Immer wieder kommt es vor, dass Bodystyler neue Releases zugespielt werden. Nach Unbedenklichkeitsprüfungen und vielen Selbsttests durch und an unseren Redakteuren sollten Sie als Wertung daher immer auf folgende Zeichen achten:
= Beschissen = Nicht beschissen
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ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO
"Do angels never cry and heaven never fall?"
Einen bombastischen Happen servieren Ordo Rosarius Equilibrio auf ihrer kurzen, aber delikaten EP. Liebhaber des Genres Apocalyptic Pop können den Namen der Band längst hundert mal fehlerfrei aufsagen und werden nach diesem Vorspiel sehnsüchtig dem neuen Album entgegenhecheln. Für die eher neutral interessierten bieten die vier Stücke ein perfektes Reinschmecken. Der Titelsong kommt in zwei Varianten. Einmal mit fetten Synthieteppichen zu wuchtigen Pauken, welche die Akustikgitarre eher in den Hintergrund drängen. Die darf dafür in der Acoustic Version die gewohnt episch-erotischen Lyrics umschlängeln. Der dritte Titel ist eine hypnotisch schleichende Ballade, die Gänsehaut erzeugt und nicht nur deshalb vor einem prasselnden Feuer genossen werden sollte. Abgeschlossen wird der Reigen, mit einer fröhlichen Neo Folk Version des bekannten "Who stole the sun (from this place in my heart)" sowie einem Videotrack. (Spider) VÖ: 27.08.2010 // Out Of Line
COMBICHRIST
„Making Monsters“ Gewohnt klanggewaltig und energisch, aber auch deutlich experimenteller kommt es daher, das neue Album aus dem Hause LaPlegua. Doch keine Angst, experimenteller heißt in diesem Fall keineswegs schlechter! Im Gegenteil, Making Monsters gewinnt durch Andys griff in die Vielfaltskiste deutlich an Charme. Logisch, in einer perfekten Welt sollte jede CC-Platte aus mindestens 10 Tanzflächenkrachern bestehen aber hey, auch die Härtesten der Harten haben mal gefühlvolle(re) Tage ... so haben die ruhigen Stücke durchaus ihre Daseinsberechtigung und entwickeln nach mehrmaligem Hören absolute Ohrwurmqualitäten. Nichts desto trotz kommt der tanzwütige Combichristler aber auch diesmal auf seine Kosten. Mit Songs wie Never Surrender oder They sind Andy wieder mal richtige Kracher gelungen. Wer Combichrist also immer noch NUR als Nebenprojekt des Icon of Coil-Frontmans sieht, ist selber Schuld. CC rockt! (Frank Bentert) VÖ: 27.08.2010 // Out Of Line
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HURTS
"Happiness" Nach dem Blog-Hype nun also auch das Album der beiden Jungs aus Manchester. Die zwar schon bisher irgendwie ganz leicht kitschig und gloomy klangen (also: super!), als wären sie die Nachkommen von Ultravox oder Human League, bei denen sich aber mittlerweile auch eine eigenartige Überproduziertheit bemerkbar macht: klanglich sehr Bombast und Effekt und Show und eigentlich ZU dick aufgetragen, und trotz der Ohrwürmer und all der Retro-Tollheit wünscht man sich dann stellenweise doch vielleicht etwas ungeschliffeneres, etwas, das nicht SO offensichtlich auf Samstagabend-Fernsehshowauftritt getrimmt wurde („Sunday“). Dennoch: ein Album mit gerade mal einem schlechten Song („Better Than Love“), mit einigen ganz guten bis tollen, und zwei bis drei unfassbar großartigen („Evelyn“, „Silver Lining“, „Wonderful Life“). Da kann man gerade noch verzeihen, dass Produzenten & Label überreagiert und alles superrichtig (also ein bisschen falsch) gemacht haben. Sind halt aus der Übung, vor lauter Internet. 7 von 10 Haargeltuben. (Frank Lachmann) VÖ: 27.08.10 // Four Music
Tenek
"Blinded by You" Die Zeiten, in denen ein Act aus Brighton mit Big Beats gleichzusetzen war, sind glücklicherweise wieder vorbei... Geoff Pinckney hat bei MESH in Sachen Electro-Pop schon jede Menge Vorzeigbares geleistet. Sein Vorbote zum zweiten tenek-Longplayer lehnt sich da klanglich an & geht auch in eine vergleichbare Stoßrichtung, jedoch packt Peter Steer noch eine straighte Klampfe dazu & Shaun Brooks, der Mann, der sonst nur Gary Numan veredelt, jagt alles noch mal durch den Mixer. "Designed For Dancing" könnte man nicht besser auf den Punkt bringen & das knallige "Synchronise" schreit nach mehr. Wenn doch nur alle B-Seiten dermaßen blendend wären. (Ivo Klassmann) VÖ: 05.07.10 // Toffeetones
Propaganda
"A Secret Wish" (Deluxe Ed.)
Kindergarten, Zeitgeist, Bratwurst & Propaganda sind inzwischen eisern in den anglophonen Sprachgebrauch integriert. Letzteres, auch dank
Ralf Dörpers' legendärem Synthi-Gewitter während seiner popmusikalischen Atempause von den Krupps. Kein Zurück für dich... heißt es da bei "Dr. Mabuse", doch die millionenschwere Album-Produktion von Trevor Horn brachte es mit einer ausgeklügelten "p:Machinery" auch nach 'nem juristischem "Duel" auf mittlerweile 33 Auflagen in 25 Jahren. Deluxe wird diese hier, durch Einbindung analoger Versionen, Mixes sowie Studio-Outtakes. Gleichwohl ist es ein "Testament...", ohne "Disziplin" & "Sünde". (Ivo Klassmann) VÖ: 16.07.10 // Salvo ZTT
Lyronian
"Hope And Veneration"
Jetzt kommt eine ganz unfaire Nummer – zumindest für den Rezensenten. Denn vor einem knappen Jahr erklärte ich das Debüt von Alex Kern zu einem der besten elektronischen Alben des neuen Jahrtausends. Und nun liegt die neue E.P vor und ich komme in die Zwickmühle, denn es wäre vollkommen unfair, die neuen Songs an der alten CD zu messen, daher versuche ich diese mal ganz auszublenden. Der Opener ist eine wunderschöne Ballade, bei der er auch mal wieder zeigt, dass er richtig gut singen kann. Es folgen der erste deutsche Titel der Bandgeschichte und das straighte "Dogma Dynamite". "Murderer" Version 1 ist persönlich nicht ganz so mein Ding und Teil 2 leider zu kurz. Warum eigentlich? Die Remixe sind durchaus gelungen, was auch kein Wunder ist, denn mit Haujobb (der Mix ist gar besser als das Original), Distain und Eternal Afflict hat man sich nicht gerade Schrott ins Haus geholt. Als eigenständige EP absolut gelungen beweist Alex Kern, dass er noch lange nicht am Ende ist. Komischerweise läuft aber in den Discotheken, in denen ich verkehre, nie mal ein Lied von ihm. Wieso eigentlich? (Chucky) VÖ: 09.07.10 // Deep Symmetry
UNDERWORLD
"Barking" Statt „Lager Lager“ und „Mega mega white thing“ singen Underworld heutzutage „Heaven, can you feel it?“. Soll heißen, Karl Hyde und Rick Smith lassen sich nun lieber ab und zu in Ibiza die Sonne auf den Bauch scheinen und schreiben auch mal einen Track für die Strandparty. Vielleicht resultiert diese neue Leichtigkeit aus der Tatsache, dass Hyde und Smith ihre neuen Lieder in die Hände angesagter DJs und Produzenten gegeben haben (u.a,. Paul van Dyk), damit diese noch einmal an dem ein oder anderen Regler drehen. „Barking“ wirkt trotz der vielen Mitwirkenden in sich geschlossen und klingt auch schön nach Underworld. Trotz ruhiger Momente ist es ein helles Album geworden, das ganz hervorragend in den Sommer passen will und mit „Always Loved A Film“ den passenden Hit in der Strandtasche hat. (Stefan Brunner) VÖ: 10.09.10 // Universal/Domestic
Operation Mastermind
"Too Much Is Enough" Wer bei diesem sommerlichen Trip zu den Rändern der Popkultur glaubt, dieses Trio gäbe sich konservativ, der irrt. Das ist vintage und man gedenkt schwerpunktmäßig mit sanftem Groove nebst schleppendem Beat irgendwo zwischen Bar-Jazz versus exotisch verbrämten Soul - den einzig wirklich guten Tagen. Als Männer mit behaarter Brust noch aufrecht sexistisch sein durften und die Musik banal. Einzig fürs Afterhour-Besäufnis und zum Kette quarzen arrangiert. Die Frage, gerührt oder geschüttelt, lässt sich indes nicht wirklich beantworten. Tracks wie "Paradise" & "Blue Curtains" entschärfen den mürben Alltag und bilden das perfekte Sujet für Bunny Bonebreakers' Lippenbekenntnisse. Man sehnt sich jedoch des Öfteren nach mehr Abwechslung à la Groove & Meetz. (Ivo Klassmann) VÖ: 27.08.10 // Hi-Hat Records
School Of Seven Bells
"Disconnect From Desire" Sucht man im Weltnetz nach SOVIIB, so werden die Genres Electro-Dream-Pop oder Neo-Shoegaze genannt. Ich bin mal total verrückt und sage einfach Indie-Pop dazu. Die beiden eineiigen Zwillingsschwestern Alejandra und Claudia Deheza sind die verträumten Stimmen der Band. Vergleiche mit den Cocteau Twins sind unumgänglich, jedoch ausschließlich durch die Schönheit der Stimmen bedingt. Stimmig ist die Liederwahl des Albums. Es plätschert, dann fließt es. Schnell kann man sich in den Fluten verlieren. Dabei haben die Songs keinen wirklich bleibenden Ohrwurmcharakter, denn dazu sind sie zu verwuffelt. Doch plötzlich wird es bei „Dust Devil“ und „Camarilla“ hypnotisch monoton. Wavig, im Stil der Frühneunziger, ist „I L U“, dessen Titel für I Love You steht. So ein Titel ist heutzutage fast mutig, denn wir sagen zu selten „Ich liebe Dich“. Warum eigentlich? Also raus und Jemanden „Ich liebe Dich“ entgegengebrüllt! (Sir Raze) VÖ: 16.07.10 // Vagrant Records
Blind Passenger
"Next Flight To Planet Earth" Als Mitglied der Blind Passengers veröffentlichte Nik Page 17 Tonträger, gefolgt von weiteren elf, die der Elektro-Künstler als Solist bzw. Projekt-Musiker in den Handel brachte. Derart aktiv sind wenige Meister und es dürfte die Fans freuen, dass 2010 die Rückkehr des blinden Passagiers erlebt. Die Mitstreiter aus den Neunzigern sind nicht mit von der Partie, Niks Ziel aber war es, den Geist der alten Tage wieder zu beleben. Auffallend ist die Coolness der Beats und Bässe, die Page seiner Reise durch die Zeit aufdrückt. Gefühlvolle und sphärische Balladen spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Dancefloor. Anlehnungen an das Blind Passengers Debüt-Album „The Glamour Of Darkness“ sind nicht zufällig, so z.B. die neu eingespielte Version von „Small Town Night“. Dabei alleine belässt es der Zeitreisende aber nicht. Aus dem Synth-Popper der 90s ist ein reifer Space-Electro-Cowboy geworden, dessen Gitarre hier und da treffsicher zwischen den Beats einschlägt. Fans der Blind Passengers werden an diesem Album ihre Freude haben. (Manfred Thomaser)
Noch bis vor kurzem dachte man, dass zwischen den Blind Passengers und den Solopfaden von Nik Page kaum mehr Luft für etwas Neues sein dürfte. Nun platziert sich das vorliegende Album genau auf diesem schmalen Grat und bedient sich dabei (logischerweise) der Elemente des Synthie-Pops, der EBM und der Cyber-Ästhetik. Vier Neuinterpretationen verweisen zusätzlich direkt auf die Vergangenheit. Das Gastspiel von Gary Wagner (Dance or Die) ist am Ende wohl die größte Überraschung, denn ein Händchen für tolle Melodien und einen mitreißenden Groove darf man von Nik wohl jederzeit erwarten. Der Platz in den Herzen der Fans und im CD-Schrank direkt hinter dem letzten BPs-Album ist gesichert. Nicht neu, aber gut und neu gemischt. (Torsten Pape) VÖ: 27.08.10 // Wannsee Records
Blind Passenger - Live:
31.07. Potsdam - Lindenpark
28.08. Rostock - Mau Club
10.09. Luckenwalde - WunderBar*
11.09. Lübbenau - Kulturhof*
17.09. Magdeburg - Sackfabrik*
18.09. Annaberg-Buchholz - Alte Brauerei*
24.09. Leipzig - Werk 2*
08.10. Brandenburg - Haus der Offiziere*
09.10. Guben - Fabrik (E-Attack)
16.10. Schwedt - Exit*
23.10. Hoyerswerda - Pitchers*
* Support: Angelzoom
Project Pitchfork
"Continuum Ride" Da der gemeine Tonträger an sich rund ist, kann ein namentlich kontinuierlicher Trip auch schon mal im Kreisverkehr erlahmen. Die Ausfahrt, welche Peter Spilles mit seinen Mannen gegenwärtig nimmt, ist die gleiche wie schon vor 18 Jahren, als sie musikalisch zwischen Dhyani & Lam-'Bras ankamen. Der Motor klingt indes zugegeben runderneuert & beherrscht harmonisch alle Drehzahlen bis hin zur souveränen Pop-Perle “Supersonic Snakebite”. Und doch nervt spürbar verhaltene Experimentierfreude nebst unklaren Botschaften & man fragt sich, ob wohl der etwas lustlose Exzess "Beholder" das Unumgängliche für einen gut ausgeleuchteten bewachten Parkplatz hinterm Club war. (Ivo Klassmann) VÖ: 23.07.10 // Trisol
PARRALOX
„Supermagic“
Wer Kylie, Goldfrapp, Madonna und all die anderen süßen männercharmierenden Vocal-Weiber der letzten 3 Dekaden mag, und auch sonst immer gern mit viel kompositorisch klar, zumeist analog geformter Verspieltheit zu begeistern ist, dem wird auch die erste Single aus dem neuen Album „Metropolis“ (VÖ: Nov/2010) gefallen und im für Grandseigneurs gewohnten hinterherhechelnden Atemzug auch ganz besonders Frontgirlie Amii in sein Herz schließen. Wenngleich 5 Versionen von ein und derselben Musikalie nicht ganz so supermagicallike sind, so ist es dennoch als super anzukreiden, dass das australische Duo mit „Homecoming“ und „Failure“ wenigstens noch 2 weitere Titel als non-Album-Versionen des kommenden Albums an die Fans abliefert. Die Dark Version von „Time“ ist dagegen pure Magic!
GRUM
„Heartbeats“ Schotten lassen unterm Karo-Rock nicht nur ihren Schniedel an der Luft trocknen oder drehen James Bond-Movies, nö, ab und an kommt von den Insulanern auch ganz angenehme Mukke rübergeschwappt; und damit meine ich nicht das Dudelsackgequetsche und –gepresse. Wie in diesem GRUM-Fall, bei dem der junge Produzent Graeme Shepherd eindeutig die 80er zu ein Disco Italo French House-Korsett zusammennäht, es überstreift, um dann jeden zu zeigen, was gerade Mode und angesagt ist. Das macht Laune, zieht man in jedem Fall gerne an und kommt immer wieder, wie die 80er stets beweisen. [...] 24 Jahre ist der "DJ" Grum jung, erhält Remixanfragen von Goldfrapp und Lady Gaga und war Ende 2009 zeitweise der meistgebloggte Künstler laut „Hype Machine“, einem MP3 & Music Blog Aggregator. Das allein sagt ne Menge aus und ist am Ende eine frische und kluge Lektion an alte Musiksäcke, die sich von Altem nicht lossagen können. VÖ: 20.08.10 // We Play/Sony
MY LIFE WITH THE THRILL KILL JULT
"Sinister Whisperz" Früher haben Thrill Kill Kult Industrial gemacht, mit dieser ersten Reihe “retrospektiver” Compilations lassen Sie genau dieses „früher“ Revue passieren und reisen zurück zu ihren Wurzeln. Der Untertitel „The Wax Trax Years 1987-1991“ weist dann auch gleich den Weg, in welche Zeit es geht. 12 ihrer besten Songs wurde neues Leben eingehaucht, will sagen: remixed, rauf packt man noch einen unveröffentlichten Track aus dieser Zeit – fertig ist die Jukebox. Aber warum? „Remixe von diesen Songs zu erstellen, war wie alte Freunde nach 20 Jahren endlich wieder zu sehen“, meint Produzent Buzz McCoy. „Und es war schön, endlich wieder einiges an verdienter klanglicher Brillanz in diese staubigen, alten Tracks zu bringen.“ Letztendlich klingen aber selbst die neu-remixed Tracks so, als wären diese auch schon vor genau den 20 Jahren bearbeitet worden. Für Fans gibt es die auf 499 limitierte Box mit Bonus-CD „Live in San Antonio 1990“. VÖ: 20.08.10 // Rustblade/Broken Silence
LEVTHAND
„Taxidrive“ „Taxidrive“ ist genau das richtige Wortbrösel, um dieses Release in eine exakte Substantivierung zu pressen. Denn dieses Vehikel fährt dich durch illustre Orte mit faszinierenden Soundbauten, zischt ohne Hektik durch Reggaedörfer, hat Anschluss an die Bronx, wo es weitergeht in Funk- und Soul-Clubs und bei jedem Halt steigen mehr Musikerfreunde hinzu. [...] Levthand ist Levent Canseven, der bereits in den 90ern als „Can7“ die Dancefloors Europas belieferte. Mit „Taxidrive“ konnte er ein Allstar-Team an Gastvocalisten gewinnen. Reinhören lohnt hier nicht nur deswegen - wenn auch der Taximotor sich ein wenig festfährt, ob der vielleicht zu vielen Hinzugaben verschiedenster musikalischer Tankfüllungen! VÖ: 13.08.10 // idee deluxe/Nova MD
MOMOFOKO
„Not Now! …Now?“ Soft, seifig und nicht unsympathisch sind die 6 Männer aus Malmö ja schon und nebenbei auch schwedische Senkrechtstarter. Zumindest nahm das größte schwedische Musikmagazin „Groove“ das hier vorliegende Mini-Album in die Liste der besten Platten des Jahres 2009 auf. Nun kommt dieses noch schnell vor dem ersten regulären Album (Ende 2010) auch nach Deutschland. Die salopp vorgetragenen 6 Tracks sind denn auch muntere Indie-Popsongs mit elektronischem Flair und dem Auftrag, diese in die Disco zu bringen. Das dürfte funktionopeln, denn die groovige Schose kommt kurzweilig daher und macht gespannt aufs Album. VÖ: 16.07.10 // Stereoflex Records
SAM
„Brainwasher“ Wenn auch die Zutaten in diesem Genre immer die gleichen sind, so haben die Brüder Joel und Daniel Meyer (nicht mit DEM Myer verwandt) kapiert, sich von dem apathischen Einheitsgestampfe ähnlicher Acts wohltuender abzuheben. Schon der Opener „Warning“ sendet einen dezenten „Mahnruf“ von dem, was auf einem die nächsten 13 Tracks zukommt. Das wiederum sind hetzende Flurkiller mit viel eingestreuten Samples, Beats über der Mitzählgrenze und dadurch um so mehr Club-Flavour. „Brainwasher“ ist allerdings leider auch wieder ein typisches Album für unsere Problem-Kinder der Leuchtstabgeneration, was den Spaßfaktor auf den Tanzflächen der Republik immens schmälert. VÖ: 09.07.10 // ProNoize
[X]-RX
„Update 3.0“
Ständig gleicher Beat, ewig konstante Songmuster – das ist Industrial-Rave aus Köln und heißt [X]-RX. Für all jene, die einfach alles hören (können) und deswegen auch keinen Unterschied mehr feststellen (können). Das Debutalbum von [X]-RX erschien 2007 und hieß „Unmöglich erregend“. Erschreckend, dass das auch wieder für diesen, mittlerweile dritten, Longplayer zutrifft. VÖ: 09.07.10 // ProNoize
DAS PRÄPARAT
„Unschuldsblicke“ Wenn sich eine Band „Das Präparat“ nennt und von einem „Mr. Hyde“ 2001 zum Leben erweckt wurde, sagt das im Grunde schon alles aus. Und geschichtlich wissen wir: meistens nichts Gutes. So auch in diesem Fall. Aber keine Angst: Mr. Hyde hat seine Nachtschwester K. (Text, Musik, Gesang) stets dabei, einer muss ihm ja die notwendigen Beruhigungspritzen setzen, damit übler „Gesang“ und fade Instrumentierung nicht zur chronischen Krankheit wird. Dabei „wurde diesmal besonderer Wert auf Vielseitigkeit und Klangqualität gelegt“, bläkt das Presseinfo trotzig. Au weia, dann möchten wir bitte NIE die Vorgängeralben dieser invaliden Ärztegemeinschaft hören!! So lästig, wie die 10 EUR-Quartalsgebühr! VÖ: 02.07.10 // Scanner
AS ABLE AS KANE
„The Collection“ Vor ca. 25 Jahren gründete sich die britische EBM-Band „As Able As Kane“ (kurz AAAK) und nur 5 Jahre und 2 Alben später sagten sie auch schon wieder Goodbye. Bei dieser Doppel-CD-Collection erwartet den Hörer deshalb auch keine "Best of" im herkömmlichen Sinn, was ohnehin nicht möglich wäre, sondern mehr ein Werdegang ihres musikalischen Schaffens. CD1 ist dann auch sodenn ein Querschnitt ihrer beiden und einzigen Alben „Buildingscapebeat“ (1989) und „Big Fist“ (1990). Auf CD2 sind Demosongs wie Livetracks aus den Jahren 1987-1989. In einem 16-seitigen Booklet gibt Bandmember Simon „Ding“ A. Auskunft über Gründung, Ende und Neuerweckung seiner Band. Wenngleich die Quali nicht mehr ganz auf dem laufenden ist, so sei dieses Release jedem ans Herz gelegt, der auf Vollständigkeit seiner heimischen EBM-Sammlung Wert legt. Für Fans von Front 242, Absolute Body Control und Konsorten. VÖ: 21.06.10 // Electric Tremor Dessau ---------------------------------------------- Myspace.com/asableaskane
CAISARON
„Liebe in mir vernichtet“ „Liebe in mir vernichtet“ ist der angeblich beste Song der 2009er EP „Tief in mir“ des Electro-/Synthpop-Trios und nun wurde für die mit einem anständig-guten Gesang versehene poppige Ballade eine rhythmischere Bekleidung genäht. Die Maßschneider: Ray Gordon, DJ Crocks und People Theatre. Allen voran der verfrickelte Crocks-Mix ist ein Produkt klangkünstlerischer Friemelarbeit. Achtung: nur als Digital-Download erhältlich. VÖ: 04.06.10 // Sonic-X ---------------------------------------------- Myspace.com/caisaron
SEPTRON
„Wuterguss“ Nichts Aufregendes bietet Bastian Polak aus der Pfalz, der sich mit SEPTRON in einen Raum voll abgenutzter Dark-Electro-Schränke eingeschlossen hat, um dort seit mittlerweile 8 Jahren in Heimarbeit vor sich hinzumusizieren. Ab und an kommen ihn die üblichen Verdächtigen namens „Herr Gesangsverzerrer“ und „Frau Beati Stampfi“ besuchen, um ihn zu beruhigen, damit er nicht ganz aus dem Ruder läuft. Von uns aus kann er das ruhig noch weitere 8 Jahre lang tun, solange er uns nicht wieder mit seinen „Heimarbeiten“ belästigt. VÖ: 04.06.10 // Sonic-X
ESC
„Eight Thousand Square Feet“ Portugiesen sind immer heiß gehandelt, vor allem, wenn es um Fussball geht. Letztendlich versagen sie dann aber doch immerzu. meist an zu schönen Stürmern mit damit verbundener Überheblichkeit. Wären ESC (= Eden Synthetic Corps) Fussballer, würden sie zwar straighten Fussball spielen, aber auch nur ins Viertelfinale kommen. Denn für's Halb- oder sogar Finale riskieren sie nur Einheitsfussball, immer wieder im gleichen Schrittmuster nach vorn, keine waghalsigen Kombinationen, keine Flanken, kein Mut und deswegen auch schon gar kein Tor. „Bloss keinen Fehler machen“ heißt es Mannschaftseinheitlich des 2005 gegründeten Quartetts. So wird im gewohnten Electro-/Industrial-Sound rumgebolzt und nach offizieller Spielzeit liegt der Verdacht nahe, das man doch nur Zuschauer, pardon: Zuhörer eines portugiesischen Drittliga-Spiels war – und die sind bekanntlich nicht sooo spannend. Daher gibt’s in diesem Spiel auch gleich 12 gelbe Karten für insgesamt 12 Tracks. Bonuspunkt aber für das tolle im Comicstyle gefertigte Digipak mitsamt Booklet. VÖ: 28.05.10 // Scanner
ATTENTION SYSTEM
„Wait For My Signal“ Mit Dark Wave und Punk als ihren Kern will das 5er-Gespann eine angenehm schmeckende Frucht drumherum züchten. Die Erde dafür wurde schon im Gründungsjahr 2008 gepflügt, die Samen mit der in Eigenregie produzierten EP verstreut, was auch honoriert wurde: Innerhalb von nur einem Jahr schaffte es die Band als Headliner in die ausverkauften Wochenendshows der berüchtigten Rock- und Tanztempel Atlantas. Mit dem ersten Album fehlt allerdings das Wasser, mit dem sie die Samen eigentlich giessen müssten. So bleibt „Wait For My Signal“ nur ein weiteres Electro-Rock-Album, bei dem wir alle auch nur auf ein Signal warten: Und zwar das der Zündung. VÖ: 28.05.10, Surrounded By Light Rec.