nicht sehr gut darin, anderen zuzuhören, was es schwer macht, eine gemeinsame Basis zu finden. Clas war nie aktiv am kreativen Prozess beteiligt, und Daniel wiederum ist es gewohnt, der alleinige Kapitän auf seinem Schiff zu sein. Aber wir werden besser. Daher sieht die Zukunft viel versprechend aus und ich bin gespannt darauf, zu sehen und zu hören was sie bringen wird.
BODYSTYLER: Gelb scheint ja eine sehr präsente Farbe in eurem Artwork zu ein… warum, um Himmels Willen, GELB?!
Montelius: Hast du's noch nicht gehört? Gelb ist das neue Schwarz. Denk daran, von wem du es zuerst gehört hast!
BODYSTYLER: Wenn ihr, wie jeder bekannte Künstler es ja irgendwann macht, ein Album mit Coverversionen aufnehmen würdet, welche drei Songs müssten auf jeden Fall in der Tracklist sein?
Montelius: Ich würde vermutlich niemals ein Coveralbum machen, aber um der Vorstellung Genüge zu tun:
David Bowie "Heroes"
Emmylou Harris "Wrecking Ball"
Pink Floyd "Wish You Were Here"
BODYSTYLER: Bügelt ihr eure Anzeige noch selbst, oder habt ihr mittlerweile Personal dafür?
Montelius: Hemden zu bügeln ist eine ernste Angelegenheit. Ich würde das nicht im Traum jemand anderen machen lassen.
BODYSTYLER: Bei Ikea gibt es bereits einen Drehstuhl namens "Joakim" – wann kommt das Sofa "Eskil"?
Montelius: Zur Zeit verhandeln wir mit dem Kamprad-Imperium, aber sie versuchen nur, Profit aus uns zu schlagen und bieten uns lächerlich niedrige Lizenzgebühren an, daher gibt es hierfür zur Zeit keine Pläne. Ich habe für diesen Drehstuhl keinen einzigen Cent gesehen. Aber ich habe gehört, dass sie an einer Multimediamöbel-Reihe namens "Daniel" arbeiten. //

Covenant - Live in Germany
Special Guests: Patenbrigade: Wolff + Decoded Feedback
14.04.11 Duisburg (GER), Pulp
15.04.11 Magdeburg (GER), Factory
16.04.11 Dresden (GER), Strasse E
22.04.11 Frankfurt/M. (GER), Batschkapp
23.04.11 Hannover (GER), Capitol
24.04.11 Berlin (GER), Columbia Club



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