us dem Haus für solche braust er auch als Musiker und mit Unterstützung der Harpyienstimme von Rebecca Coseboom direkt in Eure Köpfe.

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BODYSTYLER: Mit Eurem Album bietet Ihr weit mehr als nur Lärm im Kopf. Mit dem atmosphärischen Gesang von Rebecca, verbunden mit den Industrial-Klängen, erkennt man viele Einflüsse von Interpreten, die John produziert hat. Uns interessieren Eurer beiden Inspirationen, durch deren Einfluss es so selbstständig und vielschichtig wurde.
John Fryer: Das Album wird durch die Kunst kreativer Außenimpulse angetrieben. Wir atmen Inspiration in unsere Lungen und stoßen diese dann wieder als Lieder aus. Die Inspirationen erhalten wir vom Zuhören, Arbeiten mit und Beobachten aller Formen der Kunst. Die Lieder sollten eine Schnur, eine Myriade von Vereinigungen, innerhalb eines "schmerzlich angenehmen" Tons schlagen, der die Sinne anruft und nicht nur Lärm in Deinem Kopf ist. Obwohl er durchaus Lärm für einige Leute sein kann, aber ich hoffe, nur für eine sehr kleine Gruppe. Ich hoffe auch, dass die Massen die Revolution umarmen werden, die DarkDriveClinic ist.Viva La Revolution!
Rebecca Coseboom: Für mich hat der Einfluss einen ziemlich inzestuösen Stammbaum, denn ich komme als Zuhörerin der von John Fryer produzierten Musik und jetzt arbeite ich mit ihm. Als ich damit begann, hörte ich immer die Cocteau Twins, Liz Frazier, This Mortal Coil, Depeche Mode, Swallow, Kristin Hersh und so weiter. Glücklicherweise singe ich schon lange genug, um einen eigenen Stil zu haben und nicht wie ein von Frankenstein zusammengeflicktes, Ungeheuer, zusammengesetzt aus diversen Einflüssen. Aber meine Instinkte werden durch die erst indirekten und nun direkten Einflüsse von John angeregt.

Backen keinen Kuchen, denn:
»Das Foto ist ein Abbild eines typischen Studiotages während der Gesangsaufnahmen!«
Na, tropft der Geifer schon bei Euch? Wollt Ihr Euch die Scheibe schnellstmöglich einverleiben? Dann müsst Ihr Euch noch eine Weile die Lefzen lecken. Denn das Fresschen gibt es voraussichtlich nicht vor September.
BODYSTYLER: Ihr habt ein fertiges, vorzeigbares Album in der Tasche und seit keine Unbekannten im Geschäft. Dennoch habt Ihr bis dato kein Label dafür gefunden. Woran liegt es? Ist die dunkle Szene nicht mehr bereit für anspruchsvolle Musik, oder seid ihr zähe Verhandlungspartner?
Fryer: Im Moment sprechen wir mit Labels und die Gespräche sind sehr positiv. Es sieht danach aus, dass wir eine Heimat in den Vereinigten Staaten von A. und in Israel gefunden haben. Es ist ein langsamer Prozess, aber es wird das Warten wert sein. Sobald das erste Geschäft getan ist, gleicht dies dem Entzünden eines Feuerwerkskörpers: es wird im Nachthimmel in die Höhe schnellen - und es wird eine schöne Explosion geben.
Coseboom: Ich kann nicht für die europäische Label-Suche sprechen, aber ich sandte nur ein Paket zu einem Label in den Vereinigten Staaten und sie sandten diese Woche ein Angebot zurück. Ich mache mir keine Gedanken darüber, beim wem das Album Nachhall erzeugt.
Einen guten Nachhall erzeugt auch der Bandname an sich, über den ich mir schon Gedanken mache.
BODYSTYLER: Was bedeutet Euer Bandname? Ich denke da an ein rollendes Mobilkommando von Verrückten, welche die Revolution verkünden.
Fryer: Auf jeden Fall können wir beide fahren. Leute sagen, dass die Musik dunkel ist. Und dass wir beide in eine Klinik eingeschlossen werden sollten. Wir leben in einer schizophrenen Welt. Und der größte Teil der Wahnsinnigen ist dem Asyl entflohen und will der schizophrenen Musik von DDC zuhören. Der laute Pop, den wir machen, kann Dich wahnsinnig machen, da er gleichermaßen schön und schmerzlich und absurderweise eingängig ist. So lasst sie Kuchen essen und DarkDriveClinic hören, bevor sie wieder eingeschlossen und die Schlüssel weggeworfen werden.
Wahnsinnige wirken manchmal auch, als hätten sie Quecksilber im Kopf.
BODYSTYLER: Einer Euer Songtitel lautet „Mercury Head“. Wie gelangt man in einen solchen Zustand?
Coseboom: In den 40er Jahren stürzte ein Flugzeug in Brooklyn ab. Es gab einen Überlebenden des Unfalls: einen kleinen Jungen, der nach Hause zu seiner Mutter flog. Er hatte fünfundsechzig Cent aus Quecksilber Dimes und einem Buffalo Nickel in seiner Tasche, als er abstürzte. Er starb ein paar Stunden später, obwohl die komplette Stadt um sein Überleben betete. Eine Gedenktafel, die sein Kleingeld zeigt, erinnert in dem Krankenhaus an die Tragödie.
Mir ist die Tragik dieser Geschichte durchaus bewusst, aber verzeiht, bei Quecksilber und Krankenhaus beschleicht mich eine völlig andere Assoziation.
BODYSTYLER: Wo kommt bei Euch das Fieberthermometer hin? In den Mund, unter die Achsel oder in den Popo?
Fryer: Das Thermometer kommt immer in den Po und ist immer so heiß, dass das Quecksilber versucht das Ende zu sprengen. Wir versuchen immer die Dinge zum Maximum zu stoßen. Maximaler Schmerz und maximales Vergnügen - zur gleichen Zeit. Dunkle, schmerzhaft laut gedrehte Musik mit angenehmen, süßen, melodisch übertriebenen Gesang, wie ein gut gemachter Kuchen. Yum Yum.
BODYSTYLER: Auf Eurem Foto backt Ihr ja gerade auch Apfelkuchen. Das sieht aber nicht nach der traditionellen Methode aus. Verratet Ihr uns die genaue Prozedur und Rezeptur?
Fryer: Auf dem Bild machen wir keinen Kuchen. Das ist ein Abbild eines typischen Studiotages während der Gesangsaufnahmen: das Rezept, um großartige Lieder zu machen. Aber was Ihr nicht sehen könnt, sind die Eierschalen auf dem Fußboden, über die ich laufen muss, ohne sie zu zerbrechen. Lustiger, lustiger Spaß und sogar noch mehr Studio-Spaß.
Coseboom: Er hat es verdient.
Und nun husch husch zurück ins Zwangsjäckchen. //

Homepage: DarkDriveClinic.com
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