edet ihr Euch untereinander auch mit Herr an? Oder einfach nur mit A und B?
Herr A: Meistens reden wir uns mit unseren echten Namen an. A und B oftmals dann, wenn wir in Eile sind oder mit einer dritten Person über das andere Bandmitglied sprechen. Keiner von uns kann sich noch daran erinnern, weshalb wir damit anfingen uns Herr A und B zu nennen, aber ich glaube, es hat etwas damit zu tun, dass ich schon ein paar Songs fertig hatte, als wir mit der gemeinsamen Arbeit begonnen haben. Ich hatte die Musik, also wurde ich Herr A.
BODYSTYLER: Aha, wer zuerst kommt, (m)ahlt also zuerst! Gibt es da keinen Neid weil B nach A kommt?
Herr A: Nicht von meiner Seite (lacht). Nein, aber ernsthaft, ich glaube Herr B hat keine Probleme damit, Nummer 2 zu sein. Zumindest hat er es bisher nichts dergleichen erwähnt.
BODYSTYLER: Wahrscheinlich schmiedet er noch Pläne, wie er dich am besten absetzt.
Herr A: Nun ja, es bedeutet ja auch nicht, dass Herr B in der Band eine weniger wichtige Rolle spielt, es ist eben nur so, dass er nicht an der musikalischen Entwicklung beteiligt ist. Herr B ist dafür ein fundamentaler Bestandteil des System-Live-Erlebnisses. Wir wären ohne ihn gar nicht in der Lage auf der Bühne zu agieren.
BODYSTYLER: Na, grad noch mal die Kurve gekriegt würde ich sagen. Seid ihr denn modular aufgebaut und untereinander kompatibel?
Herr A: Ich würde sagen, wir sind ziemlich modular, zumindest in der Art, wie wir arbeiten. Die Module sind jedoch in hohem Maße kompatibel. Wir bearbeiten jeder für sich verschiedene Bereiche des Systems so, dass es keine Überschneidungen innerhalb der Aufgaben gibt. Herr A macht die Musik und Herr B kümmert sich um alles Visuelle. Die einzige Zeit, in der wir tatsächlich mal an gleichen Dingen schrauben ist, wenn wir eine neue Platte veröffentlichen wollen. Dann kümmern wir uns auch gemeinsam um Konzept und Design.
BODYSTYLER: Und wie sieht das dann Live aus?
Herr A: Bei Live-Auftritten arbeiten wir natürlich auch zusammen, allerdings wieder jeder in verschiedenen Bereichen.
BODYSTYLER: Wie tanzt man denn am effektivsten zu Eurer Musik?
Herr A: Steiff wie ein Roboter natürlich! (lacht) Nein, im Ernst, man kann dazu tanzen, wie man mag, solange es Spaß macht.
BODYSTYLER: Dann scheint ihr tatsächlich Unmengen von Fans zu haben, wenn man sich mal die Bewegungsabläufe und Rhythmusinterpretationen diverser Leute anschaut, die am Wochenende die Tanzflächen bevölkern.
Die Frage nach dem analogen Tanzstil ist also damit abgefrühstückt und wir können naht
los zum digitalen übergehen. Das digitale Zeitalter schreitet mit großen Schritten voran und ihr wehrt euch nach wie vor dagegen. Wie lange haltet ihr noch durch?
Herr A: Die einzige digitale Sache, die wir nicht mögen, ist die Klangerzeugung. Prinzipiell sind wir für jede Art von neuer Technologie, außer in Bezug auf Synthesizer. Wir wollen in dem Punkt gar nicht snobistisch wirken, es ist nur so, dass analoge Synths und vor allem Vintage-Analog-Sythesizer so viel besser klingen als alle anderen.
Nehmen wir mal den Minimoog zum Beispiel, der von Großen Firmen mit großen Budgets in mindestens fünf Versionen emuliert wurde, von denen aber keine auch nur annähernd an den Klang des Originals heran reicht. Alle Minimoogs wurden damals von Hand gebaut und das gab ihnen einfach einen eigenen Charakter. Ich hatte über die Jahre die Möglichkeit mit 5 verschiedenen Minimoogs zu arbeiten und jeder klang ein wenig anders als die anderen. Es sind Individuen, die man einfach nicht digital nachbilden kann.

Digitale Klangerzeugung?
»Wir sind für jede Art von neuer Technologie - außer in Bezug auf Synthesizer!«
BODYSTYLER: Apropos ... ganz spontan: Individuum oder Kollektiv?
Herr A: Ich würde sagen Individuum, das ist effizienter.
BODYSTYLER: Wie sähe denn die Weltordnung aus, wenn ihr hier die Fäden in der Hand hättet?
Herr A: Nun, wir predigen immer die Vorherrschaft der Maschinen, denn daran glauben wir. Menschen sind hinterlistige, schwache Organismen, die nur durch angeborene Triebe und das Streben nach persönlicher Bereicherung angetrieben werden, Maschinen sind genau das Gegenteil.
Unsere Lösung für alle weltlichen Probleme wäre, die Maschinen sämtliche Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Logik treffen zu lassen, das wäre fair und effizient.
BODYSTYLER: Okay, morgen früh werde ich meiner Kaffemaschine mal die Entscheidung überlassen, welche Unterhose ich anziehen soll und ob überhaupt ... Heil Jura!
Wenn wir schon mal bei den Maschinen sind, lege ich Euch noch eine tolle Frage dazu vor: Ihr findet eine Zeitmaschine und reist 25 Jahre in der Zeit zurück, wo geht die Reise hin und warum?
Herr A: 25 Jahre sind nicht besonders lang, aber wahrscheinlich würde ich zurück zu meinem 1986er Ich reisen und ihm sagen, was er zukünftig tun und vor allem, was er nicht tun soll. Eventuell könnte ich ihn davon überzeugen, früher mit der Musik zu beginnen, damit er (wir) der erste elektronische Kinderstar werden würden. Und wenn ich schon mal in 1986 bin, würde ich noch alle seltenen Minimal-Elektro-Platten aufkaufen, bevor jeder anfing drauf zu stehen.
BODYSTYLER: Warum sehen Schweden immer so unerhört gesund aus?
Herr A: Wir sind gesund! Wir machen Workout, schlafen mindestens 8 Stunden pro Tag und essen unser Gemüse. Darüber hinaus hilft es bestimmt auch im dunklen Studio vor analogen Sythesizern zu sitzen, die einen davon abhalten, raus an die Sonne zu gehen, denn die schadet ja bekanntlich der Haut.
BODYSTYLER: Und warum sehen die Deutschen so ungesund aus? Wir gehen ja auch nicht raus an die Sonne, sondern hocken lieber auf unseren schwedischen Möbeln und essen in Scheiben frittiertes Gemüse.
Herr A: Tun sie das? Ist mir noch nicht aufgefallen!
BODYSTYLER: Na ja, ihr habt die Redaktionssklaven des Bodystylers noch nicht gesehen ... im Vergleich zu uns wirkt eine Dose altes Büchsenfleisch ungemein athletisch. Wo wir schon mal so offenherzig plaudern, welches Geheimnis möchtet Ihr an dieser Stelle lüften?
Herr A: Im Moment kann ich keine Geheimnisse preisgeben. Ich verrate nur so viel, dass es Geheimnisse gibt und dass jeder, der sich drum bemüht, diese noch früh genug herausfinden wird.
BODYSTYLER: Na gut, dann wenigstens Eure, „ehrliche“ Meinung über den Bodystyler?
Herr A: Ich mag’s, die Farben sind schön!
BODYSTYLER: Ja, die mögen wir auch, haben auch lange dafür gespart! Wir genießen jetzt noch ein bisschen die bunte Farbwelt und sagen an dieser Stelle mal „Ända“. Vielen Dank für die Beantwortung der fragwürdigen Fragen. //
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