n Eurem neuen Album geht es inhaltlich um "Die dunkle Göttin". Auf welche bezieht Ihr Euch und wie kam es dazu, dass Ihr Euch zu dieser Thematik entschlossen habt?
Tony McCormack: Wir beziehen uns auf die Göttin Lilith. Wir haben schon seit einer ganzen Weile ein besonderes Interesse an Lilith. So schrieben wir den Titel "Heart of Lilith" im Jahr 1995 und sind vor allem an den Vampir-und Succubus Elementen ihrer Persönlichkeit interessiert.
Diese Lilith treibt sich recht schillernd in aller Welten Mythologie umher und vielleicht war ihr Geist auch in meinem Zimmer, als ich das Werk von Inkubus Sukkubus und speziell den letzten Titel hörte.
BODYSTYLER: Das Stück "Karnayna" unterscheidet sich stilistisch etwas von den anderen. Dennoch begeisterte es mich beim ersten Hören derart, dass ich dazu nackt durchs Zimmer tanzte. Warum ruft es solch eine Reaktion hervor und ziemt sich mein Verhalten?
McCormack: Das Stück "Karnayna" wurde geschrieben, um die ansonsten mehr weibliche Energie des Albums auszugleichen. Es ist dem "Gehörnten Gott" gewidmet. Ich schrieb den Refrain nicht bewusst, sondern er erschien in meinem Kopf und ich musste ihn einfach sofort aufnehmen, er kam als eine Art göttliche Eingebung. Dies hatte ganz sicher einen großen Einfluss auf mich, und ich konnte über Wochen nicht aufhören an den Song zu denken. Es war also vielleicht eine Art automatisches Schreiben.
Oha, der gehörnte Gott ist zuständig für das Metier Fruchtbarkeit. Verständlich, das Tony da nicht näher über meinen Tanz nachdenken wollte. Im übrigen findet ihr des Gottes Antlitz auf jeder Flasche Jägermeister. Dies ist nicht allein der Grund meiner nächsten Frage, aber vielleicht klärt Tony ja selber auf.
BODYSTYLER: Warum spielt ihr so selten live in Deutschland? Bietet man Euch zu wenig Jägermeister als Gage?
McCormack: Der Grund, warum wir so selten in Deutschland spielen? Wir haben hier keinen Booker. Frank de Angelo (Labelchef von Alice in... - Anm.d.Red.) hat uns ein paar Gigs organisiert, aber natürlich würden wir gern mehr spielen.
Dem Jägermeister widmeten Inkubus Sukkubus auf ihrem Album "The beast with two backs" einen eigenen Song. Dieser wurde 2001 bei ihrem Auftritt auf dem Mera Luna-Festival zur frühen Mittagsstunde auch ekstatisch mit dem Gesöff zelebriert. Inzwischen scheint man sich anders zu zerstreuen...
BODYSTYLER: Der Kommerz hat mit "Harry Potter" oder "Twilight" die Mystik erobert. Was haltet Ihr davon?
McCormack: Es ist gut, dass die Menschen sich dafür öffnen. Es ist nur die erste Sprosse der Leiter, aber es ist ein Anfang.
Der Bodystyler ist doch immer wieder für einen Knüller gut. Wer hätte gedacht, dass eine Band, die so tief im Heidentum verwurzelt ist, wohlwollende Worte für den Film "Twilight" findet, der doch eigentlich ein Propaganda-Film der Gegenseite ist. Schließlich ist die Autorin des Buchs bekennende Anhängerin der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Sind Dämonen gar züchtiger als man denkt?
BODYSTYLER: Kommen Inkuben und Sukuben eigentlich immer gleich zur Sache oder kann man sich mit ihnen auch auf ein romantisches Essen und langes Vorspiel einigen?
McCormack: Eine große, proteinreiche, schwere Mahlzeit und ein romantisches Vorspiel voller sexueller Spannung sind ideale Katalysatoren für die Begegnung mit einem Inkubus oder Sukkubus, oder?
Das sind auch keine schlechte Voraussetzungen für ein promotionstarkes Interview. Aber für uns gab's leider nur ein Quickie. //
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Homepage: InkubusSukkubus.com
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