Klutæ

"Long live ÆBM!"


Über das fröhliche Volk der Dänen wacht Königin Margrethe II. Doch die Monarchie ist ein recht einengendes Regierungsgeschäft. Deswegen hat Claus Larsen, alias Klutæ, den bissigen Bastard von Leæther Strip von der Leine gelassen. Nicht nur, um den Royalisten in die Waden zu beißen. Nein, vielmehr bellt er die weltweite Electro Punk-Rotte zum Gruppenpogo heran. Bevor es losgeht wollen wir natürlich alle wissen, wie der Kläffer gediehen ist.
 
Interview: Spider / Daniel Theberath //   
 

Hass-Briefe wegen "Die Atzen"-Cover: Claus Larsen

 



 
 

»Wenn die Kreativität weiter so gesprengt wird, werde ich bald anfangen Pullover für Kurt zu stricken und limitierte Barbie Puppen sammeln!«

Electro-Punk Claus Larsen
 
 
 

KLUTAE
„Electro Punks Unite“
Willkommen zum ersten weltweiten Electro Punk-Treffen. Altmeister Claus Larsen lässt mit dem raubeinigen Bruder von Leaether Strip kräftig die Nietengürtel rasseln. Ein Smasher nach dem anderen lädt zum Pogo. No Future, dafür prügelnde Drumcomputer kurz vor der Überhitzung, knackige Synths, harsche Gitarrensamples, und eine aggressive Sangesstimme. Dazu ein paar klassische EBM-Stomper, die garantieren, dass dieses Genre lange leben wird. Natürlich ähnelt so mancher Song dem anderen, und es sitzt nicht jeder Ton. Aber gerade dass macht das Album so real schmutzig und liebenswert. Wie immer ist Klutae auch dazu da, ein paar gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln. Für ein reines Spaß-Gekloppe wäre diese energiegeladene Scheibe auch zu schade. Ich freue mich jedenfalls darauf, dass „Electro Punks Unite“ mit Power und Intelligenz die Tanzfläche in schlafwandlerischer Eleganz erobert, und stupide Nachtmahr vertreibt. (Spider)




Na siehste... endlich wird mal beim Namen genannt was Steinkind, Rabia Sorda und natürlich nicht zuletzt Klutae seit einigen Jahren auf uns monotone Electroköppe loslassen. Electropunk! Kaum dreht der Silberling seine Runden, wird man schon überrollt, ohne dabei Luft holen zu können. Geht auch alles gut durch den Kopf und bläst erstmal schön frei, nur ist leider das einzige, was zum Schluss hängen bleibt, das Trommelfell. Na ja, außer vielleicht „Desert Storm“, das sich ja wie'n roter Faden durch die neuen Klutae-Veröffentlichungen zieht. Rummsige Coverversionen und knackige Songs, die einen sofort am Haken haben, sucht man aber leider vergebens. Spaß macht das Gesamtwerk trotzdem, weil es für die ersten Besteller (beim Claus direkt) noch Gimmicks dazu gibt - allerdings ohne YPS-Heft. Und das Cover erinnert auch noch irgendwie an Zoth Ommog, verrückt! (Daniel Theberath)
VÖ: 12.06.2011 // Eigenvertrieb über leather_strip@vip.cybercity.dk

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

ie entscheidest Du, welches Material für welches Projekt zum Einsatz kommt? Waren alle Songs auf dem Album von Beginn an Klutæ-Songs?


Anzeige | Eigene schalten »




Claus Larsen: Ich arbeite nie an zwei Veröffentlichungen gleichzeitig, so ist es für mich leicht, die zwei Bands zu trennen. Wenn ich an einer Klutæ-Veröffentlichung arbeite, versuche ich die Routine loszuwerden, die man bekommt, wenn man über viele Jahre alleine arbeitet. Es gibt keine Regeln oder Pläne, wie das Album klingen soll. Ich versuche spontan zu sein, und den "Bad Boy" in meinen Liedern zurückzurufen. Ich war ein Punk als Teenager und hole ihn gern hin und wieder aus dem Wandschrank, um den Staub aus seinem Mohawk zu bürsten. Klutæ hilft mir auch, neue Ideen und Inspiration für die folgenden Veröffentlichungen zu gewinnen. Ich arbeite gerade an einem sehr melancholischen und melodischen Leæther Strip-Album. Und die ganze Wut herauszulassen, indem ich Klutæ-Songs schrieb, hat wirklich geholfen, meine melancholische Seite hervorzubringen.
BODYSTYLER: Einige Leæther Strip-Songs, insbesondere Coverversionen, allen voran das „Die Atzen“ Cover im letzten Jahr, würden sich doch auch als Klutæ-Songs eignen, oder?
Larsen: Stimmt, diese Cover Version wurde nur zum Spaß gemacht. Mein altes amerikanisches Label Cleopatra fragte mich, ob ich mich an dem Witz beteiligen würde, und ich sage nie nein, wenn es etwas zum Lachen gibt. Es ist ein schreckliches Lied und so kitschig, dass es schmerzt. Ich bekam ein paar Hass-Briefe, weil ich das Cover gemacht habe. Es will mir nicht in den Schädel, dass einige Leute nicht fähig sind, den Spaß darin zu sehen. Ich würde das Stück nie auf irgendeins meiner Alben packen. Und Cleopatra bat mich, es als Leæther Strip zu veröffentlichen, so tat ich es.

Da sind wir gleich beim entscheidenden Thema, beim Label. Über solch eine pfiffige Institution sorgt der Künstler, normalerweise für einen fixen Verkauf seiner Ware, denn entgegen aller Gerüchte lebt er nicht von Luft und Liebe allein. Nicht so diesmal, da gibt es die CD direkt bei Claus. Einfach, via Pay Pal, 19 Euro in die Pranke von Claus hauen (leather_strip@vip.cybercity.dk) und schon kommt das Teil zu Euch geschippert.
BODYSTYLER: Was waren Deine Beweggründe, Dein neues Album selbst zu vertreiben? Hast Du Dein Label Alfa Matrix endgültig verlassen?
Larsen: Nein, ich habe Alfa Matrix nicht verlassen. Nur Klutæ tat es. Ich wollte schon immer versuchen, ein Album selbst zu veröffentlichen, um zu sehen, ob es möglich ist, und da Alfa Matrix nicht dieselben Ideen für diese Veröffentlichung hatte, wie ich, sagte ich mir, dass es an der Zeit ist, um es selbstständig zu versuchen, zumindest in Europa. In der restlichen Welt wird es durch WTII Records aus Chicago veröffentlicht. Ich bat sie, Klutæ zu veröffentlichen, da ich durch die frühe Industrialszene in Chicago sehr inspiriert wurde. Sie sagten sofort ja, und ich denke wirklich, dass sie einen guten Job mit Klutæ machen werden.

Da braucht man aber einen fähigen Navigator, um die Silberlinge von Dänemark nach Amerika zu schippern.
BODYSTYLER: Gibt es Pläne für ein in See stechen, z.B. mit dem Käpt'n von Rummelsnuff? Nach gemeinsamen Livecovern und Remixen wäre es doch mal an der Zeit!?
Larsen: Ich liebe den Kerl, und sein erstaunliches Talent einfach. Er ist ein guter Freund geworden. Ich habe große Hoffnung, dass wir noch einige Konzerte zusammen spielen werden. Wir haben gerade eine Coverversion von Soft Cell´s “Say Hello, Wave goodbye” aufgenommen. Wir sangen dieses Lied zusammen beim RECession-Festival in Dänemark im letzten Jahr, als ich Keyboard bei seinem Auftritt spielte, und wir haben es einfach aufgenommen. Aber ich bin nicht überzeugt, dass es veröffentlicht wird. Es ist eine herzerwärmende, aber groteske Version.
BODYSTYLER: Das trifft, im weitesten Sinne auch auf die Remix-Version des Klutæ-Stücks „I know it´s sick“ der Psychopomps zu. Ich hoffe, Du hast sie mit Deiner Energie angesteckt und wir hören künftig wieder mehr von ihnen.
Larsen: Ja, Jesper hat einen großartigen Remix für die europäische Version des Albums gemacht. Ich habe nie aufgehört zu versuchen, die Jungs von Psychopomps dazu zu bringen, wieder etwas aufzunehmen - und ich werde meine Bemühungen auch nicht einstellen. Das Hauptproblem besteht darin, dass sie in verschiedenen Teilen Dänemarks leben. Aber es gibt noch Hoffnung. Die Welt braucht ein neues Album von ihnen.

Genau, und bis das geschieht, stampfen wir so lange mit den Füßen auf den Boden und schreien, bis uns der Rotz aus der Nase spritzt, oder wir werden zumindest echt böse.
BODYSTYLER: Wenn Du wütend bist, stürzt Du Dich dann sofort in die Arbeit für Klutæ. Oder reagierst du Dich manchmal auch anders ab? Zum Beispiel Gläser an der Wand, zerdeppern, Holz hacken, Nonnen erschrecken oder wilden Sex?
Larsen: Die Musik zähmt wirklich dieses wilde Biest, das in mir eingesperrt ist. Ich weiß das, weil während meiner 5-jährigen "Pause" war es wirklich kein Spaß damit zu leben. Es ist ein Wunder, dass ich nicht weggesperrt wurde. Umso mehr ich an meiner Musik arbeite, und live spiele, umso ruhiger werde ich. Wenn die Kreativität weiter so aus mir herauskommt, werde ich bald anfangen Pullover für Kurt zu stricken und limitierte Barbie-Puppen sammeln.
BODYSTYLER: Na, na, Claus, nicht Deine Parole vergessen. Long live EBM! Wir wissen natürlich warum, denn es ist einfach gesund für Geist und Körper. Dennoch gibt es immer noch Pedanten, die behaupten nur handgemachte Musik hätte eine Daseinsberechtigung. Wie bekommen wir die in unser Fitnessprogramm?
Larsen: Ja, Viva EBM, und motherfucking Hippies und Musik-Polizei. Unsere kleine, harte Szene hat jetzt seit Jahrzehnten ohne Berichterstattung in den Massenmedien und Radioeinsatz gelebt - und sie wird nicht sterben. Sie im Untergrund zu halten, festigt unsere Bande! Ich sehe es in den Augen und dem Lächeln der Leute in den Veranstaltungsstätten, zu denen wir kommen – reine Energie! Wie kann mich das nicht dazu bringen, so lange weiterzumachen, wie ich kann? Die Rückkehr auf die Bühne, 2009, war einer der besten Entschlüsse, die ich jemals hatte - und dank all der Leute, die zu den Konzerten auftauchen, werden wir weiterhin gebucht. Meine Hoffnung, war einige, unregelmäßige Konzerte spielen zu können. Jetzt haben wir 2011 und wir bekommen immer noch Jobs, die wir bewältigen können. Mein Rückenproblem, dass mich lange von der Bühne fernhielt, ist inzwischen zu einen Tipp Top-Zustand genesen, so werden wir das fortsetzen, solange wir gebucht werden.

BODYSTYLER: Was bleibt da noch abschließend hinzuzufügen?
Larsen: Ich möchte mich nur für das erstaunliche Feedback bedanken, das ich bekommen habe, nachdem ich bekannt gab, dass Klutæ zurück ist, und dass wir Klutæ außerdem auf die Bühne bringen. Kurt und ich können es nicht abwarten, Euch mit dem neuen Material in den Arsch zu treten. Wir sind bereits fünf mal gebucht. Hier sind die Daten der Shows:
KLUTÆ Concerts:
19.07. LUMOUS GOTHIC FESTIVAL (Finnland)
13-14 Aug "M'era Luna" (DE)
16-17 September Aarhus (DK)
28 Aug. Copenhagen (DK) (mit Front Line Assembly)
Ich sehe Euch vor der Bühne, und denkt daran, die Szene zu unterstützen, die Ihr so liebt! Umarmungen, Claus //




Homepage: Myspace.com/klutae

© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //



Das kostenlose Electro-Abo von BODYSTYLER! Immer die neueste Ausgabe als e-Book in Deinen E-Mail-Briefkasten? E-Mail:


 
 
Anzeigen | Eigene schalten »