Digital Factor

"Leipzig!"


DIGITAL FACTOR stehen auf Dreier und beweisen mit der aktuellen Veröffentlichung „trialog“, dass die Drei eine gute Zahl für musikalische Zusammenarbeit ist. Denn das Trio aus Altenburg war jüngst im Dreierpack als Support für FRONTLINE ASSEMBLY und CONJURE ONE unterwegs. Im unmittelbaren Anschluss haben wir uns die drei lustigen Gesellen zum Gespräch geschnappt.

 
Interview: Pippi von Schnippi //      
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"In einer Dreierkonstellation wie bei DF findet sich blonder, roter und schwarzer weiblicher Anhang!"

 



 
 

»Es gibt immer irgendeinen Song oder irgendein Album, bei dem man einen neuen Aha-Effekt erlebt!«

 
 
 
 

DIGITAL FACTOR
„Trialog“
DIGITAL FACTOR sind Mike Langer, Guido Litke und Neuzugang Leo von Leibnitz als Ersatz für das langjährige Bandmitglied Torsten Heise. Und wie das so ist, wenn drei miteinander spielen, dann kann das kein Dialog sein. Also sprechen wir hier von einem Trialog, welcher sich musikalisch so darstellt: rhythmische Bässe, sehr präsenter Gesang, vielfältige elektronische Spielereien, stimmungsvolle Samples und Überraschungen wie klassische Anleihen zu einem Männerchor („A force of unknown people“). Ein bunter Mix musikalischer Zutaten ist es, den das Altenburger Trio auf dem jüngsten Album präsentiert. Die Annehmlichkeit dabei ist, dass es keinesfalls langweilig wird. Aber wo ein Vorteil ist, ist auch ein Nachteil, und der heißt: zu wenig Eigenständigkeit, zu sehr irgendwo zwischen KRUPPS („Links rechts links“), NIN („Steam“) und NITZER EBB („The Knife“) gefangen. Schade, denn die Fähigkeiten zu mehr haben die Drei ganz sicher. (Pippi von Schnippi)
VÖ: 09.09.2011 // Black Rain

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

un seid mal bitte nicht so schüchtern und erzählt uns ein bisschen was über euer neues Album.


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DIGITAL FACTOR: „trialog“ ist mittlerweile das neunte Album von Digital Factor und ist eigentlich in relativ kurzer Zeit entstanden. Wir haben damit im November 2010 begonnen und im Juni stand das Album. Allerdings waren die Vorzeichen für die Produktion eher etwas schwierig. Letztes Jahr stieg Gründungsmitglied Torsten Heise aus und Leo von Leibnitz kam dafür zur Band hinzu. Insofern mussten wir uns neu finden und damit kämen wir dann auch zum Albumnamen. „trialog“ steht für die Zeit, in welcher wir die Produktion vorbereitet haben. Wir haben viel zu dritt geredet und geplant. Erste Reaktionen auf das Album kommen logischerweise meist aus dem Freundeskreis und glücklicherweise sind diese meist sehr ehrlich. Obwohl es immer etwas zu kritisieren gibt, waren diese ersten Reaktionen sehr positiv und stimmten uns sehr optimistisch. Letztlich ist auch in der neuen Besetzung der Band der typische Digital Factor-Sound entstanden. Das ist für mich (Mike, Anm. d. Red.) besonders spannend. Als quasi einziges Gründungsmitglied ist es schon cool, wenn es so etwas wie einen Geist der Band gibt, der über jeder Produktion schwebt.
BODYSTYLER: Hat der Geist denn auch einen persönlichen Lieblingssong auf dem Album?
DIGITAL FACTOR: Jeder Song hat seine besondere Geschichte, wie er entstanden ist und warum er gerade an dieser Stelle des Albums ist. Sicher hat jeder irgendwie seinen eigenen Lieblingssong. Oft ist es ganz unterschiedlich: derzeit macht „The Force Of Unknown People“ live sehr viel Spaß. Hört man das Album unter Kopfhörern, dann ist „The Knife“ eine sehr coole Produktion geworden. Alle drei mögen wir aber den Abschluss von „trialog“ mit „The Way You Lie“ sehr. Er ist sehr untypisch für Digital Factor, da er fast etwas Rockiges hat. Wir haben hier ausnahmsweise der Gitarre mehr Spielraum gelassen. Naja und dann ist letztlich auch „I Have To Hit You“ einer unserer Lieblingssongs. Nicht umsonst haben wir den Song für die Videoauskopplung gewählt. Immerhin erhält er erst mit dem Video zusammen seine richtige Bedeutung. Seit das Video bei Youtube online ist, hören wir auch sehr positive Reaktionen darauf.
BODYSTYLER: Positive Reaktionen sind was Feines. Gibt es im Gegenzug aber vielleicht auch einen Song, den ihr nicht so mögt oder bei welchem fraglich war, ob er überhaupt auf das Album darf?
DIGITAL FACTOR: Einen ungeliebten Song gibt es nicht, sonst wäre er nicht auf dem Album drauf. Aber bei „The Knife“ war lange nicht sicher, ob er für „trialog“ fertig werden würde. Wir haben uns, als das Layout der Komposition stand, sehr schwer getan eine finale Produktion hinzubekommen, die uns allen Drei gefällt. Dadurch wurde der Song immer wieder überarbeitet. Letztlich ist er aber eine ziemlich coole Electro-Nummer geworden.
BODYSTYLER: Eine ziemlich coole Nummer seid ihr als Band ja auch. Wie hat sich denn die Veränderung in der Bandzusammensetzung (Torsten hat die Band 2010 aus beruflichen Gründen verlassen, Anm. d. Red.) auf die Arbeit ausgewirkt? Was bringt Leo neu in eure Truppe ein?
DIGITAL FACTOR: Logischerweise ändert sich an der Arbeitsweise einiges, wenn ein neuer Mann hinzukommt. Leo hat sich sehr stark auf die Produktion des Albums konzentriert. Diese Funktion des Produzenten hat es so bislang nicht gegeben. Torsten und ich haben Songs komponiert und letztlich ausproduziert. Bei „trialog“ war die Arbeitsverteilung eine andere, und das war auch gut so. Wir haben faktisch die ausgetretenen Wege verlassen. Letztlich haben wir gemeinsam zu dritt die Endproduktion realisiert.
BODYSTYLER: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Black Rain und wie gestaltet sich die Band-Label-Beziehung?
DIGITAL FACTOR: Wir kannten Gerald und Jörg schon vorher. Während der Produktion haben wir den beiden einen Zwischenstand des Albums vorgestellt und der gefiel ihnen. Kurz darauf haben wir über Digital Factor im Hause Black Rain verhandelt. Bei Black Rain finden sich noch Musik-Enthusiasten und dies tut uns sehr gut. Irgendwie erinnert dies ein wenig an die beginnenden neunziger Jahre, als bei den Labels mehr die Musik als das Business im Vordergrund stand. Logischerweise muss ein Label an einem Release verdienen, aber bei der Planung desselben wird bei Black Rain viel Wert auf das Gesamtkonzept gelegt. Wir haben sehr nette Grillabende verbracht, bei denen wir „trialog“ gemeinsam geplant haben.
BODYSTYLER: Hui, vielleicht gibt es ja bald auch mal wieder einen Grillabend zusammen mit Bill Leeb und Rhys Fulber. Wie kam es denn, dass ihr als Support von FRONTLINE ASSEMBLY und CONJURE ONE unterwegs wart?
DIGITAL FACTOR: Die Anfrage für den Support kam über die Booking-Agentur von Frontline Assembly. Mit denen hatte Leo schon zusammen gearbeitet. Mittlerweile ist die Tour ja leider schon vorbei, aber sie war für uns ein voller Erfolg. Wir hatten europaweit die Möglichkeit „trialog“ vorzustellen. Trotz eines immer harten Support-Jobs fanden die Leute offenbar Digital Factor ganz cool.
BODYSTYLER: Gibt es eurerseits Berührungsängste bei der Begegnung mit Künstlern und „alten Hasen“ wie Bill oder Rhys, die unsere Musikrichtung ja immerhin sehr entscheidend geprägt haben?
DIGITAL FACTOR: Besonders mit Rhys konnten wir viel über Musik und ihre Entwicklung sprechen, aber man kommt backstage auch immer privat ins Gespräch. Es war schade, dass er nur die halbe Tour mitgemacht hat. Berührungsängste hat es aber auch mit Bill nicht gegeben. Er ist uns gegenüber ein sehr fairer Partner gewesen, was für das Verhältnis von Support- zum Hauptact leider nicht immer selbstverständlich ist.
BODYSTYLER: Wie sehr inspirieren euch andere Bands oder Projekte? Wie wichtig ist musikalische Vielseitigkeit?
DIGITAL FACTOR: Es gibt immer irgendeinen Song oder irgendein Album, bei dem man einen neuen Aha-Effekt erlebt. Das fließt logischerweise auch in die eigene Arbeit mit ein. Dabei ist es meist egal, aus welcher Szene der Künstler und dessen Musik stammt. Genau so haben wir es auch bei Digital Factor gehandhabt: bewusst oder unbewusst sind immer Einflüsse dabei, die sich aus der Musik ergeben, die man gerade hört. Daher gab es für uns nie festgesteckte Grenzen. Gerade auf „trialog“ kann man, glaube ich, die musikalische Vielseitigkeit hören. So unterscheiden sich Stücke wie „Links, Rechts, Links“ (klassischer EBM) von „You're Going Down“ (Midtempo im NIN-Stil) oder „The Way You Lie“ (mit fast rockigen Anleihen).
BODYSTYLER: Du sprichst gerade NINE INCH NAILS an: mit wem würdet Ihr denn gerne mal zusammenarbeiten oder touren und warum?
DIGITAL FACTOR: Oh, da gäbe es viele Kandidaten. Chemical Brothers, Prodigy, NIN, Front 242 etc. Diese Bands beweisen auch nach vielen Jahren ihre Vielfältigkeit.
BODYSTYLER: Hm, da habt ihr Euch ja großes vorgenommen. Wir drücken einfach mal die Daumen dass da was geht! Da mir jetzt aber nichts mehr einfällt, was fragentechnisch noch so gehen könnte, greife ich zu unserem beliebten Frage- und Antwortspielchen:
Sommer oder Winter? Der Sommer ist cool zum touren, wenn nur die Clubs dann nicht so warm wären. Der Winter ist die Jahreszeit für die Studioarbeit.
Strand oder Berge? Der Strand bringt immer deutlich mehr Urlaubsgefühl.
Party oder Couch? Gerne auch mal die Couch.
Hund oder Katze? Bei den Bandmitgliedern von Digital Factor überwiegen die Katzenbesitzer.
Blond, Rot, Brünett oder Schwarz? Da will ich mich nicht festlegen. In einer Dreierkonstellation wie bei DF findet sich blonder, roter und schwarzer weiblicher Anhang.
Bier oder Wein? Mit Rückblick auf die letzte Tour scheint das ziemlich wurscht zu sein.
Cola oder Fanta? Cola hat doch etwas mehr Coolness als Fanta, und wir sind ja Musiker ;-)
Facebook oder Google Plus? Wie wäre es denn mit Briefen und Postkarten?
Berlin oder Hamburg? Weder noch: Leipzig!
Fußball oder kein Fußball? Da Fußballer ausgesprochen schlecht singen, wie die Vergangenheit gezeigt hat, eher doch kein Fußball.
Falls Fußball; wer wird Dt. Meister? Motor Altenburg, denen würde ich es gönnen! //



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