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Mono-Amine

"Ich mache Musik, um meinem Hirn einen intensiven Kick zu geben!"


Mono-Amine-Frontmann Joost Gransjean sprach mit dem Bodystyler über Vodka, Zigaretten und kreischenden Frauen ... ach ja, und natürlich Musik.

 
Interview: Frank Bentert //      
 

Von Terrorcore über Clubtrance bis hin zur Avantgarde einsortiert: Mono-Amine

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»Der Klang meiner hysterisch kreischenden Frau, das ich aus dem Studio kommen soll!«
Joost Gransjean auf die Frage, welches Geräusch ihm richtig auf die Nerven geht
 
 
 
MONO-AMINE "Do Not Bend" „Nur die Harten komm’n in Garten“ - dachte sich wohl auch Mono-Amine Kopf Joost Gransjean während seiner Arbeit am neuen Album. „Do Not Bend“ ist in seiner Mischung aus Industrial, Acid Techno, Hardcore u.v.m. nicht nur ein wahres Fest für Freunde des rhythmisch arrangierten Elektrolärms, nein, es beschert bei unsachgemäßer Handhabung auch jedem Hörgeräteakustiker auf Jahre hin eine treue Kundschaft. Fast pausenlos bahnen sich Bässe und Drums gewaltsam ihren Weg durch die Boxen, um dem Hörer geradewegs mit Schmackes ins Gesicht zu treten. Unterbrochen wird die Vernichtung des Trommelfells dabei lediglich von gekonnt integrierten sphärischen Flächen, schrabbeligen Soundstrukturen, dem ein oder anderen Sample und ab und an einem Hauch von Melodie. Meine Empfehlung für all jene, die im Feierabendverkehr oder auf dem Floor mal wieder richtig die Sau raus lassen wollen! Anspieltip: „Beyond The Status Quo“. (Frank Bentert)
VÖ: 03.09.10 // Ant-Zen

 
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Myspace.com/monoamine
 
 
 
 
 

oran liegt es, dass elektronische Musik in den Niederlanden so einen großen Einfluss und so starke Wurzeln hat?
Joost: Die Niederlande waren in den 70ern, 80ern und größtenteils auch in den 90ern ein sehr offenes und tolerantes Land und viele der heutigen Musiker wurden in diesen Zeiten geboren. Darüber hinaus gab es hier immer viele offizielle und inoffizielle Parties, die ein sehr guter Nährboden für neue Musiker und eine aktive Clubszene waren bzw. sind. Und obwohl die Industrialszene hier nicht sonderlich groß ist, ist es toll, dass ihre Anhänger um so enthusiastischer sind und sich auch auf Parties in den angrenzenden Ländern rumtreiben. Ein weiterer Grund dafür könnte sein, dass alle Musiker, die ich hier kenne, ihre Sache sehr ernst nehmen und das Musizieren als wichtigen Teil ihres Lebens und nicht als Hobby sehen.

BODYSTYLER: Dein musikalischer Stil ist sehr vielfältig innerhalb gewisser Grenzen. Ist der Drang dich auszuprobieren Teil deiner Persönlichkeit oder hast du dich musikalisch noch nicht gefunden?
Joost: Haha ... wenn ich Musik mache, denke ich nicht in Stilen oder Szenen. Ich mache Musik, um meinem Hirn einen intensiven Kick zu geben! Im Schaffensprozess schließe ich immer alle Vorhänge, mache mein Handy aus, stelle sicher, dass ich genügend Vodka und Zigaretten vorrätig habe und gebe mich ganz der kommenden Erfahrung hin.
Ich höre dann nur damit auf, wenn ich zusammenbreche oder einen neuen Sound kreiert habe, der mir auch nach Tagen des Hörens in Endlosschleife immer noch ein dickes Grinsen ins Gesicht drückt. Die Vielfalt meiner Tracks hört so nie auf und ich bin immer dabei mir neue Techniken und Workflows zu erarbeiten. Ich schätze, dass ist erst vorbei, wenn ich mal sterbe. Ich liebe diese Art Musik zu machen, sie lässt mich spüren, dass ich lebe.

BODYSTYLER: Du legst Wert auf einen sozialkritischen Ansatz in deiner Musik. Warum gibt es bei Mono-Amine dann keine Texte?
Joost: Eigentlich gibt es immer Texte in meinen Songs, auch wenn man ihn nicht sofort erkennt (lacht). Ich denke, viel Gesang steht der Intensität meiner Musik im Weg, deshalb gehe ich mit Worten recht sparsam um. Manchmal existieren Texte zu Beginn des Entstehungsprozesses eines Songs, enden dann aber als reine Soundlandschaft. Vorhanden sind sie deshalb aber trotzdem.

BODYSTYLER: Gerade im Musikgeschäft ist Schubladendenken weit verbreitet. Nervt es dich, wenn Leute versuchen, deine Musik zu kategorisieren?
Joost: Meistens amüsiert es mich zu sehen, was die Leute daraus machen. Ich bin schon von Terrorcore über Clubtrance bis hin zur Avantgarde (lacht) sortiert worden. Aber nerven tut es mich nicht. Ich finde es schön, wenn die Leute positive, mentale Erlebnisse beim Hören meiner Musik haben. Es geht mir in erster Linie auch nicht darum, andere Menschen zu unterhalten, das ist nur ein netter Nebeneffekt. Daher muss das, was ich mache, auch nicht von jedem verstanden werden.

BODYSTYLER: Welche Band, die du in jüngeren Jahren gern gehört hast, ist dir heute peinlich?
Joost: Alle Bands, die vergessen haben, warum Sie mit ihrer Musik mal anfingen und sich zu musikalischen Fabriken entwickelten, die ihre Musik heute als reines Produkt vermarkten und so verändern, dass es der so genannten Masse oder Szene gefallen soll. Das Paradoxe daran ist meiner Meinung nach, dass genau dieses Verhalten eine echte Szene tötet. Ich werde aber keine Namen nennen, denn Musikgeschmack ist natürlich verflucht subjektiv (lacht).

BODYSTYLER: Gibt es ein bestimmtes Geräusch, dass dir richtig auf die Nerven gehen kann?
Joost: Ja, der Klang meiner hysterisch kreischenden Frau, die mir mitteilt, dass ich aus dem Studio kommen soll (lacht wieder).



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Homepage: Myspace.com/monoamine
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