Enter Shikari

"In Wahrheit sind wir Teilzeitbankräuber!"


Drückt man an seinem Computer die Enter-Taste, kann man meist gewiss sein, eine wohl geordnete Datenstruktur zu erhalten. Das freut den User, zieht er doch auch bei seinem Freizeitvergnügen wie Musik hören und auf Konzerte gehen gerne seinen weißen Gartenzaun um die bevorzugte Stilrichtung. Bei Enter Shikari kommen vier Jungs über diesen gehüpft, die euphorisch alle Beete gleichzeitig bepflanzen. Wir erklären zusammen mit Frontmann Roy wie solch ein Wildwuchs aus Hardcore und tanzbarer Elektronik entstehen kann.

 
Interview: Spider //   
 

Die Teilzeitbankräuberbande vor ihrem nächsten Coup: "Etwas, um es den Enkeln zu zeigen!"

 



 
 

»Ich werde eine Perücke tragen, die ich Dolly Parton stahl!«

Neuer Look nach den Dreads
 
 
 

ENTER SHIKARI
"Live From Planet Earth"

Nach zwei Studioalben erfreuen Enter Shikari die Fangemeinde mit einem massiven Zeugnis ihrer Live-Qualitäten. Das Paket besteht aus einer CD und zwei DVDs. Da im Verkaufspreis nur die CD berechnet ist, kann man getrost von einem sommerlichen Weihnachtsgeschenk sprechen. Vielleicht deshalb, weil das Konzert auf dem Audiosilberling zu just diesem Feiertage 2010 in Hatfield gespielt wurde. Natürlich beginnt eine Band, die für ihre einzigartige wilde Mixtur aus Hardcore Riffs und Trance Techno-Sounds bekannt ist, mit einem waschechten Festtags-Chor als Intro, bevor sie dann den Baum wackeln lässt. Dieses Album macht geil auf einen Konzertbesuch. Man möchte mitwippen beim Sprechgesang, mitgröhlen bei den Gesangslinien. Man möchte zum Gitarrenbrett moshen und sich von der verrückten Elektronik mitreißen lassen. Purer Spaß trifft auf kreatives Können. Was will man mehr und im September sind die Jungs auf Deutschland Tour. (Spider)
VÖ: 22.07.11 // Ambush Reality

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

ine ganz grundsätzliche Frage: Wie kommt man auf die wahnwitzige Idee solch unterschiedliche Stilrichtungen zu mischen?


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Rou: Es war wohl ein ziemlich natürlicher Schritt für uns, weil wir innerhalb vielen verschiedenen Musikszenen aufwuchsen. Wir waren nicht nur sehr in unserer lokalen Hardcore/Punkrock-Szene involviert, sondern gingen auch in Clubs, in denen wir alle Arten von elektronischer Tanzmusik genossen.

Aktuell haben sie den Genuss ihrer handwerklichen Fähigkeiten recht reichhaltig auf Silberlinge manifestiert und das für so einen schmalen Groschen, dass man in diesem verregnetem Sommer schon an eine andere Jahreszeit denkt.
BODYSTYLER: Ganz im weihnachtlichen Sinne bietet Ihr Euren Fans mit „Live from planet earth“ eine Menge Live-Material zum fairen Preis. Warum verlangt ihr nicht wie viele andere Bands einen Wucherpreis dafür, um Euren Geldsack zu füllen?
Rou: (lacht) In Wahrheit sind wir Teilzeitbankräuber, wenn wir nicht auf Tour sind. So bekommen wir das ganze Geld, dass wir für unser eigentliches Metier brauchen (zwinkert). Nö, ich glaube, dass wir nie in dieser Band waren, um Geld zu machen und unsere Fans auszunehmen, wir steckten eine Menge Arbeit in die DVD im Prozess bis zur Veröffentlichung. Der Preis ist fair.
BODYSTYLER: Was war das für ein Gefühl, als Ihr das Live-Material gesichtet und bearbeitet habt? Eröffnet dies Euch eine andere Sicht auf Eure Konzerte, als wenn Ihr auf der Bühne steht?
Rou: Es fühlte sich sonderbar an, besonders uns selbst zu beobachten, wenn wir vor so vielen Menschen spielen! Während des Konzerts selbst lebst Du nur im Moment, und später sind die Erinnerungen an die Shows dann gewöhnlich recht unklar. So ist es klasse, diese Shows dokumentieren zu lassen, um darauf zurückzublicken. Etwas, um es den Enkeln zu zeigen!

Zum Beispiel zu Weihnachten, wenn man nicht gerade auf der Bühne steht, um just diese DVD aufzunehmen.
BODYSTYLER: Gab es Ärger bei Euch zuhause, dass ihr 2010 Weihnachten geschwänzt habt?
Rou: Nun, all unsere Familien und Freunde waren bei der Hatfield Weihnachts-Show mit dabei, so war das in Ordnung! Keine schmerzlichen Gefühle.
BODYSTYLER: Momentan seid Ihr schon wieder auf Tour. Was ist in den nächsten drei Monaten überlebenswichtig?
Rou: Geduld, Skype, Febreze (Geruchsneutralisierer), TED.com, Radiohead.

Da gibt es gewisse Überschneidungen zu meiner Autorenbude. Und wenn ich in einer halben Stunde mit dem Artikel fertig bin, klopp ich mir meine vorgekochte Mahlzeit in die Mikrowelle und hau mich damit vor die Glotze.
BODYSTYLER: Was wird Dir in der nächsten halben Stunde nach dem Interview passieren?
Rou: Nun, es ist 21 Uhr nach einem harten Arbeitstag bei der Warped-Tour. Ich werde chillen, viel Wasser trinken und ein Buch lesen! Rock und Rolllll!

Na, bei soviel Entspannung kann man doch mal ganz relaxt über die weitere Zukunft sinnieren.
BODYSTYLER: „Common Dreads“ liegt nun schon eine gewisse Zeit zurück. Wann kommt das dritte Studio-Album? Welche Frisur trägst Du dazu?
Rou: Das nächste Album kommt hoffentlich im Januar, und ich werde eine Perücke tragen, die ich Dolly Parton stahl.

Damit ist Rou definitiv ein Gewinner.
BODYSTYLER: Wer ist aktuell in Deinen Augen keinesfalls ein Gewinner?
Rou: Rupert Murdoch

Das ist wahrhaftig ein garstiger Kerl. Genau das Gegenteil von unserer integeren Redaktion.
BODYSTYLER: Wir ermahnen unsere Leser gerne brav ihr Gemüse zu essen. Hast Du da was hinzuzufügen?
Rou: Nun, wenn Ihr Brüss’ler Sprossen oder Brokkoli serviert, das Ganze schick gedämpft, brauchen sie nichts weiter. Wenn sie das nicht mögen, sagt ihnen, sie sollen aufhören zu jammern und es einfach essen. Wenn es Karotten sind, sollten sie diese raspeln und etwas Knoblauch und Butter dazu geben, um einen sahnigeren Geschmack zu bekommen.

Wer nun Geschmack an der Truppe gefunden hat, sollte bei Ihrer Deutschland-Tour im September vorbei schauen:
16.09 Hamburg, Grünspan
22.09 Berlin, C-Club
25.09 München, Backstage
28.09 Köln, Gloria //




Homepage: EnterShikari.com

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