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Moby

28.05.2011 -
Köln, E-Werk: Mitreißender Abstecher in die musikalische Gemischtwarenabteilung
 

Ich beginne mal mit dem Teil des Abends, der eine weniger positive Review hervorbringen würde, stünde er für sich alleine: der Fotografie. Als akkreditierter Pressevertreter hat man ja die Ehre, die ersten drei Songs aus dem Fotograben zu verfolgen. Ehre? Eher harte Arbeit, zumindest im Fall von Richard Melville Hall, besser bekannt als Moby. Dieser fiese Hund machts einem nämlich verdammt schwer, auch nur einen guten Schuss hinzubekommen.
 
Text & Fotos: Pippi von Schnippi //    
 
Moby, der fiese Hund, trommelt    
 
 

eil ruhig stehenbleiben ist was für Looser, und Moby ist keiner, das ist ja mal klar. Also wird über die Bühne berserkert, was die über vierzigjährigen Knochen so hergeben. Und daher lautet mein trauriges Fazit: Nein Moby, ich habe heute leider kein gutes Foto für Dich.


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Aber darum solls ja gar nicht gehen, denn ein paar „Geht so“-Fotos haben wir zur visuellen Bebilderung dieser Zeilen noch gefunden. Kommen wir daher also zur Lobhudelei, denn etwas anderes fällt uns – trotz härtester Gehirnakrobatik – nicht ein zum Kölner Konzert des New Yorker Multi-Intrumentalisten.

Minutenlanges Intro, dann alle sieben Mann rauf auf die Bühne, mit „Be the One“ gleich einen der besten Songs des neuen Albums „Destroyed“ hingelegt und die Herzen aller Anwesenden mal eben im Sturm erobert. Nein, es gab wirklich keinen Welpenschutz, und Verschnaufpausen waren in den folgenden 120 Minuten auch kaum angesagt. Kein Wunder bei einer Tracklist, die, abgesehen von einigen Songs des aktuellen Tonträgers, einer Best-Of-Zurschaustellung gleicht: Go, Extreme Ways, Bodyrock, Why does my heart feel so bad, Honey, Disco Lies, Natural Blues. Und auch stilistisch war das ein Best-Of: Electro, Blues, Pop, Punk, Jazz, Chilliges, Rock und Lounge-Sounds, alles war vertreten. Für musikalische Grenzgänger und Schubladen-Vermeider könnte dieser Abend den Weg ins Paradies aufgezeigt haben.

Ein paar Einblicke ins Seelenleben des sympathischen Künstlers gab es obenauf. So verriet Moby dem Publikum, dass seine Leidenschaft für Disco-Gitarren sein „dirty little secret“ wäre. Nach diesem Gig dürfte das aber kein Geheimnis mehr sein, denn ein ausverkauftes E-Werk lauschte dem dann folgenden, knapp eine Minute währenden, selbstversunkenen Disco-Gitarren-Intermezzo, welches unmittelbar in eine mitreißende Version von "We Are All Made of Stars" überging.

Überhaupt ist die Leidenschaft präsent an diesem Abend. Spaß an und Leidenschaft für die Musik ist das, was alle Anwesenden eint: nicht nur den famosen Frontmann, wegen dem alle gekommen sind, sondern ebenso die hervorragenden Begleitmusiker an Gitarre, Keyboard, Schlagzeug, Geige, Cello und die herausragende Sängerin. So gelang es, den hauptsächlich synthetisch generierten Studiosound in ein Liveset de luxe umzusetzen. Der abschließende Zugabenblock besteht, neben einem Led Zeppelin-Cover, aus „Lift me up“ und „Feeling so real“. Danach kann dann auch wirklich nichts mehr kommen. //




Homepage: Moby.com
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