"Wenn ich nur wüsste, würde ich das selbe immer wieder und wieder tun!"
Sie wehrt sich gegen die Standards der Musikindustrie, hat keinen Masterplan und dennoch den blonden Kurzhaarschnitt zum neuen Trend gemacht: Schwedens Electropop-Star ROBYN. Warum alle sie lieben, unser Bodyhorst aber keine Chance bei ihr hat, hat unsere Schreiberin beim Interview in Köln erfahren.
Interview: Pippi von Schnippi //Fotos: Rankin //
Robyn: "Entwicklung zu und aus mir selbst heraus"
»Wir Schweden sind mit Witzen über Hitler nicht so zurückhaltend!«
Seit Jahren heimlich in unseren Chefredakteur Bodyhorst verliebt, aber zu schüchtern um es auszusprechen: ROBYN überraschte beim Interview in Köln leider nicht mit spektakulären Bekenntnissen...
Trotz eindeutiger Argumente: von Bodyhorst's überzeugenden Qualitäten war die süße Schwedin auf Anhieb nicht zu beeindrucken.
a du ein Interview für Deutschlands lustigstes Musikmagazin gibst, lass uns doch so starten, dass du unseren Lesern deinen Lieblingswitz erzählst. Er darf ruhig dreckig sein!
Robyn: Ein Witz? Hm, da fällt mir keiner ein. (überlegt lange) Erzählt man heutzutage denn überhaupt noch Witze? (überlegt nochmal) Naja, vielleicht eine witzige Story: ein Freund hat sich gerade am Arm tätowieren lassen und sollte dabei den rechten Arm so hoch halten, als würde er Ballons steigen lassen – allerdings sah das aus als würde er den Hitlergruß machen. Ist das witzig? (schaut fragend) Naja, in Deutschland muss man mit solchen Witzen ja vorsichtig sein, aber wir Schweden sind da nicht ganz so zurückhaltend. BODYSTYLER: Naja, am Humor müssen wir noch ein bisschen arbeiten, aber nett biste ja trotzdem. Wie kann man sich denn Robyn als Kind vorstellen? Warst du ein „Prinzessinnen-Mädchen“ oder eher eine freche Göre? Und welche Rolle spielte Musik in deiner Kindheit? Robyn: Hm, ich war wohl irgendwie ein bisschen was von beidem. Also so eine richtige Prinzessin war ich nie, okay ich mochte Pink so mit 6 oder 7 Jahren, aber diese Phase war dann auch wieder vorbei. Heute zählt es nicht mehr zu meinen bevorzugten Farben. Musik dagegen war auch in meiner Kindheit schon immer sehr präsent und ein Teil meines Lebens. Meine Eltern sind zwar keine Musiker, sondern waren beide beim Theater, aber Musik war immer und überall um mich herum. Ich habe früh getanzt und alles mitgesungen, was ich so gehört habe. Ich erinnere mich dass eines Tages ein Freund den Song „Heroes“ von David Bowie gespielt hat und ich war total begeistert, von dieser Musik und der Art und Weise des Gesangs. Das war phantastisch. Es war wohl früh klar, dass Musik zu meinem Leben gehören würde. BODYSTYLER: Es ist ja kein Geheimnis, dass du in einer künstlerisch-liberalen Familie aufgewachsen bist. Liegt darin auch der Auslöser, der dich zum Musikmachen veranlasste? Robyn: Da gab es keinen bestimmten Auslöser und das war auch keine Entscheidung, die ich irgendwann bewusst getroffen habe. Meine Eltern sind sehr kreativ, sie waren viel unterwegs und ich war da natürlich als Kind dabei und habe von Anfang an diese kreative Welt miterlebt. Aber es gab da trotzdem nie eine Entscheidung zu treffen, das war vielmehr etwas, das sich entwickelt hat, zu mir und aus mir selbst heraus kam. Die Musik war halt einfach immer da, aber ich habe nicht bewusst beschlossen, mir damit eine Karriere aufzubauen. BODYSTYLER: Was, würdest du sagen, ist es, das Musik so essenziell für uns und unser Leben macht? Oder andersherum gefragt: wie würde eine Welt ohne Musik aussehen? Robyn: Ich weiß nicht, dann wären wir wahrscheinlich tot. Ich kann mir eine Welt ohne Musik nicht vorstellen. Andererseits, wenn da keine Musik wäre, dann würden wir den Teil unseres Körpers, der sie wahrnimmt, ja auch nicht nutzen und vielleicht gar nichts vermissen. Aber über sowas denke ich nicht nach. Musik ist das Großartigste der Welt und so ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, dass sie einfach da ist, da sein muss.
BODYSTYLER: Wie würdest du „Inspiration“ beschreiben? Und was ist es, dass dich als Künstlerin jeden Tag neu inspiriert, etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen? Robyn: Das ist wirklich schwierig zu beantworten. Ich denke nicht, dass ich das beschreiben kann. Inspiration kommt und geht. Wenn ich nur wüsste, was mich inspiriert, würde ich dasselbe ja immer wieder und wieder tun. Es ist auch nichts, was nur von außen kommt, vielmehr ist es etwas, das du lernen musst zu verstehen, etwas was aus bestimmtem Teilen von dir kommt. Es ist wahrscheinlich ein ziemlich komplizierter chemischer Prozess, der da abläuft.
Ich versuche mich immerzu und ständig inspirieren zu lassen, durch andere Musik oder auch Tanz, ich mag zum Beispiel Modern Dance sehr gerne. Ich versuche zu lesen, wenn ich Zeit dazu habe, gehe aus, bin mit Freunden unterwegs, zum Clubbing... Es ist alles um mich herum, alles was im täglichen Leben passiert, das ich versuche wahrzunehmen und mich davon inspirieren zu lassen. BODYSTYLER: Ist es auch inspirierend für Dich, auf Tour zu sein? Robyn: Ich bin sehr glücklich, wenn ich auf Tour bin. Wir haben eine wirklich gute Zeit und es läuft super. Die Leute mögen, was wir tun und das ist großartig. Ich bin in meinem Element, wenn ich toure. Ich weiß, was ich will und was ich dem Publikum geben und in den Shows leisten will. Touren ist wundervoll und das ist, was ich tun will, aber es kann auch verdammt anstrengend sein. Ich versuche nach dieser Tour erstmal wieder etwas kürzer zu treten und will im Sommer gerne wieder zurück im Studio sein. BODYSTYLER: Hast du Empfehlungen oder Tipps für junge Künstler, die es dieser Tage schaffen wollen, im Musikbusiness erfolgreich zu ein? Robyn: Ich denke, es ist sehr schwierig, dafür Empfehlungen auszusprechen. Das ist das Problem mit der Musikindustrie, die haben einen Standard, den sie am liebsten bei jedem anlegen wollen, aber so funktioniert das nun mal nicht. Jeder Künstler ist unterschiedlich, und jeder hat andere Bedürfnisse und muss seinen eigenen Weg finden. Deswegen würde ich auch keine Tipps geben wollen. Ich bin froh, dass ich meinen Weg gefunden habe, dass ich meine eigene Firma (Konichiwa Records – Anm.d.Red.) habe und so arbeiten kann, wie ich das möchte. Das gibt mir die Freiheit, die Dinge so zu tun, wie ich sie für gut und richtig halte. BODYSTYLER: Du hast mit einer Reihe sehr inspirierender Künstler zusammengearbeitet, z.B. mit Royksopp oder kürzlich Sting-Tochter Coco Sumner. Gibt’s da draußen jemanden, der dein Traumpartner für eine musikalische Zusammenarbeit wäre? Das Bodystyler-Team würde einspringen und den Kontakt vermitteln! Robyn: Nein, ich habe keine solche Liste, so arbeite ich nicht. Es ist vielmehr so, dass man Leuten begegnet und dann merkt man, ob man zusammen passt. Manchmal, wenn man jemanden trifft, dann ist da eine Basis, ein gemeinsames Verstehen, und dann kann man auch gemeinsam arbeiten. Aber das ist wirklich nichts, was man planen kann. BODYSTYLER: Gibt es eine Frage, die du schon immer mal Deinen Fans stellen wolltest? Robyn: Ich interagiere mit meinen Fans durch die Shows und ich mag das so, wie es ist. Die Konzerte sind etwas, was man zusammen erlebt. Es ist nicht so, dass wir nur auf die Bühne gehen und stumpf performen, sondern das Publikum gibt eine Menge zurück und dadurch wird jeder Auftritt zu etwas Besonderem. Das ist ein sehr intimer und spannender Prozess, der sich mit jeder Show von Neuem abspielt. BODYSTYLER: Wie war es, mit dem Superstar Madonna zu touren? Dürfen wir uns das so vorstellen, dass ihr morgens gemeinsam Yoga-Turnen und Kabbala-Sessions veranstaltet habt? Robyn: Es war natürlich interessant, in so einem riesigen Tross unterwegs zu sein. Das war wie eine Kleinstadt, die da auf Tour war, und es war sehr interessant zu sehen, wie da gearbeitet wird. Aber als Opening Act ist man da schon etwas weiter weg von. Ich meine, es war Madonnas Tour und wir waren dabei, aber wir haben auch nicht allzu viel mit ihrer Crew zu tun gehabt. BODYSTYLER: Nun kommt eine Frage, die etwas mehr zwischen uns Frauen ist, also rück doch gerne ein bisschen näher ran. Wenn du auf einen Flirt aus bist, was reizt Dich da an einem Menschen: Ist es Intelligenz, Ausstrahlung, ein hübsches Gesicht oder ein toller Körper, der Dich anspricht? Robyn: Ganz klar: Fun. Spaß ist das Wichtigste überhaupt, ich brauche unbedingt jemanden, der mich zum Lachen bringt! BODYSTYLER: Na dann wäre ja unser Chefredakteur Bodyhorst was für dich. Ich hab zufällig ein Bild dabei, kannste dir denn vorstellen, dass da was geht? Robyn: Hmmm (schaut verdutzt auf das ihr vorgelegte Bild von Schreiberlingens Herrn und Meister). Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Antwort darauf ist, ich kann ja keine Cartoonfigur heiraten. Hmmm... ich weiß wirklich nicht was ich dazu sagen soll.
Nun jut Cheffe Bodyhorst, ich habs probiert. Die Frau redet viel und gern und ist 'ne echt schnuckelige Powermaus, aber das mit dem Verkuppeln war leider nix. Schlage stattdessen vor, die mit den Bodystyler-Werbeeinnahmen verdienten Millionen mal in nen anständigen Flirtkurs anzulegen - dann klappts demnächst auch mit den Popstars! Chefredakteur BODYHORST: OK, probieren wir. Kann nur besser werden.
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