ür einen schüchternen Interviewer wie mich ist Euer Albumtitel natürlich eine Stärkung des Selbstvertrauens. Eure Texte leuchten die Lust und Liebe wohl aus fast allen Blickwinkeln aus - auch den dunklen. Warum überwiegt letztlich dann doch das Verlangen und Vertrauen?

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Mona Mur: Ich kann die Frage nicht beantworten. Verlangen, Vertrauen, ... das sind sehr unterschiedliche Begriffe. Man kann beides finden in der Musik. „Do With Me WHat You Want“ heißt, ich kann mich fallen lassen ohne Angst, aus einer Position der Stärke heraus. Es ist der Versuch, dem Leben radikal wahrhaftig entgegenzutreten.
En Esch: Diese Tracks spiegeln unsere Harmonie wieder - in menschlicher und musikalischer Weise. Wir sind dazu noch beide im Sternzeichen Löwe geboren und besonders dominant und emotional.
BODYSTYLER: Musikalisch wandelt Ihr gekonnt zwischen der Freude am Experimentieren und dem Können am Komponieren. Wie darf man sich das praktisch vorstellen? Von der ersten Idee bis zum fertigen Song und begegnet Ihr Euch dabei in Fleisch und Blut oder mehr im virtuellen Datenaustausch?
Mona Mur: Wir sind beide Sänger, Songschreiber und Produzenten. Jeder hat Recording Facilities. Wir arbeiten so oft zusammen wie es geht und mit allen Mitteln. Wichtig ist gemeinsames Reisen.
En Esch: Jeder Song auf diesem Album hat eine eigene Geschichte. Fleisch und Blut spielt oft eine Rolle, aber natürlich auch der virtuelle Austausch. Wir haben beide ein ähnliches Set up zu Hause und können aus kleinen intimen Ideen gemeinsam größere Produktionen erschaffen. Zum Glück verstehen wir uns menschlich und musikalisch hervorragend.
BODYSTYLER: Mona, Du bist Musikerin, Sportlerin (höchst erfolgreich im Taekwondo) und Schauspielerin. Wie lange ist es her, dass Du einfach nur einen Tag lang auf der Couch gelümmelt hast und Dich durch das TV-Programm gezappt hast?
Mona Mur: Es ist lange her.
BODYSTYLER: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Taekwondo, Ju-Jutsu, Karate und Judo?
Mona Mur: Allen Kampfkünsten liegen dieselben Erkenntnisse über die menschliche Anatomie zugrunde. Alle Stile haben ihre eigene Ausprägung. Grob gesagt: Taekwondo und Karate ähneln sich, beide Systeme basieren auf harten Schlägen und Tritten. In Judo und Ju-Jutsu operiert man eher „dicht am Mann“, mit Hebeln und am Boden.
BODYSTYLER: En Esch, welche Sportart betreibst Du oder ist das Spielen mannigfaltiger Instrumente ausreichend für eine gute Kondition?
En Esch: Ich fahre viel Fahrrad in Berlin, habe die New Yorker Schule durchlaufen und habe gelernt niemals anzuhalten... Bitte nicht nachmachen! Die Zeiten, dass ich jeden Tag Schlagzeug spiele sind leider vorbei. Ein paar tägliche Liegestütze helfen da.
BODYSTYLER: Frage an beide: Bringt Ihr Euer neues Album auch live auf die Bühne? Wie sehen Eure weiteren musikalischen Pläne für die Zukunft aus? Zusammen und in Solo Projekten.
Mona Mur: Am 19.09. startet die „Go T Hell!“ Canada Tour. Wir haben uns als EN ESCH, GÜNTER SCHULZ & MONA MUR zusammengetan, um aus dem Vollen zu schöpfen, nämlich aus den Repertoirs aller früheren und aktuellen Bands. Das sind KMFDM, Slick Idiot und Mona Mur & En Esch. Natürlich spielen wir auch Songs vom neuen Album. Später im Jahr werden wir mit FM Einheit, früher “Einstürzende Neubauten“, einem großartigen alten Kollegen und Freund, eine im März begonnene Kollaboration fortsetzen. Das ist sehr aufregend.
En Esch: Es ist gerade toll die alten KMFDM Stücke neu zu interpretieren, aber es ist auch aufregend die tollen Slick Idiot Stücke mit den langsamen und tiefen Mona Mur & En Esch Songs zu kombinieren. Es wird 2012 auch ein Best of Slick Idiot Album geben, sowie ein Mona Mur & En Esch Remix Album und wir planen Touren in den USA und Euopa.
BODYSTYLER: En Esch, nach den großen Zeiten des Industrial Rock Ende der 90er scheint dem Genre etwas die Puste ausgegangen zu sein. Du hast den Absprung geschafft, indem Du Deinen musikalischen Horizont erweitert hast. Welche Deiner alten Weggefährten haben das in Deinen Augen ebenfalls geschafft und welche eher nicht?
En Esch: Ein Genre ist immer langweilig nach einer Weile. Ich habe von Anfang an versucht Abwechslung auf meinen Alben zu kreieren und versucht, mich nicht zu einem Genre dazu zu rechnen. Viele Bands in diesem Genre sind schon zufrieden, wenn sie wie klassische Skinny Puppy oder Depeche Mode klingen. Aber mehr Individualität ist schon notwendig, um sich vom Rest abzuheben.
BODYSTYLER: Kürzlich wurde eine Kosmetikwerbung mit Julia Roberts verboten, wegen zu viel Nachbearbeitung durch Photoshop. Findet Ihr das gerecht und wie haltet Ihr das bei Euren Promobildern? Schick seid Ihr allemal!
Mona Mur: Wir haben das Glück, immer hervorragende Fotografen als Freunde zu haben. Die Verwandlung in Babyfaces wäre absurd. Aber gnadenloser Poser-Chic ist überlebenswichtig, wenn man als Künstler im Zeitalter der digitalen Verfvielfältigungsapokalypse nichts als seine Haltung zu verlieren hat.
En Esch: Wir lieben beide Photoshop, aber mehr um Poster, Pressematerial und Plattencover zu entwerfen. Unsere Bandphotos sind ziemlich natürlich belassen.
BODYSTYLER: Zum Abschluss gebt uns nun doch noch einen kleinen Fingerzeig. Was darf man gerne mit Euch machen und was dann doch bitte lieber nicht?
En Esch: Der Titel „Do with me what you want“ bezieht sich mehr auf die Schwierigkeiten als unabhängiger Künstler zu überleben im Zeitalter des freien Downloads und ignoranten Labels.
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Web: MonaMurEnEsch.de
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