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Momofoko

"Was, Schweden sollen mürrisch sein? Ihr müsst uns mit den Finnen verwechseln!
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Die sechs Schweden von Momofoko sind ganz angetan davon, wenn man sie als spaßig-kindlich verspielte Band versteht. Als solche wollten sie auch ein Album machen, bei dem es klar auf der Hand liegt, dass sich der Fokus auf Rhythmus- und Dance-Feeling in den Songs konzentriert. Und das haben sie gemacht: „Momoism“ erschien am 01. April via Stereoflex. Besonders bemerkenswert: Mårten klingt nicht wie irgendein ein anderer Schwede in Malmö. Aber er singt absolut geil.
 
Interview: Ivo Klassmann //   
   
 

Momofoko: "Ein Momo bekommt man nur ein einziges Mal im Leben!"

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»Wir glauben, dass all der „Elektrische Blödsinn“ überall mal entsorgt und als neue Energiequelle wiederverwertet werden muss!«

Momofoko zu Strom und Reaktoren
 
 
 

MOMOFOKO
"Momoism"
Zwischen Feuchtgebiete und Schossgebete passt noch vortrefflich eine bunte Packung Momoism. Sie lockert die Hüften und verhilft zu einem Strahlen, was jedoch auch darin begründet sein könnte, das sechs scheinbar kerngesunde Schweden nicht mehr alle Stäbe am Reaktor haben. Die verquirlen hemmungslos Sounds jeglicher Couleur aus dem Archiv der Popmusike zu einer funky Spacecowboy-Groove-Collage, nur damit Herzen nebst dem prallen Gewebe davor stets im Takt bleiben. Vollends überzeugt dies bei der amtlichen Anfrage "What You Want To Hear" oder der Durchsage "Here Comes The Night", dennoch bleibt sich die routinierte Produktion inklusiver wechselnder Verzierungen im Sound stets treu und dürfte in voller Länge zum großen Durchbruch verhelfen, auch wenn es nur der unterhalb des Zwerchfells inklusive Narkose ist.
VÖ: 01.04.2011 // Stereoflex

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Myspace.com/Momofoko
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

ejdå Jens, auf eurer Vorabsingle "What You Want To Hear" sieht man viel mehr Farben, wie z.B. bei der Bezugsstoffauswahl vom Nackenkissen UPPTÄCKA. Warum habt ihr dann fürs Album ausgerechnet einen fetten blauen Klecks gewählt?


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Momofoko: Gute Frage, hmm...
BODYSTYLER: Ja, wa?
Momofoko: Wir wollten auf dem Cover offenbaren, was für eine Art von Band Momofoko ist. Vergleichbar mit dem - wie wir es ja auch schon auf unserer Letzten Scheibe getan haben. Wir sind ganz angetan davon, wenn man uns als eine spaßige, kindlich-verspielte Band versteht.
BODYSTYLER: Ach so?
Momofoko: Das blaue Dingsda lässt einen an Kinderbilder oder auch an Action-Paintings aus der modernen Kunst denken. Es ist vermutlich von allem irgendwie etwas… Und wir wissen gar nicht wirklich, warum sich Momo so in Farbe verliebt hat. Ihr solltet mal die Innenseiten des Album-Booklets sehen. Derlei Fotos hätten bei uns beinahe zu dem innigen Wunsch geführt, niemals wieder mit Farbe zu spielen.
BODYSTYLER: Ach, dass bisschen rumsauen. Ähm, blau ist auch die gnadenlos beliebteste Farbe, gleiches galt hier lange für liberale Skandinavier. Jetzt hört man aber immer öfter, dass am 60. Breitengrad nicht nur die Bierpreise übel sind, auch der Schwede selbst soll in Wahrheit etwas mürrisch sein. Ist man da in Malmö froh darüber, dass Dänemark sehr viel näher als der nächste Elch ist?
Momofoko: Was, Schweden sollen mürrisch sein? BODYSTYLER: Hab ich gehört, ja.
Momofoko: Möglicherweise ein wenig antisozial, aber mürrisch?
BODYSTYLER: Wie gesagt, hab ich gehört.
Momofoko: Ihr müsst uns mit den Finnen verwechseln. Aber wir sind schon sehr glücklich, dass Kopenhagen sehr viel näher als die Elche ist, besonders da Momo im Leben noch keinen Elch in der freien Wildbahn gesehen hat. Was habt ihr Deutschen nur immer mit den Elchen?
BODYSTYLER: Das Klischee lebe immer hoch!
Momofoko: Hätten wir unsere Band womöglich Elchfoko genannt, dann hätten wir jetzt wohl wahnsinnigen Erfolg in Deutschland. Was meint Ihr?
BODYSTYLER: Nö, das passt schon alles… Seit 3 Jahren sorgt ihr nun für Bewegung und dafür, dass der Blutzuckerspiegel im Club nicht absackt. Warum habt ihr euch für die Musik und nicht für eine Karriere beim Malmö FF entschieden?
Momofoko: Wir gucken ja mehr Fußball, als das wir ihn auch spielen würden. Und irgendwie kommt Malmö FF auch ganz gut ohne uns aus. Wartet nur ab und passt genau auf, was da in der Champions League diese Saison noch alles geht. Die Clubs brauchen uns viel mehr. Zlatan‘s (Zlatan Ibrahimović war 5 x schwedischer Fußballer des Jahres) wachsen hier ja überall wie auf Bäumen, aber ein Momo bekommst nur ein einziges Mal im Leben.
BODYSTYLER: Apropos "ein einziges Mal"... "Momoism" heißt euer erstes Album - genau wie das von "Mimori Yusa" von vor sechs Jahren. Ihm gelang es damit einen Track als Werbe-Hit für japanische Nudelsuppen im Plastikbecher zu verkaufen. Wie sieht euer Plan aus?
Momofoko: Wir hatten überhaupt keine Ahnung davon. Dieser Werbe-Jingle für Nudeln war doch unser Plan. Schlicht, weil doch der großartige Mann, welcher die Instant-Nudeln erfand, Ando Momofuku genannt wurde, dachten wir, da wäre für uns alles klar und inklusive. Jetzt müssen wir uns wohl was Neues einfallen lassen, oder hart bis zur Rente schuften. Aber wer will das schon wirklich?
BODYSTYLER: Anders Alexander wahrscheinlich auch nicht. Hierzulande ist der ja dafür berüchtigt, mit "Alice in Videoland" den SkatePunk wiederbelebt und dadurch auch die "Guano Apes" ermutigt zu haben wieder die Instrumente zu entstauben. Wie haben sich ausgerechnet eure Wege mit den seinen gekreuzt?
Momofoko: Anders Alexander ist ein alter Freund der Momo's. Wir kennen ihn seit Jahren. Mir fällt grad nicht ein, wann wir ihn das erste Mal trafen, aber ich erinnere mich gut an eine sehr feuchte Karaoke-Session Spätnachts, zu der Zeit, als er sein Studio noch in Stockholm hatte, vor vielleicht 8 oder 9 Jahren. Seitdem sind wir Freunde. Und da wir einen guten Produzenten brauchten, war es das Natürlichste für uns ihn zu fragen.
BODYSTYLER: Warum er?
Momofoko: Er leistet Phantastisches in Sachen Drum-Sounds und Synthesizer, und uns war klar, dass er da einen prima Job für Momo machen könnte. Und er hat es getan.
BODYSTYLER: Kann es sein, das der Rhythmus des Albums viel mehr von Joakim's Percussions und deinem Schlagzeug bestimmt wurde wie noch auf der "Not Now!...Now?"?
Momofoko: Wir wollten ein Album machen, bei dem es klar auf der Hand liegt, dass sich der Fokus auf Rhythmus- und Dance-Feeling in den Songs konzentriert. Dadurch haben Joakim und ich möglicherweise ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Aber auch Calle's Bass oder die Gitarren von Victor und Axel und die Synthesizer spielen eine rhythmisch immens wichtige Rolle... Funktioniert doch...? Wir hoffen es zumindest.
BODYSTYLER: Da wäre ja noch Mårten, der klingt gar nicht wie ein Schwede und ich ertappe mich bei der Frage, welche Hüte ihr wohl beim einspielen aufhattet. Liegt das vielleicht daran, das bei euch die TV-Serien und Jamiroquai-Platten nicht synchronisiert werden?
Momofoko: TV-Serien und Jamiroquai-Platten müssen NIEMALS synchronisiert werden! Und richtig, Mårten klingt nicht wie irgendein ein anderer Schwede aus Malmö. Aber er singt absolut geil.
BODYSTYLER: Nicht ganz zufällig stellt sich mir bei „geil“ noch folgende Frage: Warum behandeln eure Texte durchweg Zwischenmenschliches? Ist das überhaupt noch notwendig in einem Land, wo seit den 60ern Pornos und Sexshops völlig legal sind?
Momofoko: Ja. Ihr solltet nämlich folgendes bedenken: ich meine diese Sachen mit den Bordsteinschwalben, das ist in Schweden ganz und gar nicht legal. Aber jetzt mal ehrlich, wir schreiben nur über das, was wir erlebt haben, und bisher hatten wir keine gehaltvolle Debatte mit einem Sexshop. Wahrscheinlich, weil sich bisher keiner bei uns gemeldet hat.
BODYSTYLER: Hier wird immer vermeldet, das Königin Silvia "Abba" liebte, Carl Gustaf mehr die "Army of Lovers" und Victoria wohl nicht ohne "Roxette" kann. Aber wer aus dem Königshaus ist ein Fan eurer Beats, Prinzessin Madeleine oder etwa die Lilian?
Momofoko: Wenn wir eine von den Genannten auswählen müssen, dann würden wir Lilian nehmen (Anm. d. Red.; die Dame ist Baujahr 1915). Könnt ihr euch die auf dem Dancefloor vorstellen?
BODYSTYLER: Wir können uns immer alles vorstellen.
Momofoko: Es wäre ja zu schön! Aber warum nicht auch den King of Pop. Oder Prince, wenn er denn das ist, was sein Name verspricht. Oder noch besser, King Louie aus dem Dschungelbuch. Der konnte wirklich tanzen.
BODYSTYLER: Wahrlich royal, aber nochmal zurück zu Mimori Yusa. Er stammt aus der momentan sehr schwer gebeutelten Präfektur Miyagi und hörte seit 25 Jahren von gut frisierten Schweden, das "The Final Countdown" bevorsteht... Meint ihr, das die Reinfeldt-Regierung nach der Katastrophe dort ihre Wiederzulassung von Reaktor-Neubauten in Schweden überdenken wird, quasi als eine Art "Human Behavior"?
Momofoko: Wenn es um Politik geht, schaltet Momo ab. Und wenn es um Strom geht, dann glauben wir daran, dass all der ganze „Elektronische Blödsinn“ überall mal entsorgt und als Energiequelle für Häuser wiederverwertet werden muss! Genau deshalb sind wir auch ständig unterwegs.
BODYSTYLER: Unterwegs ist auch schon das nächste Stichwort. Wir hier finden ja Wodka aus Schweden absolut gut, was gefällt euch denn an Deutschland so sehr, das ihr nun schon zum wiederholten Mal hierher auf Tour kommt?

Momofoko: Ein paar von uns, die Nicht-Vegetarier, lieben Currywurst und die Knödel. Aber zweifelsohne liebt die deutsche Club-Scene Momo über alles. Und genau deswegen kommen wir!
BODYSTYLER: Dann mal besten Dank fürs Interview und liebe Grüße an die Pippi, Tante Gummigutta und Christina Lindberg…
Momofoko: Wir haben zu danken. Und denkt dran, wir sehen uns!
BODYSTYLER: Abgemacht. //


   

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