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Kirlian Camera

01.01.2011 - Dresden, Strasse E: Scuro di Benvenuto Elbflorenz...


Während der halbe Erdball noch an den Spätfolgen der gerade mit Ach und Krach, vor allem aber mit Krach, überstandenen Silvesternacht litt und komatös auf der Couch dahin vegetierte, betrat Angelo Bergamini, die graue bzw. schwarze Eminenz des „neinichgebedermusikjetztkeinestiletikette“! -Projekts „Kirlian Camera“, wie eben zufällig vorbei gekommen, also gewohnt lässig und unaufgeregt, die Bühne der sehr gut gefüllten Reithalle im Event-Park „Strasse E“ in Dresden.
 
Text & Fotos: Frank Bentert / Lichtbildundso.de //    
 
Angelo war etwas kalt... Elena anscheinend nicht  
 
 

urz mal geschaut, ob auch Publikum da, technisch alles vorhanden und auch sonst alles senkrecht ist, verschwand er aber sogleich wieder um ein Weilchen später, gefolgt von Elena Fossi ... kurze Pause um in Gedanken zu versinken ..., Alessia Cavalieri von „Spectra Paris“, in der Rolle der Zweitstimme, und einem, mir bis jetzt leider unbekannten, aber umso besser gelaunten Andreas Liese als Gastkeyborder, in gewohnter KC-Manier, also strammstehend mit Sturmmaske vor Videoleinwand, den angesetzten Kulturakt für offiziell eröffnet zu erklären.

Dies allein hätte sicher schon gereicht um 99,9% der Angereisten in höchste Verzückung zu versetzen und den Jahresauftakt 2011 zum Besten dieses Jahres werden zu lassen, war aber längst noch nicht alles, was an diesem Abend geboten werden sollte. Denn kurz darauf ergriff „the sexiest Stimme auf zwei menschlichen Beinen“ das Mikro und performte mit Temperamento italiano ihren ersten Song. Es verging nicht viel Zeit, bis dann, wie erwartet und wohl auch erhofft, bei Elena die Hüllen und auch die bewegungsmäßigen Hemmungen vielen und man sah sowohl den männlichen als auch weiblichen Jubelscharen in den ersten Reihen an, dass sie schwer in Zwiespalt gerieten, was sie denn nun zu allererst machen sollten ... zuhören, zusehen, träumen—die Männer sahen eindeutig mehr nach träumen aus—oder einfach nur neidisch sein.

Wofür auch immer sie sich letzten Endes entschieden haben, bleibt ihr Geheimnis, stimmungstechnisch waren aber alle ab dem Zeitpunkt schon tief im Kirlian Camera-Rausch.
Diese gute und ausgelassene Stimmung erfasste ebenfalls alle im Hintergrund agierenden Bandmitglieder und so sah man sogar Angelo an, dass auch er, obwohl sonst eher Emotionsverhalten, deutlich Spaß an seiner Arbeit hatte.

Abgesehen von allen visuellen Reizen, für die die Band ja hinlänglich bekannt ist, gab es aber natürlich auch ausgereifteste und vor allem abwechslungsreiche musikalische Kost feinster Güte. Dies extra zu erwähnen erfüllt an dieser Stelle allerdings nur einen rein protokollarischen Zweck, um nicht zu sehr an optischen Werten hängen zu bleiben, wir sind ja schließlich DAS MUSIKmagazin und kein T*****heft!
Rein faktisch sollte es aber wohl nur sehr wenige Menschen geben, die an der musikalischen Qualität eines Kirlian Camera Konzertes zweifeln. (Was ich denen zu sagen hätte, verbietet mir allerdings der Chef an dieser Stelle schriftlich darzulegen.) So bot auch dieses Konzert wieder einmal ein wohl durchdachtes und fein aufeinander abgestimmtes Konglomerat italienischer Musikkultur. Aber natürlich kann man, wie zu erwarten, nicht die komplette, nunmehr 31 jährige und etliche Songs umfassende Bandgeschichte auf die Bühne bringen, so dass leider nach einem, gefühlt, viel zu kurzen Hauptprogramm und der nur dritten Zugabe auch schon Schluss war.

Nichts desto trotz bleibt mir am Ende das Fazit, dass der Besuch eines KC-Konzertes nach wie vor zur kulturellen Basisbildung eines jeden gehören muss, der sich auch nur annähernd mit schwarz geprägter Musik befasst oder gar identifiziert.

Homepage: KirlianCamera.com


Natürlich sollen in diesem Bericht die musikalischen Vorarbeiter an diesem Abend nicht unerwähnt bleiben, die beiden Bands, Traumtanz (bis vor kurzem noch Traumtänzer) feat. Ulrike Goldmann, von Blutengel, und Lost Area.

Beide Gruppen gaben sich sichtlich Mühe das wartende Volk vor der Bühne zu animieren und in Stimmung für alles kommende zu bringen, hatten aber zu früher Stunde noch recht wenig Erfolg damit. Dies lag meines Erachtens nach allerdings weniger an der Qualität ihrer Musik oder deren Darbietung, als viel mehr an der noch Müdigkeit des Publikums. Für sich genommen lieferten beide Acts ein gutes Rahmenprogramm und hätten unter anderen Umständen sicherlich auch mehr Zuspruch erfahren.

Homepage: Myspace.com/Officialtraumtaenzer
LostArea.com
Strasse-E.de




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© 2011 // Bodystyler Electrozine
© Fotos // Frank Bentert / Lichtbildundso.de
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Die Sonne kam dann doch noch raus
 
Kirlian Camera
 
Kirlian Camera
 
Kirlian Camera
 
Kirlian Camera
 
Traumtanz
 
Ulrike Goldmann
 
 
 
 
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