Decree

"Kein Hemd, keine Schuhe, keine Hose - kein Problem
!"

Relativ geheimnisvoll geben sich die Recken des derb-düsteren Industrialrock-Ordens von Decree. Trotz getätigter CD-Veröffentlichung waren die Tore zur Bandhomepage lange geschlossen.
 
Interview: Spider //   
 

Aus negativ wird positiv: die Motivationskünstler von Decree

 



 
 

»Ich würde Lars Ulrich versklaven, um eine Art Ungeheuer aus ihm zu machen. Ich würde ihn mit einem Telefonbuch verkloppen, während er versucht mir Tee zu machen!«

Wenn Decree wieder Sklaven haben dürften
 
 
 

Decree
"Fateless"
Chris Peterson vollführt auf der neuen Veröffentlichung von Decree eine Kehrtwende. Anstatt dem elektronischen Gefriemel der ersten beiden Alben übernehmen hier überwiegend die Gitarren das Führungszepter. Langsam sägend dringen sie bis ins Mark und steigern sich im Laufe der Songs vom Stoner Rock-Grummeln zum Industrial Rock-Gewitter. Natürlich sind die Synthesizer nicht gänzlich verbannt und geben dem Werk die nötige Würze und Rhythmik. Besonders gelungen und prägnant gleich im Opener „Finite years“, der mit seinen pompösen Sounds an sein Projekt "Will" erinnert, dass er in den 90er Jahren mit Rhys Fulber erschuf. Auch die schmetternde Sangesstimme wurde davon übernommen, die mit erfrischend wenig technischer Bearbeitung überzeugt. Ein Album, zum sich-darin-vertiefen und über sein eigenes Schicksal zu sinnieren. Das mit „Faded glory“ genauso brillant brachial endet, wie es begann. (Spider)
VÖ: 03.05.2011 // ArtOfFact

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

eswegen hetzte ich an einem sonnigen Maientage dem kessen Trio auf ihrem Weg zur Schicksalsfindung hinterher, um ihre Stimmungslage auszuloten. Und während die Sonne auf unsere Schmähbäuche brutzelte, erstatteten mir Chris, Sean und Ross Bericht.


Anzeige | Eigene schalten »




BODYSTYLER: Laut Eurem Albumtitel habt Ihr kein Schicksal. Ist das positiv, weil Ihr Euch dadurch unbeschwert austoben könnt? Oder doch negativ, wie die düster aggressive Grundstimmung des Albums vermuten lässt?
Sean: "Fateless" ist eine Destillation von vielen Ideen, im besonderem Maße Ideen von Gewalt und der Aufopferung für die dunkleren menschlichen Instinkte.
Chris: Erst negativ, danach positiv

Das ist übrigens auch die Reihenfolge, die jeder Vampir beim Blut süffeln beachten sollte, sonst gibt’s ne mächtige Fledermaus im Schädel.
BODYSTYLER: Ein Song des Albums heißt „Bloodthirst“. Eine Hommage an den Vampir Hype, der derzeit weltweit die Teenager begeistert?
Sean: Weit daneben. Denkt an einen Hai in der Fressraserei; ein Blut gewöhnter Mörder; eine Todeslust.

Ach nö, das ist mir jetzt ein bisschen zu grauselig. Zudem hat unser Splatter Film-Experte Mittagspause. Deswegen verstricke ich die blutrünstigen Herren lieber in eine tiefere Fachsimpelei über Decree und ihre anderen Projekte.
BODYSTYLER: Wie unterscheidet sich die Entstehung und das Arbeiten mit Decree ¬- im Gegensatz zu Unit:187?
Ross: Es gibt verschiedene, dynamische Vorgänge in beiden Bands. Ob ich mit der einen oder der anderen Band aufnehme, ist davon beeinflusst, durch welche Felder ich mich geistig bewege und natürlich, welche Leute gerade im Raum sind (lacht).
Chris: Die Vokalisten in jeder Band haben auch einen großen Einfluss auf die Richtung, in die wir gehen. Wenn Du etwas machst, was mit ihnen nicht mitschwingt, dann wird es nicht gut laufen, und Sean und Todd (UNIT:187) sind zwei richtige Tiere, wenn beide aggressiv zu Werke gehen.
BODYSTYLER: Auf dem neuen Album klingen auch Sounds durch, die an Will erinnern.
Chris: Eine Erklärung, die vielen vielleicht nicht bewusst ist, besteht darin, dass ich nicht der einzige Grund bin, der verantwortlich ist für Ähnlichkeiten zum Sound von Will. Sean war fast das vierte Mitglied von Will. Ich habe schon in älteren Interviews erwähnt, dass Sean ein Sample-Freak und -Bibliothekar für mich und Rhys war, der uns mit viel klassischem Material versorgte, das wir dann auscheckten. Und er wies uns in die richtige Richtung, wie wir, in Bezug auf die Komponisten, zuhören sollten, um dadurch Inspiration zu gewinnen. Im Nachhinein überrascht es, dass wir nicht schon eher zusammenzuarbeiteten.
BODYSTYLER: Wird es irgendwann mal was Neues von diesem Projekt geben, oder ist dies endgültig begraben?
Chris: Nun, inzwischen habe ich gelernt, nie nie zu sagen, aber es ist eine gute Wette, dass Will tot ist. Es hat keine Diskussionen gegeben, Will zurückzubringen.

Nach langer Diskussion wurde auch kürzlich die Sklaverei abgeschafft. Aber träumen ist weiterhin erlaubt.
BODYSTYLER: Welche bekannte Persönlichkeit hättet Ihr gerne mal ein Tag zum Sklaven und für was würdest Ihr diese nutzen?
Ross: Nancy Reagan. Ich sage aber nicht warum.
Sean: Uh, ich würde Lars Ulrich versklaven, um eine Art Ungeheuer aus ihm zu machen - was eine schlechte Idee ... hahaha. Ich würde ihn zwingen auf allen vieren zu krabbeln und ihn mit einem Telefonbuch verkloppen, während er versucht mir Tee zu machen.

Ich finde, dass hat eher James Hetfield verdient. Aber sind ja nicht meine Regeln.
BODYSTYLER: Zum Abschluss, was sind die zehn Gebote von Decree?
Sean: Ich dachte, dass es nur drei gab? Und zwei habe ich vergessen. Bleibt also nur eins übri: "keine Gefangenen machen!"
Ross: 1. Mehr Alkohol – jetzt!
2. Keine braunen M&Ms
3. Es muss Bourbom sein, nichts anderes tut´s
4. Extra knusprig, nicht nach original Rezept
5. Kotzen ist nicht erlaubt
6. Rauch es, wenn du es hast
7. Doppelt enthaltend und dampfend
8. Die Wahrheit wird immer im Herzen des Schinkens gefunden
9. Kleinere Bands müssen sich nicht anmelden
10. Kein Hemd, keine Schuhe, keine Hose... kein Problem! //

Mehr unumstößliche Fakten gibt es auf der frisch restaurierten Bandhomepage unten!



Homepage: Decree.ca

© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //



Das kostenlose Electro-Abo von BODYSTYLER! Immer die neueste Ausgabe als e-Book in Deinen E-Mail-Briefkasten? E-Mail:


 
 
Anzeigen | Eigene schalten »