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goJA moon ROCKAH

"Das ist keine Frage von zu wenig Geschlechtsverkehr!"


Als reine „HERRen-Band“ sind GoJA moon ROCKAH Herr Ja, Herr Schreck, Herr Buh und Herr Moll und auch eher eine zwielichtige Boyband mit angesagten DDR-Trendnamen: Kevin, Ronny, Sascha und Jerome sind der Punk, der Denker, der Coole und der Schwermetaller. Kurios, aber das ist bloß Image!

 
Interview: Torsten Pape / Manfred Thomaser / Marshall //     
 

Support bei der Abschlusstour der Flippers: die teuren Puff-Champagner-Trinker von goJA moon ROCKAH

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»Wir trinken Grog, rauchen billige Zigarillos, hören Boy George und bewundern malerische Flugzeugabstürze!«
Geht die Jungs also mal besuchen!
 
 
 
goJA moon ROCKAH
"Libido Cowboys"
Optisch bedienen goJA moon ROCKAH Klischees, die sie musikalisch gehörig durcheinanderwirbeln. Da ist der Punkrocker am Bass, der Metal-Spezialist an der Gitarre, der EBM-Experte am Synth und ein Sänger, dem man im Dunkeln nicht begegnen möchte. Zu Gehör bringt dieses Quartett der Gegensätze einen Sound, der sich von der Masse abhebt. Das dritte Album von goJA moon ROCKAH grast zwischen Western-Gitarre („Libido Cowboys”), dem Minimalismus von DAF („Glatt”), den weiten Flächen einer Planeten-DoKu („Unisex“) und der Angst und Schrecken verbreitenden „Liebeszelle“. Hinzu gesellt sich eine gehörige Portion der intellektuellen Seite der NDW-Jahre, die sich vor allem in den Songtexten zum Ausdruck bringt. Wer  sich die CD dann auch noch auf die Kopfhörer legt, der erkennt den Hauch der Perversion, der jeden Song umgibt. (Manfred Thomaser)
VÖ: 24.09.2010 // Echozone

 
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Myspace.com/GojaMusic
goJA moon ROCKAH in Bodystyler #38 »  
 
 
 
 
 

hr seid eine reine „HERRen-Band“ - was ist so schlimm an Euren bürgerlichen Namen?
goJA moon ROCKAH: Zu einer total ernsthaften Band passen die Namen Kevin, Ronny, Sascha und Jerome leider nicht.
BODYSTYLER: Warum könnt ihr euch dann nicht wenigstens auf einen einheitlichen Bandlook einigen? Bei Euch fehlt jetzt bloß noch ein Rasta-Mann!
goJA moon ROCKAH: Finde erstmal einen Rasta-Mann, der bei uns einsteigen will.
BODYSTYLER: Ahh, verstehe. Als Zweites das vielleicht Wichtigste des heutigen Abends: Wenn sich die Erde auch weiterhin entgegengesetzt zum Uhrzeiger dreht, entfernt man sich dann nicht immer weiter von sich selbst? Schließlich engt uns die Zeit so schon genug ein - und die Zeiger drehen sich auch noch falsch. Oder dreht sich die Erde verkehrt herum?
goJA moon ROCKAH: Alles Quatsch! Egal, in welche Richtung sich die Erde dreht, man entfernt sich und kommt sich wieder näher. Da musst Du einfach ein bisschen warten. Außer natürlich, Du hast keine Zeit. Dann kannst Du aber einfach der Erdrotation entgegenlaufen und versuchen, alles etwas zu beschleunigen. Wenn Deine Freunde mitmachen, dann funktioniert die Erde wie ein Laufband. Übrigens: Laufbänder sind diese Dinger, die von Menschen benutzt werden, die keinen Bock haben, an der frischen Luft zu schwitzen. Total doof. Genauso wie Herr Ja, der ging mal ins Wasser und später kam er wieder raus.
BODYSTYLER: Ist Anarchie dann der wahre Feind der Demokratie?
goJA moon ROCKAH: Keine Ahnung. Über so was müssen wir uns zum Glück keine Gedanken mehr machen, seitdem wir diese hübsche, kleine Bohrinsel im Bermudadreieck besitzen. Unser eigener kleiner Staat quasi, da tun wir was wir wollen. Du solltest uns mal besuchen kommen. Wir trinken Grog, rauchen billige Zigarillos, hören Boy George und bewundern die malerischen Flugzeugabstürze.
BODYSTYLER: Weil's gerade um Heu geht, wie teuer war das Video zu „Geraldine“?
goJA moon ROCKAH: 8000 Mark! Wir haben leider den teuren Puff-Champagner getrunken und der komplette Vorschuss für die nächsten acht Alben ging drauf.
BODYSTYLER: Apropos Puff, wie lange muss man keinen Sex haben, um fast ein ganzes Album lang über das Thema zu singen?
goJA moon ROCKAH: Das ist keine Frage von zu wenig Geschlechtsverkehr. Wenn man begeisterter Sexmacher ist, so wie wir, dann kann man Bücher über das Thema füllen. Aber wir dachten uns, dass wir im hypercoolen Musikbusiness mehr Mädels abkriegen als bei den Pfeife rauchenden, Cognac schwenkenden Lyrikern aus der Feuilletonabteilung.
BODYSTYLER: Findet man im Booklet wenigstens nackte Tatsachen oder bleibt es bei dem unerotischen Cover und der verbalen Benutzung schmutziger Worte?
goJA moon ROCKAH: Unsere Prachtbodys sind top secret, also keine nackte Haut im Booklet. Die zu beanstandenden Worte ersetzen wir live durch „Miau“ und im Booklet werden die Textstellen geschwärzt. Natürlich nur auf Wunsch oder kaiserlichen Erlass.
BODYSTYLER: Jetzt möchten wir aber noch mehr Backstage-Geschichten hören...
goJA moon ROCKAH: Die Geschichten können wir leider nicht öffentlich machen, wir würden sofort hinter schwedischen Gardinen landen. Nur soviel: 19,8 Dresden bei Nacht.
BODYSTYLER: Stimmt. Und stimmlich wie musikalisch habt ihr seit Eurem 1. Scheiblette ordentlich nachgelegt. Wie kam es zu diesem Wahnwitz?
goJA moon ROCKAH: Die Aldi-Phase ist vorbei. Wir dachten, dass es an der Zeit wäre, nicht länger mit unserem Können hinter dem Berg zu halten.
BODYSTYLER: Und bei Können vor Publikum? Die Gäste bei Ikon waren ja definitiv eher dysphorisch...
goJA moon ROCKAH: …dafür war die Afterparty mit den Ikon-Jungs umso besser! Publikumstechnisch schneiden wir bei unseren eigenen Gigs immer am besten ab, aber auch mit Psyche, Twice A Man oder DAF hatten wir tolle Abende.
BODYSTYLER: Benutzt ihr Bodyhorst als Inspiration?
goJA moon ROCKAH: Wer soll das denn sein?
BODYSTYLER: Unser Chef!
goJA moon ROCKAH: Wir kennen nur Ronald.
BODYSTYLER: Issa aber nich! Horst is dicker! Wäre jetzt nicht ein besserer Zeitpunkt als Support für Unheilig statt damals?
goJA moon ROCKAH: Pah, Unheilig. Wenn, dann machen wir Support bei der Abschlusstour der Flippers oder direkt beim Wendler. Musikalisch ist das ja alles recht ähnlich.
BODYSTYLER: Malt mal bitte einen Schweinerock im Elektrokostüm!
goJA moon ROCKAH: Och, nö. Aber danke für das Interview. Hat Spaß gemacht.
BODYSTYLER: Ging so.



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© 2010 // Bodystyler Electrozine //
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