White Rose Transmission

"Wir werden immer wieder überraschen
!"

Die Wurzeln von White Rose Transmission gehen zurück ins Jahr 1995. Damals gründete Carlo van Putten (ebenfalls Sänger bei The Convent und Dead Guitars) gemeinsam mit Adrian Borland (The Sound) die Band. Es entstanden zwei fantastische Alben und den Stil konnte man fortan irgendwo zwischen Wave und Indie einordnen.
 
Interview: Torsten Pape //   
 

Frank, Carlo, Rob: "Es geht nicht darum, Flüchtiges zu verkaufen!"

 



 
 

»In die Realität brauche ich nicht zurückzukehren, dort bin ich in den letzten Jahren fast ausschließlich.!«

Carlo van Putten
 
 
 

White Rose Transmission
"Spinning Webs At Night"
Gab bereits der Name der letzten CD “Spiders in the mind web” der Fantasie einen Stups, so spinnt der Titel des vorliegenden Livealbums diesen Faden nun konsequent weiter. Aber auch auf akustischer Ebene ergänzt der authentisch eingefangene Auftritt das Studiowerk perfekt. Zarte Gitarrenklänge und feine Synthie-Melodien erzeugen eine fragile und doch gleichzeitig kraftvolle Atmosphäre. Und wer Sänger Carlo van Putten bereits einmal live erlebt hat (vielleicht auch mit seinen Bands Dead Guitars oder The Convent), der weiß, dass sein Vortrag stets höchst emotional und intensiv ist. Zusammen entsteht ein intimer und schöner Gesamteindruck. Es werden übrigens hauptsächlich Lieder der letzten beiden Alben zu Gehör gebracht, aber auch ein neuer Song und ein The Sound-Cover sind dabei. (Torsten Pape)




Das vorliegende Album ist ein Zeugnis der Live-Qualitäten von White Rose Transmission. Handwerklich fruchtet das in semi-akustischen Indie Pop mit New Wave-Einflüssen. Durchaus eine Stilrichtung, bei der man sein Chakra durch den Konzertsaal fliegen lassen kann. Und bei dieser Band stehen gestandene Musiker auf der Bühne, welche der dunklen Szene aus Holland über Jahrzehnte mit The Convent, Dead Guitars oder Clan of Xymox Leben eingehaucht haben. Leider wurde auf dieser Aufnahme die Qualität der Songs nicht hundertprozentig eingefangen. Teilweise ist der Sound doch etwas blechern und die Abmischung der Instrumente ist nicht optimal. Besonders die Stücke, die nur aus Gesang und akustischer Gitarre bestehen, leiden darunter. Diese Live CD eignet sich zum Erschnuppern der Band. Zugreifen lohnt sich aber eher bei den Studioalben oder bei einem Konzertbesuch. (Spider)
VÖ: 06.05.2011 // Echozone

Myspace.com/WhiteRoseTransmission
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

ach dem Tod von Adrian Borland (1999) folgte eine lange Auszeit, die 2006 mit dem tollen Album „Bewitched und bewildered“ ein Ende fand. Mit an Bord war mittlerweile der Gitarrist Rob Keijzer. Im letzten Jahr erschien dann das Album “Spiders in the mind web”, an dem zudem Frank Weyzig (ehemals Clan of Xymox und Born for Bliss) mitwirkte. In diesen Tagen wird mit „Spinning webs at night“ ein Live-Album veröffentlicht, das durch seine Intimität und Intensität besticht.


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BODYSTYLER: Findet man auf der Live-CD eigentlich das vollständige Set oder fehlen Songs?
Carlo van Putten: Man findet das vollständige Live-Set, das wir damals gespielt haben, also verpasst der Hörer nichts vom Konzert.
BODYSTYLER: Wie groß ist Euer gesamtes Live-Repertoire?
van Putten: Wir haben definitiv mehr Songs auf dem Schirm, als wir gespielt haben, aber das Konzert sollte einfach nicht zu lange sein. Vor allem, wenn das Schlagzeug nicht live ist, denke ich.
BODYSTYLER: Im Booklet ist vom ersten WRT-Livealbum die Rede. Nicht ganz richtig, oder ;-)?
van Putten: Doch, das erste offizielle Live Album ist es schon. Als Adrian verstarb, hatten wir gerade eine Konzertreihe geplant, die ich dann mit Mark Burgess und Yves Altana trotzdem gemacht habe. Davon gab es einen Mitschnitt, welcher als Bootleg auf den Markt kam, aber nie offiziell war. Ein Fan-Item also.
BODYSTYLER: Wer Dich einmal auf der Bühne gesehen hat, weiß, dass Du in den Songs lebst, Dich geradezu in ihnen verlierst. Wie würdest Du das Gefühl beschreiben, vor einem Publikum zu stehen und mit ihm so intime Momente zu teilen?
van Putten: Danke, schön zu hören, dass man das so erlebt! Weißt du, ich bin kein Entertainer. Mir geht es nicht darum, Flüchtiges zu verkaufen. Es gibt für mich nur diesen Moment, um das zu geben, was ich fühle. Manchmal meine ich, Selbstgespräche zu führen, um dann andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Ich teile mein Inneres mit den Zuhörern.
BODYSTYLER: Gibt es etwas, das Dir hilft, Dich in die richtige Stimmung für einen Auftritt zu versetzen bzw. wie kommst Du danach wieder in die Realität zurück?
van Putten: Ich bereite mich auf ein Konzert nicht wirklich mental vor, sondern kehre während des Konzerts in mich und der Rest kommt dann von selbst. In die Realität brauche ich dann nicht zurück zu kehren, dort bin ich in den letzten Jahren fast ausschließlich.
BODYSTYLER: Da Du stets spannende Geschichten rund ums Musikerleben zu erzählen hast, frage ich doch einfach mal aufs Geratewohl, ob es zu dem Gig in Mönchengladbach oder der Entstehung des Live-Albums vielleicht ein oder zwei Anekdoten zu berichten gibt?
van Putten: Ich hatte die Nacht vor dem Gig von Adrian geträumt. Wir haben lange geredet und fuhren mit meinem alten Mercedes durch Bremen, wie damals bei den Aufnahmen von „700 Miles of desert“ in Bremen. Adrian kippte Rotwein über meine Sitze als ich bremsen musste. Bei dem Auftritt in Gladbach fiel mein Glas Rotwein um, als ich gerade „Silent Air“ gesungen habe. Ich denke, er war irgendwie dabei, zumindest in meinem Kopf.
BODYSTYLER: “Take the weight off my shoulders.”/“The drugs, the demons and the dealers, the lovers will never heal the world.”/“Will there be love and will it be mine?” Was kannst du zum neuen Song “Weightless” erzählen?
van Putten: „Weightless“ wurde erst kurz vor dem Live-Album komponiert, aber der Texte stammt aus meiner Vergangenheit. Ich glaube, ich habe eine gewisse Zeit meines Lebens damit verschwendet, mein Glück bei Dingen zu suchen, die mir eigentlich fremd waren. Ich habe es jedoch nie bedauert, meine Erfahrungen gemacht zu haben und bin am Ende aufgestiegen wie der Phoenix aus der Asche. Ich bin im Hier und Jetzt angekommen und umarme mich selbst, liebe den Carlo mit all seinen Fehlern und seiner Ungeschicktheit. In der Vergangenheit habe ich nach genau diesem Moment sehnlichst Ausschau gehalten. Der Text ist ein Rückblick auf diese Episode meines Lebens, keine sehr schöne, aber ich bin im Nachhinein dankbar, dass es sie gab!
BODYSTYLER: WRT ist nun bereits durch einige Inkarnationen gegangen. Ist es für Dich immer noch ein relativ offenes Projekt oder gewinnt es mittlerweile (wieder) eine gewisse Konstanz? Wie sehen die nächsten Schritte aus?
van Putten: WRT ist zu einer Konstanten geworden, als wir Frank dazu geholt haben. Er ist ein Genie, genau wie Adrian es auch war, ein sensibler Musiker mit wahnsinnig guten Ideen. Er und Rob sind für mich unersetzlich geworden, obwohl ich mir gleichzeitig immer noch gut vorstellen kann, mit anderen Gastmusikern zu arbeiten, quasi als zusätzliche Farbenpalette. Ich weiß, dass Frank und Rob noch viele schöne Ideen haben. Wir möchten keine Erwartungshaltungen der Zuhörer erfüllen, sondern frei von musikalischen Zwängen agieren. Wir werden als WRT immer wieder überraschen und vielleicht wird das neue Album sogar schwer und synthetisch, who knows? Not we.
BODYSTYLER: In Deinem Leben spielen weiterhin die Dead Guitars sowie The Convent eine musikalische Rolle. Wie sind die Prioritäten gewichtet und was unterscheidet diese Bands bzw. was bedeuten sie für Dich?
van Putten: Eine schöne Frage, Torsten! Im Moment wollen alle der Beteiligten gerne, dass ich die Band, deren Teil sie sind, als oberste Priorität sehe. Ich fühle mich dabei, als ob ich gevierteilt werde oder gedrittelt in diesem Fall. Ich liebe alle Bands, aber ich kann mich immer nur auf eine konzentrieren.

Dabei möchte ich nicht wählen, sondern teilnehmen, aber immer nur wenn es geht. Sollte ich einmal wählen müssen und man lässt mir keine andere Wahl, werde ich das ganze hinlegen und etwas vollkommen Neues anfangen. Ich weiß jedoch, dass dies nicht geschehen wird. Die Musiker aller Bands mögen und schätzen sich gegenseitig sehr und geben sich den nötigen Freiraum. Es entsteht keine Konkurrenz, denn bei jeder Band mache ich schließlich etwas anderes, ansonsten bräuchte ich auch keine drei Bands. Sie bedeuten mir alle sehr viel, sind ein wichtiger Teil meines Lebens und ich habe vieles mit Ihnen erlebt. Undenkbar ohne! //




Homepage: Myspace.com/WhiteRoseTransmission

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