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»Es sollten mehr Bands mit ihrem Logo und dem Bühnenoutfit arbeiten, um so ein Paket aus Sound und Optik zu erschaffen!« |
| Zum Adler und Löwen-Logo |
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Oft entscheiden die ersten Takte eines Albums, ob sich im späteren Verlauf eine positive Beziehung zum Hörer entwickelt. Die drei Norweger von Substaat gewannen an dieser Stelle sofort meine Sympathien, denn die Art, wie frickelige und doch gewaltige Electrosounds in eine straighte EBM-Nummer übergehen, ist schon sehr gekonnt. Wenn im Anschluss noch Hits wie "Catch me", "Hybrid", "Adrenaline" oder "7th state" im Angebot sind, hat man schnell das Gefühl, es mit einer sehr, sehr geilen Neuentdeckung zu tun zu haben. Wer die unterkühlten Tracks der ersten NEP-Scheiben und die Eleganz von Covenant mag, kann hier wahrlich nichts falsch machen. Allerdings sollte das EBM-Verständnis deutlich über die 4-on-the-floor-und-hau-drauf-Mentalität hinaus gehen. Der Bonus-Remix-Silberling ist übrigens ebenfalls perbonus, wenn nicht gar optimus. (Torsten Pape)

Ist es Fluch oder Segen, wenn eine Band auf ihrem Debütalbum so abwechslungsreich ist, das man denkt, es handelt sich um ein Szenestelldichein? Wenn es wie bei Substaat bei zwei Bands bleibt (einfach mal Album kaufen und selber raten), ist es wohl OK - nur geht die Eigenständigkeit flöten. Doch es knackt - und das ganz ordentlich. Songs wie „Adrenaline“, „I Want“ oder das schon vorher zum Hit auserkorene „Catch me“ gehen gut ab. Obendrauf gibt’s noch ein paar Remixe auf die Ohren, die als Bonus-CD kommen. Nett. Schade nur, daß die Aufnahmen offenbar auf dem Weg ins Presswerk zu doll geschüttelt wurden und so die ganzen Refrains rausgefallen sind. Blöd. Aber von Staatschwierigkeiten, welch' brilliantes Wortspiel, kann man wirklich nicht sprechen. Klingt, als wären sie schon immer da gewesen. Mindestens so lange wie Nitzer Ebb oder Covenant (Mist, verraten). (Daniel Theberath)
VÖ: 28.01.2011 // Danse Macabre
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| Myspace.com/SubstateMusic |
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ch muss gestehen, dass ich die Stimme von Terje sehr mag. Einigen Leuten werden jedoch die typisch aggressiven Gesänge fehlen, die man üblicherweise in Verbindung mit EBM-Klängen findet. Wann und warum habt Ihr Euch für diese Art des Singens entschieden?
Substaat: Wir haben schon nach einem Gesangsstil gesucht, den man nicht alle Tage hört. Der gängige EBM-Sound besteht nun mal aus harten Beats, Shouting, Stimmverzerrern und dunklen Klanglandschaften. Wir sahen deshalb unsere Chance, es einmal mit echtem und unverzerrtem Gesang zu versuchen. Terje ist wirklich ein toller Sänger, der bestimmt auch in anderen Genres bestehen könnte. Er liefert im Studio sowie auf der Bühne stets Höchstleistungen ab.
BODYSTYLER: Liege ich falsch, wenn ich vermute, dass Eure Lieblingsplatten von Nitzer Ebb "Belief" und "Showtime" sind?
Substaat: "Belief" und "Showtime" zählen wirklich zu unseren absoluten Favoriten, aber wir mögen zum Beispiel auch die Rohheit von "That total age".
BODYSTYLER: Was war eigentlich der erste Song, den Ihr von NEP gehört habt?
Substaat:
Der erste NEP-Song, an den ich mich erinnere, ist "Let your body learn" und die Band hab ich zum ersten Mal als Support für Depeche Mode auf deren "Music for the masses"-Tour gesehen. Sie haben mir damals schlicht den Kopf weggeblasen.
BODYSTYLER: Was ist Euer Lieblingstrack von ihnen?
Substaat: Mein Lieblingssong müsste "Control I'm here" sein oder "Shame" oder "Captivate" oder "Murderous" oder... nein, ich glaube, ich bleibe bei "Control I'm here".
BODYSTYLER: Wie habt Ihr eigentlich Euren Stil gefunden? Ich könnte mir da eine Situation vorstellen, in der Ihr einen Song gesucht habt, um auf einem Mixtape die Lücke zwischen NEP und Covenant zu schließen...
Substaat: Wir können nicht leugnen, dass wir beide Bands sehr mögen, aber als wir die Arbeit an dem Album begannen, hatten wir keinen konkreten Spielplan. Wir haben die Dinge sich entwickeln lassen und wollten vor allem keine kommerziellen Aspekte berücksichtigen. Wir möchten einfach nur Musik komponieren und im kreativen Prozess unseren Spaß haben.
BODYSTYLER: Der Song "7th state" erinnert mich an die besten Zeiten von The Invincible Spirit. Kennt Ihr diese deutsche Band?
Substaat: TIS kennen wir natürlich und "Provoke you" und "Push!" sind unsere Lieblingssongs von ihnen.
BODYSTYLER:
Gibt es überhaupt deutsche Bands, die Euch beeinflusst haben?
Substaat: Wir könnten sagen, dass Die Krupps, DAF, Orange Sector, Wolfsheim, Das Ich, Camouflage, Der Plan, Dance Or Die, De/Vision und viele andere Bands sind, die wir gern hören und oft live gesehen haben. Deutschland ist in musikalischer Hinsicht ein großartiges Land. In den skandinavischen Synth-Clubs werden ständig deutsche Bands gespielt. Wahrscheinlich sollten wir ebenso Kraftwerk erwähnen, aber es gab sie bereits, als wir geboren wurden und es wäre wohl so, als ob eine Rockband die Beatles als Einfluss nennt. Am meisten haben uns bestimmt DAF geprägt, da sie kompromisslos echte, eingängige und einprägsame EBM spielen. Wir waren 2009 in Oslo ihre Vorband, was sehr aufregend und lustig war.
BODYSTYLER: Was ist das Erste, das beim Kreieren eines neuen Songs entsteht und was ist das Letzte, was Ihr vor dem Abschluss der Arbeiten macht?
Substaat: Zuallererst entstehen bei uns immer die Basslines und die Beats, dann die Texte und es folgt das Einsingen. Danach kommen die Strings und Effekte und zuletzt geben wir den Song in die Hände unseres Produzenten ALX (Alex Jarlev), der alles wieder auseinander nimmt, neue Sounds aus seinen altmodischen Analog-Synthies hinzufügt und so das entstehen lässt, was man auf dem Album hört. Er ist insofern sehr für unser Klangbild verantwortlich, allein schon, weil er der Letzte ist, der im Mix Hand anlegt. Am Ende sind wir jedoch ein großes Team, in dem jeder mit jedem auf allen Entwicklungsstufen der Lieder zusammenarbeitet.
BODYSTYLER: Wer hat eigentlich Euer Emblem mit dem Löwen und dem Adler entworfen?
Substaat: Das hat Petter gemacht.
BODYSTYLER: Was symbolisiert es für Euch?
Substaat: Wir wollten einen Stil, der Propaganda und Klischee verbindet. Der Adler und der Löwe sind majestätisch sowie kraftvoll und werden deshalb auf vielen Wappen und Flaggen verwendet. Seit wir unseren Bandnamen haben, erschien uns das einmal mehr als sehr passend. Es sollten viel mehr Bands mit ihrem Logo und dem Bühnenoutfit arbeiten, um so ein Paket aus Sound und Optik zu erschaffen. Das verleiht dem kreativen Schaffen eine zusätzliche, spannende Facette. Wir möchten einfach mehr als eine CD mit einem beliebigen Artwork abliefern.
BODYSTYLER: Apropos Artwork bzw. Pressefoto. Ich denke, dass Ihr zu den wenigen Menschen zählt, die auf einer Rolltreppe nach unten fahren und dabei nach oben schauen. Wie oft praktiziert Ihr dieses Talent?
Substaat: Dankeschön! Wir üben das jede Woche und noch öfter vor anstehenden Konzerten und wenn wir im Studio sind, um Remixe anzufertigen. Wenn wir noch 20 wären, würden wir es wahrscheinlich jeden Tag machen, aber da wir auch noch unsere normalen Jobs haben, ist der wöchentliche Rhythmus schon der beste.
BODYSTYLER: Da Ihr nicht mehr 20 seid: gab es musikalische Erfahrungen vor Substaat? Erzählt doch bitte etwas über Eure Vergangenheit, Eure Ausbildung und die Jugendsünden!
Substaat: Petter und Jarle kommen aus der gleichen Stadt und kennen einander seit den späten 80er Jahren. Die meiste Zeit hat Petter mit der Band X:machina verbracht und Jarle bei In Vein. Sie fanden zueinander nach einem Nitzer Ebb-Konzert in Oslo und beschlossen, eine Kooperation zu starten, bei der Musik entstehen sollte, die sie auch privat mochten. Dann kam Terje – der ehemalige Sänger von Cue to Recall – vorbei und steuerte genau die Texte und den Gesang bei, die es brauchte, um voranzukommen und die Band zu komplettieren.
BODYSTYLER: Stellt Euch vor, Euer Label gibt Euch die Möglichkeit, Eure nächste Platte von einem Produzenten Eurer Wahl veredeln zu lassen. Welche Namen würdet Ihr nennen?
Substaat: Die Antwort fällt uns leicht: Alex Jarlev. Nur er und wir! //
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Homepage: Myspace.com/SubstateMusic
© 2011 // BODYSTYLER Electrozine //
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