Monica Richards

"Ich hatte als 'seltsames' Kind Nöte
!"

Der Frühling ist die Zeit der Vorboten. Die Blümelein sprießen frohlockend und verheißungsvoll. Mensch und Tier erwachen aus dem Winterschlaf und gehen ihrer Dinge nach. Ein guter Zeitpunkt also für Monica Richards eine neue Ep zu veröffentlichen, die uns durch die warmen Jahreszeiten geleitet, bis im dunklem Herbst der zweite Longplayer ansteht.
 
Interview: Spider //   
 

In Musik und Ernährung zieht sie ihr Ding durch: Monica Richards

 



 
 

»Ich hasse es, das Wort 'sexy' zu verwenden, es ist nicht wirklich in meinem Vokabular - ha ha!«

Monica Richards
 
 
 
 

MONICA RICHARDS (INFRA WARRIOR)
„The Strange Familiar“

Die Monika hat ihren William Faith am heimischen Herd gelassen, um mal nicht seine Muse zu spielen. Stattdessen köchelt sie ihr eigenes Süppchen. Erstmal mit einer 5 Song starken EP, die Geschmack aufs kommende Album machen soll. Der Opener „Armistice“ ist auch gleich äußerst delikat, wenn auch in der Rezeptur aus dem Kochbuch von Faith & The Muse geklaut. Da bietet der folgende Track „The Might“ schon viel mehr spezielle Gewürze aus dem eigenen Anbau. Innerhalb sieben Minuten Garzeit wird aus einem zarten Souffle aus Cello ein mit Pauken präsentiertes Hauptgericht. Der Titeltrack lädt mit ähnlichen Zutaten direkt zum Schwelgen. Und „A good thing“ ist genau das: eine wunderschöne Ballade, die sich zur flotten elektronischen Tanznummer entwickelt, was möglicherweise daran liegt, dass dies eine Remixvariante ist. Mit „Oreiades“ wird man mit orientalisch anmutenden Gesang in ein zufriedenes Verdauungsschläfchen geschickt. (Spider)
VÖ: 13.05.2011 // Danse Macabre

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

och Monica wäre nicht eine Grande Dame des Goth, wenn sie nur auf vertrauten Pfaden wandeln würde. Wir begleiteten sie auf diesen und bei der Erkundung neuer Haine.


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BODYSTYLER: Dein EP Titel „The strange familar“ passt in vielerlei Hinsicht. Musikalisch hört man Einflüsse von Faith and the Muse - mit vielen fremden, eigenen Kreationen. Wie ging das Komponieren von statten?
Monica Richards: Nun, es ist hart, Faith and the Muse abzustellen. Ich schrieb die Hälfte der Musik, deshalb ist das geradezu ein Teil von mir, aber ich stimme Dir zu, ich denke, dass ich meinen eigenen Sound zu diesen neuen Liedern hinzufügte. Ich verwende Reason Software und jetzt auch die neue Reason-Aufnahmetechnik. Ich liebe es, mein eigenes Studio, meine eigene Technik zu leiten! Mein I-phone ist voll von Gesangsmemos, auf denen ich eine Melodie singe, die mir um 4 Uhr in den Sinn kommt, dann vertiefe ich mich darin und fange an, darum zu komponieren. Bei "Armistice" kam die Musik zuerst, wohingegen "The Strange Familiar" mit den Wörtern anfing, jedes Stück hatte seine eigene einzigartige Weise, seinen Weg zu mir zu finden.
BODYSTYLER: Und dieser Weg folgt textlich einem roten Faden, nicht nur im Titeltrack. Die Songs „A good thing“ und „Armistice“ scheinen geradezu die Hoch und Tiefs auf dem Weg zur Vertrautheit widerzuspiegeln. Wie viel Realität und wie viel Philosophie steckt in Deinen Texten?
Richards: Ich würde sagen 50/50. "A Good Thing", ursprünglich auf meiner ersten CD InfraWarrior, die EP Fassung ist ein Remix, wurde für das Kind geschrieben, das ich war, über die Nöte, ein „seltsames“ Kind zu sein. Aber als Kind so herumgeschubst zu werden, veranlasste mich, die Philosophie zu entwickeln, die ich heute habe. Dass wir alle sonderbar sind und alle einzigartig und wir das nie vergessen dürfen. "Armistice" ist viel traumhafter, ein Aufruf sich zurückzuziehen und das zu sein was Du bist. Ähnliche Gedanken gibt es also in beiden Songs, nur sehr unterschiedlich dargebracht.

Gedanken sollte man sich auch über den erwähnten Begriff „InfraWarrior“ machen. Dies war erst der Titel des Debüts als Solokünstlerin und ist nun gleichermaßen Projektname.
BODYSTYLER: Von einem „Infra-Warrior“ kann man schützende Wärme erwarten, sie kann aber auch schonungslos ihre Stärken nutzen. Vereinst Du beide Seiten in Dir?
Richards: Ja, tue ich. Kraft muss immer von innen kommen, und häufig fühlen wir uns nicht so stark.

Monica ist aber nicht nur Kriegerin der elektromagnetischen Wellen. Sie ist auch absolut auf der richtigen Welle, in Bezug, was auf ihrem Speiseplan steht.
BODYSTYLER: Du bist vegan. Verrätst Du uns Dein Lieblingsgericht und erklärst, warum Veganer einfach sexy sind.
Richards: Ich liebe jedes vegane Essen, von Tofu Satay, veganer Pizza bis zu guten indischen oder thailändischen Gerichten, die auf natürliche Art vegan sind. Urrr... Ich hasse es, das Wort "sexy" zu verwenden, es ist nicht wirklich in meinem Vokabular, ha ha!
BODYSTYLER: Wie spiegelt sich Deine Einstellung insgesamt in deinem alltäglichen Leben wieder?
Richards: Ich ziehe einfach mein Ding durch, wenn Leute mich danach fragen, erzähle ich ihnen etwas über die Hintergründe. Ich bin lange genug vegan, um nicht militant zu sein und mit meinem Finger auf andere zu zeigen, ich finde, dass ich zu den Leuten viel besser Zugang finde, wenn sie mich einfach als jemand sehen, die ihren eigenen Weg wählt und nicht erwartet, das alle folgen...

Eine milde Richterin, was bei dieser Thematik nicht immer leicht fällt. Wäre sie Jurorin in einer Kochshow, ich wäre sofort dabei. In anderen Bereichen eher nicht, obwohl man da auch talentfrei mitwirken darf.
BODYSTYLER: Was würdest Du tun, wenn man Dich fragen würde, ob Du Dich als Jurorin für „American Idol“ zur Verfügung stellst?

Richards: Ha ha! Ich würde sie Punkrock- und mehr obskure Songs von Bands wie The Chameleons, The Damned, Penetration... singen lassen. Ich würde es lieben, das zu machen!

Dann arrangieren wir das. Und wir sind vor der Glotze mit dabei. Nur bitte nicht zeitgleich mit den Simpsons. Da ist das Gerät von Bodyhorst belegt und der bewegt sich keinen Millimeter weg - von Fernbedienung und Fernsehsessel. //




Homepage: MonicaRichards.com

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