Mono Inc

"Meine Band achtet sehr darauf, dass ich immer gut zu sehen bin
!"

Feuer brennt, roter Rauch steigt auf und die Luft ist zu heiß zum Atmen. Als für einen kurzen Moment die Sicht aufklart, sieht man sie, die vier Gestalten auf dem Hügel. Sie haben die Schlacht überstanden, blicken müde und doch erhobenen Hauptes auf die Zerstörung um sie herum. Plötzlich erklingt Musik und die Töne sind hymnenhaft, geben neuen Mut und laden zum Mitsingen ein.
 
Interview: Manuela Seiler / Torsten Pape //   
 

Mono-Inc und Martin (2.v.r.): Als Jugendlicher großer Fan vom Grafen - allerdings dem von Monte Christo

 



 
 

»Das Singen ist für mich nach wie vor echt eine komische Sache!«

Katha
 
 
 

Mono Inc
"Viva Hades"
Man wird sie einfach nicht los. Ist man einmal infiziert, verfolgen einen die Ohrwürmer der vergangenen Mono Inc-Alben gnadenlos. Man summt sie vor sich her und sie schwirren sogar durch die wunderbare Phase kurz vor dem Einschlafen. Mit dem neuen Opus sind die Nordlichter nun endgültig bei der totalen Hitdichte angekommen. Ob nun die mitreißende „Symphony of pain“, das grandiose „Revenge“ oder eine der anrührenden Balladen (allen voran „When all my cards are played“), diese Platte strotzt vor großen Momenten und großen Melodien. Dabei wirkt wirklich alles authentisch und das Herzblut tropft zart bis hart aus jeder Note. Da folgt man doch gern in die heiligen Hallen des Hades! (Torsten Pape)
VÖ: 18.03.2011 // No Cut

Mono-Inc.com
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

iva Hades", das neue Album der Düster-Rocker Mono Inc. ist eine ganz famose Sammlung von Songs und Anlass genug zum Plausch mit Martin Engler (Sänger) und Katha Mia (Schlagzeug).


Anzeige | Eigene schalten »




BODYSTYLER: Dies ist Euer inzwischen fünftes Album in relativ kurzer Zeit - habt ihr zu viel Red Bull getrunken?
Katha: Nein, wir brauchen kein Red Bull! Wir haben ja unsere Fans! So eine Liveshow wirkt viel besser, als jeder Koffeinkick. Auf unseren Konzerten sammeln wir soviel Kraft und Energie, dass die Ideen dann im Studio nur so aus uns heraussprudeln.
BODYSTYLER: Habt ihr früher – vielleicht sogar schon als Kind – einen Bezug zu eurer aktuellen „militärischen Aufmachung“ bzw. der Zeit aus der diese Uniformen stammen, gehabt? Welche Bücher, Filme oder Videos könnten eine Rolle gespielt haben?
Martin: Nicht als Kind, aber als Jugendlicher war ich großer Fan von „Les Miserables“, „Die Straßen von Paris“ und dem Grafen (allerdings dem von Monte Christo).
BODYSTYLER: Was ist das eigentlich für ein Geier auf Eurer Fahne? Oder ist die Friedenstaube vielleicht doch nicht von Picasso erfunden worden (hüstel)?
Katha: Auf unserer Flagge ist ein Rabe zu sehen. ;-) Da der Rabe oft als ein Symbol für Böses und Unheil gilt, ist er das passendste Motiv zum Albumtitel "Viva Hades".
BODYSTYLER: Ihr scheint so gut wie keine Berührungsängste mit großen Worten, Gesten und Melodien zu haben und das wird von Album zu Album deutlicher. Ich finde das ja geradezu grandios und vielleicht sogar mutig. Gab es denn irgendwann einmal einen Punkt, den Ihr überwinden musstet, um in dieser Hinsicht frei zu sein?
Katha: Ich glaube, man muss sich einfach frei von dem Gedanken machen, wie die Hörer das Album wohl finden werden, und ganz einfach das machen, was einem gefällt. So kann man viel freier mit seinen Ideen umgehen. Auch wir machen einfach das, was uns gefällt und freuen uns umso mehr, wenn es bei den Fans dann auch noch gut ankommt.
BODYSTYLER: Katha, bei Deinem Gesang wird besonders deutlich, dass Du Dich immer mehr in dieser Hinsicht traust / Dir mehr zutraust. Was gibt Dir diese zunehmende (Selbst-)Sicherheit?
Katha: Das Singen ist für mich nach wie vor echt eine komische Sache. Vor Mono inc. bin ich damit ja auch überhaupt nicht in Berührung gekommen. Aber die Resonanz der Fans zeigt ja, dass es anscheinend Gefallen findet und langsam fängt es ja sogar an Spaß zu machen.
BODYSTYLER: Auch wenn ihr viel über die eher schwereren Themen singt wie Kampf, Tod, Trauer, so ist die Grundstimmung doch immer positiv und es hat den Eindruck, als würden einen die Songs mitreißen und einem zuraunen: „Hey, egal, wie schlecht es Dir jetzt geht und wie aussichtslos die Situation auch aussehen mag, es geht doch weiter!“ Das finde ich sehr schön und ermutigend. Aber was genau bedeutet für Dich, Martin, der Tod? Wie gehst Du mit ihm um?
Martin: Je älter ich werde, desto mehr muss ich feststellen, dass die sogenannten Einschläge immer näher kommen. Familienmitglieder sterben, Freunde sterben - und bald auch wir. Leider unumgänglich, auch wenn ich das Rauchen aufgegeben habe und es solang wie möglich hinauszögern möchte!
BODYSTYLER: An dieser Stelle möchte ich (Torsten) euch besonders für den Song „Revenge“ danken, da er gerade perfekt in mein Leben passt und mir ordentlich positiven Rückenwind verpasst hat. Inwiefern gehört Rache zu Eurem Leben und wo setzt Ihr in dieser Hinsicht Grenzen? Was findet allein im Kopf und was in der Tat statt? Ich finde es ja bereits befreiend, über solche Gefühle nachzudenken bzw. sie zuzulassen...
Katha: In diesem Song geht es ja eigentlich um katholische Priester, welche das Vertrauen, das junge Menschen ihnen entgegenbringen, ausnutzen, um sich an ihnen zu vergehen. Ich finde den Text total krass, aber so unendlich ehrlich. Aber wie immer kann man die Kernaussage "One day the revenge is mine" auch wieder so wunderbar auf das eigene Leben übertragen. Ich habe für mich zum Beispiel gelernt, mir bevor ich handle zu überlegen, ob ich das wirklich so vertreten und mit mir vereinbaren kann, denn alles, was du in einer zwischenmenschlichen Beziehung gibst (egal ob gut oder schlecht), bekommt du ganz genau so oder noch viel stärker wieder zurück. Selbst, wenn ich mich also total über irgendjemanden ärgere, brauche ich keine Rachepläne zu schmieden, sondern freue mich schon, weil ich weiß "Man sieht sich immer 2x im Leben".
BODYSTYLER: Ihr verweigert Euch ja sozusagen allen gängigen Manager-Tipps und Marketingstrategien, indem Ihr die hübsche Frau in den Hintergrund "verbannt". Mal darüber nachgedacht, das Schlagzeug (dauerhaft) an den vorderen Bühnenrand zu stellen?
Katha: Hihi. das wäre auf jeden Fall mal eine Idee. ;-) Nein, im Ernst, ehrlich gesagt empfinde ich das ganz anders. Ich freue mich nämlich immer total, dass meine Band so sehr drauf achtet, dass ich immer gut zu sehen bin. Die sind da total süß. Aber trotzdem bin ich ja nun mal Trommler. Die sitzen eben hinten und der Frontmann ist und bleibt logischerweise die Hauptperson einer jeden Band.
BODYSTYLER: Martin, es ist durchgesickert, dass du auch fußballerisch tätig bist. Darf man fragen, wo genau? Und wie lässt sich das mit eurem Vollzeitberuf (??) als Musiker vereinbaren? Spielt ihr vielleicht immer da Konzerte, wo die Auswärtspartien stattfinden? Welchem Verein hältst du eigentlich bundesweit die Treue und wie sieht deine Prognose in Sachen Auf- und Abstieg aus?
Martin: Der Verein ist ein kleiner Club am Hamburger Stadtrand, weil es leider für mehr nicht reicht, wenn man 90% seines Lebens anderen Dingen widmet. Als Fan bin ich leider mit der Raute auf dem Herzen geboren worden - aber ich hoffe inständig, dass St. Pauli die Klasse hält. Gehen könnten für mich Retorten-Clubs wie Wolfsburg oder Hoffenheim, die haben noch keine Roots!

BODYSTYLER: Zuletzt: Was ist Euer persönlicher Wunsch für dieses Jahr, gerade weil es so gut für die Band begonnen hat (bzw. das alte Jahr so toll für Euch gewesen ist)?
Katha: Das letzte Jahr war so krass, dass man sich eigentlich nur eines wünschen kann, und zwar, dass es genau so weitergeht!!!!!!
Martin: Genau.
BODYSTYLER: Wir wünschen Euch viel Spaß bei Eurer Tournee!
Katha / Martin: Danke! //




Homepage:
Mono-Inc.com
© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //



Das kostenlose Electro-Abo von BODYSTYLER! Immer die neueste Ausgabe als e-Book in Deinen E-Mail-Briefkasten? E-Mail:


 
 
Anzeigen | Eigene schalten »