------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 
 
Solitary Experiments

"Ich habe nie an uns gezweifelt - wozu also über das Bandkonzept philosophieren?"


Gregor Gysi würde die Jungs von Solitary Experiments sicherlich sofort als Maskottchen für seine Partei rekrutieren, so schön und frisch leuchten die vermutlich mit Spee Color gewaschenen roten Hemden. Zu ihrem 15. Bandgeburtstag wurden nun auch sämtliche ihrer Hit-Buxen in die Waschtrommel gelegt und aufgefrischt zur Anthology-Compilation "Compendium 2" auf die Leine gehangen. Nicht immer klingt alles blütenweiß, is' auch egal, denn der Sound war schon immer etwas schmutziger. Ein Interview mit Frontmann Dennis Schober, der Rauchen und Alkohol aufgegeben hat und warum sein Körper ihm nun genau das doppelt heimzahlt...
 
Interview: Frank Bentert / Bodyhorst //     Text: Marshall
 

Seit Düsseldorf 1978 an roten Hemden und schwarzen Krawatten nichts auszusetzen. (Dennis Schober, M.)

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

 

»Nach 15 Jahren wird jedes Konzert zu einer Fitnessübung!«

Dennis Schober, der neuerdings auch gerne kocht
 
 
 

Solitary Experiments
"Compendium 2 Ltd."
Wer kennt sie nicht, die gepressten Best-Of-The-Best-Of-The-Best-Jubiläums-Eintöpfe diverser Bandveteranen. SE-Fans müssen hier aber netter Weise nicht den üblichen Einheitsbrei löffeln, haben sich die Jungs doch die Mühe gemacht, zu ihrem 15. Bandgeburtstag eine CD herauszubringen, die zwar so ziemlich alle ihre Hits in Anthologie bietet, diese allerdings in durchweg neuem Gewand. Und weil alleine feiern ziemlich dröge ist, haben sich auch noch so illustre Kollegen wie z.B. E-Craft und Wumpscut an der Zerlegung und Neuinterpretation der Solitary-Filetstücke beteiligt. Dass bei solchen Remix-Orgien nicht immer nur das Gelbe vom Ei rauskommt, ist sicher auch bekannt. Es überwiegt aber glücklicherweise die gute Seite der Macht, auch wenn die Songbasen unerreicht bleiben. Geboten wird dafür ein schönes Stück Erinnerung, für alle, die sich gerne erinnern. In diesem Sinne, Guten Appetit! (Frank Bentert)
VO: 22.10.10 // Out Of Line

 
---------------------------------------------------------
Myspace.com/SolitaryExperiments
 
 
 
 

ünfzehn Jahre also?! Schämt ihr euch nicht?
Dennis Schober: Vielleicht ein wenig, weil wir uns doch dekadent haben feiern lassen.
BODYSTYLER: Dekadent feiern lassen? Ihr seid doch die gesamten letzten 15 Jahre einer steilen Karriere doch immer so gut wie aus dem Weg gegangen...
Schober: Wir haben tatsächlich nichts anbrennen lassen, um es uns selbst so schwierig wie möglich zu machen. Man bekommt eben nichts geschenkt und Undank ist der Welten Lohn.
BODYSTYLER: Wie geht's nun weiter? Vorruhestand? Altersteilzeit? Oder eher Stones-mäßig noch mal 15 Jahre?
Schober: Es wird immer weitergehn, Musik als Träger von Ideen. Also eher Phudys-like und halt bis zur Rockerrente.
BODYSTYLER: Du warst auch mal wesentlich dünner. Was ist denn passiert?
Schober: Das Gesetz der Trägheit.
BODYSTYLER: Willst uns also nicht deinen Lieblingsschokoriegel nennen?
Schober: Schuld hat der Alkohol und das Nikotin. Habe beides vor Jahren aufgegeben und nun zahlt es mir mein Körper doppelt heim.
BODYSTYLER: Aber wer Dich kennt...
Schober: ...weiß, dass ich von klein auf immer eine Naschkatze war. Mein neuestes Hobby ist neben Musik auch das Kochen. Dass es schmeckt, sieht man ja. Macht ihr über Rudy R. und Sascha K. auch solche Witze?
BODYSTYLER: Nö, die achten wir ja! Harhar. Aber nun mal Ernst beiseite: Ist euch eigentlich bewusst, dass ihr den Fans, die euch seit den Anfängen begleiten, mit der Zahl ziemlich deutlich macht, wie alt sie selber geworden sind?
Schober: Oh, fühlst du dich etwa angesprochen?
BODYSTYLER: Na sicher! Man kriegt es ja dadurch immer wieder vor Augen, wie schnell denn tatsächlich die Zeit vergeht.
Schober: Verzeihung. Aber schlimmer ist doch, dass unsere neuen Fans, sprich die Teenies, uns genau das Selbe vor Augen führen.
BODYSTYLER: Was denn genau?
Schober: Da wird jedes Konzert regelrecht zu einer Fitnessübung. Machen wir aber gerne, sowohl für jung als auch für alt.
BODYSTYLER: Gab's da also noch keinen bösen Briefe seitens der "alten" Fans?
Schober: Leserbriefe bekommen wir erst gar nicht, da am Postkasten "Keine Werbung" steht.
BODYSTYLER: Bleiben wir mal bei Fressen und Dicksein und so: Was ist mit dem ganzen Kuchen passiert, der euch im K17 überreicht wurde? Ich hab ja keinen abbekommen...
Schober: Neidisch, wa?
BODYSTYLER: Ein bisschen, aber nicht wirklich.
Schober: Den einen haben wir sofort im Backstage verputzt und den anderen haben die Kollegen wieder mit nach Polen genommen, um dort ein Kaffeekränzchen zu machen.
BODYSTYLER: Ich vermute eher, dass die Kollegen versuchen, den Kuchen in Polen noch zu Geld zu machen.
Schober: War übrigens eine super Idee mit der Geburtstagstorte, wobei man sagen darf: Zwei Doofe, ein Gedanke! Wir wussten aber von rein gar nichts! Danke für die Überraschung.
BODYSTYLER: Bitte! Apropos aus Torte springen: Warum macht sich euer Live-Trommler, der Frank, auf der Bühne eigentlich immer nacksch und nicht, wie in traditioneller Band-Rollenverteilung üblich, du als Frontmann?
Schober: Ich bin wohl weniger exhibitionistisch veranlagt als Frank und zudem nirgends tätowiert.
BODYSTYLER: Und wir dachten, Wette verloren und es wurde vorher abgestimmt wer darf bzw. muss...
Schober: Im Ernst, wenn ich das könnte, wäre ich Modell geworden und nicht Musiker. Gäbe auch bestimmt mehr Kohle. Frank ist ein wichtiger Unterhaltungsfaktor auf der Bühne, sowohl in seiner Performance als Drummer, O-Ton: Detlef D. Soost, wie auch als Anheizer fürs Publikum.
BODYSTYLER: Das merkt man.
Schober: Wir haben bewusst einen jungen, sympathischen Typ dafür gecastet, um etwas Schwung in die Show zu bekommen.
BODYSTYLER: Mal angenommen, ihr hättet nun, zu diesem Jubiläum, die Möglichkeit, noch mal ein paar Dinge am Bandkonzept grundlegend zu ändern. Gäbe es da was?
Schober: Spielst du auf unser Image an?
BODYSTYLER: Naja, einfach mal bunte Hawaiihemden zum Beispiel.
Schober: An roten Hemden und schwarzen Krawatten gibt es ja seit Düsseldorf 1978 nichts auszusetzen, oder? Ich habe nie an uns gezweifelt, wozu also über das Bandkonzept philosophieren?
BODYSTYLER: Weil wir uns nun mal unterhalten.
Schober: Alles läuft bestens und nichts wird geändert!
BODYSTYLER: Warum eigentlich Rot-Schwarz bzw. Schwarz-Rot?
Schober: Den Touch zum Militärstil fanden wir von je her passend zu unserer Musik. Wir hatten am Anfang alles in Schwarz, das war aber irgendwann durch. 2008 auf dem Méra Luna gab es einen Stilbruch und sowohl Hemd wie Hose waren ganz in Weiß. War aber nur ein Spass! Zur letzen Platte sollte etwas Frisches her und Micha befand Rot sowohl für das Artwork als auch für das Outfit ansprechend. Zur Erläuterung der Farbe haben ja [:SITD:] dann glücklicherweise gleich ein Konzeptalbum veröffentlicht und ich brauch das hier nicht mehr erklären.
BODYSTYLER: Dann erkläre aber bitte wenigstens das: Weshalb habt ihr die „Compendium 2“ als Remix- und nicht als "einfache" Best-Of-Platte unters Volk gebracht?
Schober: Weil wir das jetzt noch nicht wollten?
BODYSTYLER: Hängen Euch die Originalversionen der alten Stücke also mittlerweile noch nicht zum Halse raus?
Schober: Das Konzept der Compendium ist viel spannender als eine „Best Of“ mit bereits bekannten Versionen. Außerdem sind ja sowohl neue als auch Asbach-uralte Tracks durch den Remixwolf gedreht worden. Somit ist die Compendium 2 die perfekte Werkschau für den eingefleischten Fan und das ideale Geburtstagsschmankel zum 15-Jährigen. Jeder andere sollte vielleicht erstmal vorlieb mit dem aktuellen Longplayer „In The Eye Of The Beholder“ nehmen.
BODYSTYLER: Zum Abschluss die 50 Zloty-Bonusfrage: Was fällt Dir spontan zu einer „Maschinenwelt“ ein?
Schober: Eine einsame Welt aus kaltem Stahl, in der das Maschinenherz nur aus Gier schlägt.
BODYSTYLER: Und was hast Du gerade für spontanes Gehirngedenke zum Bodystyler?
Schober: Nicht überall, wo Bodystyler drauf steht, steckt auch Logik dahinter.
BODYSTYLER: Auf Eurer Homepage steht Bodystyler zum Beispiel gar nicht drauf bzw. ist nicht unter "Magazine" gelistet. Da steckt nun auch keine Logik hinter. Warum?
Schober: Aha, hier wird tatsächlich recherchiert. Ganz einfache Erklärung bzw. Entschuldigung unsererseits: Die HP wurde seit gut 10 Jahren nicht mehr aktualisiert, was Inhalte betrifft. Daher sind viele der Links längst unaktiv und zu dieser Zeit hatte der Bodystyler doch eine Pause! Wir nehmen aber die Kritik zur Kenntnis und arbeiten bereits an der Umsetzung in Form einer neuen Webpräsenz.
BODYSTYLER: Vielen Dank, Herr Schober, dass sie sich, trotz ihrer Fülle, für das Interview aufraffen konnten.
Schober: Gerne, für euch doch immer!
BODYSTYLER: Hör auf zu schleimen!



---------------------------------------------------------------
Homepage: Solitary-Experiments.de

© 2010 // Bodystyler Electrozine //
---------------------------------------------------------------

---------------------------------------------------------------
 
Das kostenlose Electro-Abo von Bodystyler!
Deine E-Mail:


 
 
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Anzeige
 
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------